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Butterbier! (Weil „Margarinebier“ einfach nach nichts klingt…) *vegan*

30 Apr

Liebe Menschen, Zeit für ein Geständnis: ich habe Stephie seit Tagen einen Beitrag versprochen, aber es ist nicht dieser. Und ich weiß auch nicht, wann der versprochene Beitrag endlich kommt.
(Hallo übrigens an alle, die mich noch nicht kennen – ich bin Rebecca, einstmals Coautorin dieses Blogs, bevor ich Stephie damit herzlos habe sitzen lassen. *hust*)

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Aber dieses Rezept ist einfach zu gut, um es liegen zu lassen, bis meine ToDo-Liste abgearbeitet ist.
Als eifrige Hobbyköchin (oder … Experimentalpanscherin, wie meine Mutter vielleicht sagen würde?) und tragischerweise muggelgeborene Squib habe ich in meinem Leben nun wirklich schon viele Butterbier-Rezepte gelesen – viele davon nicht unbedingt solche, die mich zum Nachmachen angeregt haben, seriously, Kohlensäurehaltige Getränke und Eiscreme-Mischungen? *buärgh*

Mindestens zwei davon HABE ich allerdings ausprobiert, jedes Mal mit etwas unbefriedigenden Ergebnissen. Das erste Mal war ich noch zu jung für Bier und musste mich mit Karamalz zufrieden geben, was ansonsten in die Mischung wanderte, weiß ich nicht mehr, aber sehr wohl, dass ich hinterher extrem abgeneigt war, irgendetwas bierhaltiges zu probieren. Beim zweiten Mal haben Stephie und ich uns, soweit ich mich erinnere, über die Backvorräte ihrer Eltern hergemacht und eine Mischung aus Sahne, Rum und… noch mehr Sahne? zustande gebracht. Kurz ganz lecker, aber in größeren Mengen untrinkbar.

Jedenfalls hatte ich mich damit abgefunden, dass Butterbier zu den Elementen von Harry Potter gehört, die in meiner Welt einfach nicht funktionieren. Bis ich heute herausfinden durfte, dass es offenbar wirkliche, echte mittelalterliche englische Kochbücher gibt, die gebuttertes Bier enthalten. WHAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAT?

Das Timing könnte nicht besser sein, immerhin planen meine Mitbewohnerin und ich gerade eine große Harry-Potter-Party. Und da ich nach einem mal Lesen ohnehin schon wusste, dass ich keinen Tag mehr warten konnte, um dieses Rezept auszuprobieren, habe ich das Experiment also einfach unter Partyvorbereitung verbucht.

Das Originalrezept verlangt nach Butter und Eiern, aber da ich selbst in extrem unveganen Phasen wie der, die ich im Moment durchmache, irgendwie nie so richtig einsehe, warum ich mir die Mühe machen soll, ein richtiges Rezept zu befolgen, wenn es dann nicht einmal vegan kann, habe ich ein bisschen daran herumgebogen. Normalerweise habe ich kein Problem damit, bei so etwas Pi mal Daumen vorzugehen (siehe das oben erwähnte Urteil meiner Mutter), aber hey. No one messes with butterbeer. Also musste zunächst noch ein wenig Recherche zum Thema Eiersatz her. Diese Website listet als hausmachbaren Eiersatz „2 EL Mehl (ganz normales!) + 1/2 TL öl + 2 EL Wasser + 1/2 Tl Backpulver gut mixen = 1 grosses Ei.“ Backpulver schien mir im Butterbier etwas fehl am Platz, schließlich sollte ja nichts aufgehen (obwohl ich dadurch vielleicht Schaum bekommen hätte?), und da in das Rezept ohnehin jede Menge Margarine kam, schien mir das Öl irgendwie überflüssig. Um nicht komplett das Gefühl zu haben, mich um vernünftigen Eiersatz herumzumogeln, habe ich 2/3 Sojamehl, 1/3 „normales“ Mehl verwendet, was ganz gut funktionierte hat.

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Anyway, hier das ganze Rezept!

0,5 Liter Bier (das Originalrezept verlangt Ale)

1/3 Tasse Zucker (nach Originalrezept braun… da ich nur weißen Zucker hatte, habe ich den genommen, funktioniert auch)

Eimischung (3 EL Mehl bzw. 2 EL Sojamehl, 1 EL Mehl, dazu 3-5 EL Wasser)

4 Esslöffel Margarine

Zimt, Nelken, Ingwer und Muskatnuss

Zuerst müssen Bier und Gewürze in einem Topf zum Kochen gebracht werden. Im Originalrezept waren Mengenangaben für die Gewürze enthalten, aber da ich das Rezept gedrittelt hatte und es schwierig fand, genau abzuschätzen, was ein Drittel eines halben (Zimt, Nelken) bzw. Viertel- (Ingwer) Teelöffels ausmacht, bin ich einfach nach Gefühl vorgegangen.

Sobald das Bier kocht, Hitze auf die niedrigste Stufe stellen und Topf von der Platte nehmen. Die Eiermischung und den Zucker einrühren, dann alles auf der Platte so lange weiter rühren, bis die Mischung leicht andickt. Zum Schluss die Margarine einrühren, und voila!

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Unbeschreiblich leckeres, magisch satt machendes Butterbier (In meiner Hogwarts-Tasse, obviously. Die ich, ohne angeben zu wollen, stilecht in Kings Cross an Gleis 9 3/4 erworben habe. Oder was auch immer dafür ausgegeben wird, da das richtige Gleis nicht einfach so zugänglich ist). (Bitte von Kindern und Hauselfen fernhalten.)

Enjoy!

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Ostereier pflanzlich färben – ein Experiment

19 Apr

Rebecca hat 2011 Eier gefärbt – rein pflanzlich, ohne extra Eierfarbe zu kaufen. Unten seht ihr die Ergebnisse!
Die Zwergenmama hat übrigens auf ihrem Blog ebenfalls einen tollen Beitrag zum Ostereierfärben, sogar mit Motiven.

Es war einmal, in 2011…

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Leider ist dieses Osterfest, was meine guten Vorsätze (plastikfrei, vegan oder zumindest vegetarisch) angeht, äußerst inkonsequent verlaufen. Mehr dazu in ein paar Tagen, wenn ich meinen für das Plastikprojekt gesammelten Müll „auswerte“ – ich kann jetzt schon mal verraten, dass er Einiges an Schokoladenpapierchen enthalten wird.

Aber jetzt erst mal zu den positiven Seiten: Mit Naturfarben gefärbten Ostereiern und veganen Osterlämmchen, die übrigens überall sehr gut ankamen.

Da man es nicht wirklich erkennen kann… diese Eier sind (untere Reihe von links nach rechts) grün, rot, blau, rot und gelb. Ja, sind sie wirklich! Man muss nur fest dran glauben! 😀

Die Färbemittel, die ich benutzt habe, waren rote Beete („rot“), Blauholz („blau“), Zwiebelschalen („gelb“) und Brennnesseln/Matetee („grün“). Mit Ausnahme der blauen sind alle ein bisschen anders geworden, als ich sie mir gewünscht hatte – rot und grün blasser, da hätte ich wohl den Farbstoff noch kräftiger dosieren dürfen, und gelb dunkler, als ich es wollte. Aber alles in Allem bin ich ganz zufrieden – das Ergebnis ist optimierbar, sicher, aber es hat immerhin vier unterschiedliche Farben ergeben.

Alle Farben noch mal in Nahaufnahme

Und…

Das gesamte Oster-Arrangement

Banane-Mango-Apfel-Kokos-Buchweizen-Kartoffel-Lämmchen an hartgekochten Eiern. 😉

Osterlämmchen: glutenfrei und vegan

18 Apr

Es gehört in meiner Familie zur Tradition, zum Osterfrühstück ein Osterlamm auf den Tisch zu bringen – aus Kuchenteig, versteht sich, nicht die Variante, die mal selbstständig blöken konnte. Und seit ich vor ein paar Jahren auf dem Straßburger Weihnachtsmarkt (!) eine gebrauchte Backform mit vier Lämmchen (die Backform meiner Mutter bäckt „nur“ eines, dafür aber größer) erstanden habe, ist die Aufgabe, für dieses Gebäck zu sorgen ohne konkrete Absprache irgendwie an mich übergegangen.

Nun stellt sich allerdings die Frage, wer die überzähligen Lämmchen bekommt – wir essen schließlich nicht mehr als eines selbst. Und weil ich mit unserer Nachbarin und mit Stephie zwei Personen als Empfänger im Auge hatte, die etwas spezielle Bedürfnisse im Bezug auf Nahrungsmittel haben (unsere Nachbarin verträgt kein Gluten und Stephie ist bekanntermaßen hauptsächlich vegan), habe ich mich voller Enthusiasmus ans Ausprobieren neuer Kuchenrezepte gemacht.

Der erste Kommentar, den meine Mutter parat hatte, als ich ihr von meinen Plänen erzählte, war: „Vergiss es! Ich esse nix, in dem kein Ei ist!“

Nach einigem Hin und Her ist es uns allerdings gelungen, einen Kompromiss zu schließen: Wenn ich ein zufriedenstellendes Rezept finde, darf ich dieses Jahr vegan backen. Glutenfrei war nicht das große Problem, denn dafür musste ich nur das herkömmliche Mehl durch Buchweizen- und Kartoffelmehl ersetzen.

Also gab es in Freiburg schon mal eine Probe-Backrunde, in der ich verschiedene Fruchtmuse als Eiersatz ausprobiert habe. Das Ergebnis: Apfel und Rhabarber schmecken zwar toll (Rhabarber war, denke ich, sogar mein Lieblingsgeschmack unter den ausprobierten), sinken aber etwas ein. Banane und Mango behalten dafür schön ihre Form.

Reste eines Mangomuffins

Nun bin ich aber persönlich kein riesiger Mangofan (ich mag den Geschmack ab und zu, aber meistens eher nicht so gerne) und mein Bruder lehnt Banane ab.

Im Endprodukt habe ich also als Geschmackszutat Apfelmus mit einer kleineren  Menge Banane und einem Rest Mango vermischt.  Die Lämmchen haben eine schöne Form bekommen und schmecken nach Kokos-Apfel mit einem Hauch Banane-Mango. 😀


Einziger Wehrmutstropfen: In meinem ersten Versuch habe ich Apfelmark verwendet, also ungesüßtes Mus. Für die Lämmchen stand das nicht zur Verfügung (es seidenn, ich hätte es selbst gekocht, was ich kurz in Erwägung gezogen, dann aber für dieses Mal wieder verworfen habe), ich habe die Menge zugesetzten Zuckers unterschätzt und deshalb etwas übersüßt.

Nun gibt es also pappsüße Osterlämmchen. 🙂

Ein Bild davon, wie sich das fertige Produkt auf unserem Osterfrühstückstisch ausgenommen hat, werde ich bei Gelegenheit (hoffentlich denke ich dran) nachliefern.

(Anm. Stepheph: Dies ist ein wiederveröffentlichter Beitrag von Rebecca  aus dem Jahre 2011)

Der Zyklus-Monitor: Menstruations-Apps, Websites und -Chroniken

12 Sep

Willkommen, ihr Mondgöttinnen! 😉

Da dieser Blog von zwei Menschen aus dieser demographischen Gruppe betrieben wird, heute mal wieder ein Beitrag, der hauptsächlich für menstruierende Menschen von Interesse sein dürfte.

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BLUTBLUTBLUTBLUTBLUT!
Ein Beitrag für alle, die nicht wie Lady Macbeth ständig rot sehen wollen.

Seit ich auf die dunkle Seite der Macht gewechselt, also unter die Smartphone-User gegangen bin, habe ich angefangen, mich für ein Phänomen zu interessieren, das mir zuvor völlig fremd war: Apps, Websites und andere Hilfsmittel, die mensch dabei helfen, den (meistens eigenen) Menstruationszyklus im Auge zu behalten. Zwar habe ich während meiner Schulzeit zeitweise versucht, über Kalender-Eintragungen meine Blutungen im Gedächtnis zu behalten und damit besser darauf vorbereitet zu sein, wann ich mich das nächste Mal mit Tampons und Schmerzmitteln ausstatten sollte (das war noch vor meiner Zeit als Mooncup-Enthusiastin), aber mein Kalender-Gebrauch beschränkte sich meistens auf eher kurze Affären, und wann immer ich wieder mit guten Vorsätzen anfange, einen zu führen, endet er nach einigen Wochen oder Monaten doch wieder als Staubfänger.

Mein Handy allerdings ist, zumindest seit ich ins Unileben gestartet bin, ein zwar nicht permanent genutzter, aber doch ständiger Begleiter. Und weil ich außerdem zur Faulheit neige, fand ich den Gedanken, dass mir ein Programm die Denkarbeit abnehmen könnte, auf meine nächste Periode vorbereitet zu sein, sofort sympathisch. Seitdem habe ich gemerkt, dass diese Option durchaus auch Menschen offen steht, die keine Smartphones besitzen, also potentiell für alle menstruierenden Leserinnen dieses Blogs interessant sein sollte. Natürlich sagt es einiges darüber aus, wie ich mit meinem Körper und meiner Umgebung umgehe, dass ich es als Erleichterung empfinde, den Überblick über meinen Zyklus einem technischen Hilfsmittel anzuvertrauen… Aber schließlich soll das hier kein selbstreflektiver Essay werden. Stattdessen ein kurzer Überblick darüber, was Perioden-Tracker leisten, bevor ich näher darauf eingehe, warum ich diese Hilfsmittel für potentiell ökofreundlich halte.

Im Prinzip operieren alle Tracker, denen ich bisher über den Weg gelaufen bin, nach dem selben Prinzip: mensch hält Informationen fest über die Tage, an denen der Körper Blut absondert, und erhält darauf aufbauend eine Prognose, wann es das nächste Mal losgeht. Smartphone-Apps (und ich vermute, auch webbasierte nicht-Smartphone-Services, obwohl ich diese nicht persönlich ausprobiert habe) operieren meist mit einem Standardzyklus, der davon ausgeht, dass die nächste Periode z.B. 28 Tage nach Ende der vorhergehenden startet. Mit der Zeit werden dann aus den tatsächlich eingegebenen Daten die für die Einzelnutzerin zutreffenden Zykluszeiten errechnet.  Je nach Kompexität des Programms lassen sich außerdem weitere Einzelheiten festhalten, z.B. welche Schmerz- und sonstigen Symptome an den einzelnen Tagen präsent waren, welche Körpertemperatur damit einhergeht, etc. Einige Anwendungen beschränken sich auf Aussagen über zurückliegende und bevorstehende Blutungen, andere markieren auch fruchtbare und unfruchtbare Tage. Ich selbst benutze die App „Period Tracker„, weil sie mir unter allen verfügbaren Designs noch am vertretbarsten und nützlichsten erschien – ein Aspekt dieser Programme, der mir gewaltig auf die Nerven geht, ist nämlich ihre hyper-feminine Darstellung, die anscheinend nicht ohne vieel Pink und Blümchen auskommt. Dass es auch menstruierende Menschen gibt, die andere Farben favorisieren und die das Wort „fruchtbar“ auch ohne Blümchen-und-Bienchen-Allegorie verstehen, scheint den Macher*innen noch nicht aufgegangen zu sein. Die einzigen nicht-pinken Apps, die ich zu diesem Zweck finden konnte, sind ausgesprochene Machismo-Manifestationen, die es Männern ermöglichen sollen „die verrückten Launen ihrer crazy Bitches“ im Auge zu behalten. Offensichtlich liegt mir nichts daran, den Gedanken zu unterstützen, dass menstruierende Frauen gefährliche Emotionsbomben sind, vor denen sich Männer in Acht nehmen sollten, weshalb ich diese Programme sicher nicht nutzen werde. Für Menschen, die ein technikbasiertes Zyklus-Kalenderprogramm nutzen wollen, aber kein Smartphone haben oder es dafür nicht nutzen wollen, gibt es Angebote wie MonthlyInfo.com (Erinnerungsnachrichten per e-Mail oder SMS), und für diejenigen, die ganz und gar analoge Methoden bevorzugen, Kalenderbücher, in denen sich die entsprechenden Informationen festhalten lassen.

Warum denke ich nun, dass es potentiell ökologisch sein könnte, solche Programme zu nutzen?

Zwar bringen sie eine gewisse Techniknutzung mit sich, aber zumindest die Smartphone- und Internetbasierten Angebote erfordern keine Anschaffung von weiterem Equippment, was den ökologischen Fußabdruck minimal macht. Dagegen helfen die Programme vergesslichen Menschen wie mir, auf die nächste Periode vorbereitet zu sein, und eliminieren damit die Notwendigkeit, schnell auf irgendwelche improvisierten (Einweg-)Monatshygiene-Artikel zurückzugreifen.

Darüberhinaus machen die meisten Anwendungen, wie bereits erwähnt, Aussagen über fruchtbare und unfruchtbare Tage und bieten damit eine Möglichkeit, auch für Verhütungszwecke auf weniger abfallgenerierende Methoden zurückzugreifen.

Zu diesem Zweck gibt es außerdem mehrere Verhütungscomputer mit eingebautem Thermometer (die Basalthemperatur, die man möglichst vor dem aufstehen misst, erhöht sich offenbar, wenn man seinen Eisprung hat) und Funktionen um seine Perioden und Zyklusschleimkonsistenzen etc einzugeben. Aber es gibt auch, wer nicht mehrere hundert Euro für ein Thermometer ausgeben möchte, Computerprogramme, die die selbe Funktion erfüllen können. Ganz analog kann man mit einem Thermometer und Fingerspitzengefühl auch alles in einen speziellen Kalender eintragen wie z.B. in den „Alle meine Tage“ Menstruations- (und bei Bedarf Fruchtbarkeits-) kalender. Leider mit ein paar Blümchen. Auch hier kann man sowohl Stärke der Periode sowie die Länge eintragen.

Der Zweck, den alle diese Fruchtbarkeitsmessungen verfolgen, ist je nach Lebenssituation ein unterschiedlicher: entweder, sie helfen, die fruchtbaren Tage zu ermitteln und somit die Chance auf Empfängnis zu erhöhen, wenn die Zeichen gerade auf Familienerweiterung stehen. 🙂 Oder aber sie geben Auskunft darüber, an welchen Tagen keine Gefahr besteht, schwanger zu werden, und eliminieren damit an diesen Tagen die Notwendigkeit, zur Verhütung etwa auf Kondome zurückzugreifen (sofern man diese nicht zum Schutz gegen Geschlechtskrankheiten benötigt).

Party in my Pants: Boooo! Für durchgescheuerte Jeans.

5 Sep

Gute Tageszeit, ihr Indigofasern! (Ja, ich habe zu viel Little Mosque on the Prairy gesehen und werde mir ab jetzt ein Beispiel an Yasser Hamoudi nehmen und mit seltsamen Kosenamen um mich werfen. Glad we talked about this. 🙂 )

Ich weiß auch nicht so genau, welche Abenteuer sich zwischen meinen Schenkeln abspielen, wenn ich grade nicht hinkucke, aber irgendwie schaffe ich es nicht, ein Paar Jeans länger als ein paar Monate zu tragen, bevor es im Schritt durchscheuert. Wenn mir nicht verschiedene Menschen aus meinem Bekanntenkreis bestätigt hätten, dass ihnen das nicht passiert, würde ich ja denken, ich überschreite einfach regelmäßig die Lebenserwartung von Jeanshosen und bin mit meiner Knickrigkeit selbst schuld an der Misere. Aber anscheinend habe ich einfach Schenkel, die dazu geschaffen wurden, der Albtraum jedes Beinkleides zu sein.

Wenn es mal wieder so weit ist und ich merke, dass der Stoff einer gern getragenen Hose verdächtig dünn wird, versuche ich normalerweise, sie dadurch zu retten, dass ich von innen ein Stück Jeansstoff dagegennähe – was oft auch hilft, allerdings den Zeitpunkt des Ablebens nur unwesentlich hinausschiebt. Irgendwann ist dann auch die liebste Lieblingsjeans an dem Punkt angelangt, an dem ich sie einfach nicht mehr tragen mag, weil durchgescheuerter und mit Zickzackstich übernähter Stoff zwischen den Beinen einfach einen merkwürdigen Eindruck macht… auf mich selbst, wenn schon nicht auf andere.

Aber wie gesagt. Wenn eine Hose es so lange in meinem Besitz ausgehalten hat, ist sie mir normalerweise lieb und teuer, und ich lasse sie nicht gerne ziehen. Weshalb ich jetzt auch endlich einen Weg gefunden habe, ruinierte Jeans als Hotpants weiter tragbar zu machen:

 

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First of all werden dem guten Stück die Beine abgeschnitten. Ja, wirklich so weit, denn wie gesagt, da liegt meine Problemzone. Aber nicht wegwerfen, was jetzt noch übrig ist! Das wird noch benötigt. Das heißt, alles bis auf den Fetzen Stoff, der daran schuld ist, dass die Hose umfunktioniert werden muss. Der ruinierte Teil muss natürlich weg:

 

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Als nächstes gilt es, den Beinumfang zu messen. Davon habe ich leider kein schönes Foto, aber ihr könnt es euch sicher vorstellen – einmal mit dem Maßband um die Stelle, an der die abgeschnittene Hose jetzt aufhört. In dieser Länge Stoffstreifen aus den abgeschnittenen Beinen herausschneiden, die drei Mal so breit sein sollten, wie es das Bein der neuen Sommerhose sein soll. Als nächstes werden sie nämlich rundherum an die abgeschnittene Hose angenäht:

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Cleverere Menschen als ich achten dabei darauf, dass die Naht nach außen zeigt – in einem nächsten Schritt wird das neu angenähte Bein nämlich umgekrempelt und lässt damit einiges sehen, was ursprünglich auf seiner Innenseite lag. Bevor das passiert, muss allerdings der angenähte Streifen noch zu einer Runde geschlossen werden, siehe Foto oben. Damit der umgekrempelte Stoff dann auch an seinem Platz bleibt, bietet es sich unbedingt an, ihn mit ein paar handgenähten Stichen zu fixieren:

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Und mit diesen paar wenigen, vergleichsweise einfachen Schritten kommen sogar Nähbanausinnen wie ich zu einem neuen Beinkleid!

 

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Bevor der Sommer ganz vorbei ist: Selbstgemachte Limonade

17 Aug

Guten… Nachmittag, meine Minzblättchen!
Während Stephie noch ihren wohlverdienden Urlaub genießt und ich meine Blogging-Kräfte sammle, um endlich wieder aus dem Posting-Tief herauszukrabbeln (ja, da warten noch so ein paar Beiträge darauf, geschrieben zu werden…), versüßt euch doch die Wartezeit mit einem Glas selbstgemachter Limonade!

Da mich die letzten Wochen in Freiburg in ein im abgedunkelten Zimmer eiswürfelhaltiges Zeug schlürfendes Monster verwandelt haben, habe ich beschlossen, die ewige Eistee-Parade mal zu unterbrechen und stattdessen das folgende Rezept meiner (nicht mehr ganz so neuen) Lieblingswebsite Autostraddle auszuprobieren:

 

6-8 Zitronen (bei mir waren es drei große… kommt wohl darauf an, wie sauer mensch seine Limonade schätzt!)3/4 Tasse brauner Zucker
1/2-1 Tasse Minze
5 Tassen Wasser

 

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Zuerst wird der Zucker mit einer Tasse Wasser aufgekocht, damit er sich auflöst und später gut im Getränk verteilt. Ich habe ihn lediglich mit heißem Wasser übergossen, was auch gut funktioniert hat, allerdings könnte es sein, dass heißere Temperaturen den nächsten Schritt fördern. Sobald der Zucker nämlich aufgelöst ist, wird die Minze etwas in den Händen zerdrückt (damit sie ihr Aroma besser preisgibt) und zum Ziehen in den Sirup geworfen. Je länger die Mixtur Zeit hat, zu ziehen, desto besser, aber ich war ungeduldig, also habe ich sofort weitergemacht!

Nun bleibt eigentlich nur noch, die Zitronen zu entsaften, alle Zutaten mit dem verbleibenden Wasser zu mischen, und nach Geschmack die Mixtur kalt zu stellen bzw. mit Eiswürfeln zu versetzen. Das Rezept, an dem ich mich orientiert habe, wollte eigentlich nur den Saft der Zitronen, aber da ich ja die Zitronenmenge schon reduziert hatte, wollte ich alles Lemon-Aroma aus den Früchten herausholen, und habe mich entschlossen, außerdem die Schale einer (Bio)Zitrone und das sämtliche Fruchtfleisch mit in den Mix zu werfen. Letzteres wäre potentiell mühsam, wenn man sorgfältig alle Kernchen entfernen wollte. Allerdings habe ich nach zwei herausgepopelten Kernen beschlossen, dass kernloser Zitronensaft vermutlich nur eine Erfindung des Patriarchats ist, das uns glauben machen will, unsere Körper seien in ihrem Naturzustand nicht begehrenswert und Frauen hätten außerdem sowieso nichts besseres zu tun, als den halben Tag für ihre schwer arbeitenden Männer kernlose Limonade zu mixen. 😉 Dem wollte ich mich dann doch nicht anschließen, soll heißen: ich habe beschlossen, dass mich Kerne in der Limo nicht stören. Wer das anders sieht, darf natürlich gerne Zeit mit Kernchensammeln verbringen, oder findet vielleicht ein Sieb, das die Kerne draußen hält und das Fruchtfleisch durchlässt!

Cheers!

Der nützlichste Gegenstand im Universum

24 Mrz

Dieser Beitrag wird eine sehr persönliche Sache für mich.
Das ist ein seltsames Gefühl, wo ich doch normalerweise über so unpersönliche Dinge wie meine Monatshygiene schreibe (mal ehrlich, wer unterhält sich darüber nicht mit jedem beliebigen Fremden auf dem virtuellen Marktplatz?).

Aber diesmal geht es noch ein bisschen tiefer, in die tiefsten emotionalen Abgründe meiner Seele, sozusagen. Ich habe mich nämlich verliebt. Und ich war ganz, ganz knapp davor, mich für immer zu binden, bevor etwas ganz grandios schief gelaufen ist. Vielleicht erzähle ich die Geschichte besser von Anfang an.

Wir kennen uns seit ungefähr zwei Jahren, als wir uns in einem kleinen FairTrade-Laden in Weimar das erste Mal über den Weg liefen. Eigentlich war mir auf den ersten Blick klar, dass ich ihn interessant finde, aber weil ich immer sehr vorsichtig bin damit, erste Schritte zu tun, dauerte es eine Weile, bis ich mir sicher war, dass ich ihn mit nach Hause nehmen wollte. Was folgte, war eine stürmische Affäre, von der ich zuerst nicht dachte, dass sie für mich besonders exklusiven Charakter annehmen würde, aber je länger wir uns kannten, desto mehr musste ich mir eingestehen, dass ich eigentlich keinen Anderen mehr in meinem Leben wollte. Bis vor ein paar Tagen, als mich in einem kleinen Souvenirgeschäft in Siwa wieder der Blitz traf. Und jetzt stehe ich da mit meiner unmoralischen Entscheidung, und weiß nicht, auf welche Seite ich mich schlagen soll.

Zum Glück ist das aber alles kein großes Drama, denn ich kenne durchaus Leute, die mit zwei Schals in ihrem Leben ganz gut leben können, und es kam bisher noch nicht zu größeren Eifersuchtsausbrüchen. Im Gegenteil, die beiden verstehen sich blendend. 😉

Und was ist nun der Grund dafür, dass ich diese ganze Tirade hier ablasse? Mein tiefes inneres Bedürfnis, zu sinnlosem Schalkonsum aufzurufen? Das würde irgendwie nicht sonderlich gut in diesen Blog passen. Im Gegenteil, ich möchte eine Lanze brechen für Gegenstände, die sich multifunktional einsetzen lassen und damit besonders auf Reisen zwei Öko-Fliegen mit einer Klappe schlagen:

1)      Obviously braucht man nur eine Sache zu kaufen, wo man sonst vielleicht drei oder vier gekauft hätte, und spart damit hoffentlich Ressourcen ein.

2)      Man spart sich Platz im Gepäck, und je weniger Gewicht es zu transportieren gibt, desto kleiner der CO2-Ausstoß, desto größer die Chance, dass man sich entscheidet, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren, etc.

Einen dieser multifunktionalen Gegenstände habe ich in meinen Baumwoll-Schals entdeckt und damit festgestellt: Der nützlichste Gegenstand im Universum ist definitiv kein Handtuch (wie es „The Hitchhiker´s Guide to the Galaxy“ behauptet). Der nützlichste Gegenstand im Universum ist ein Schal, um genauer zu sein, mein Schal. Er erfüllt nämlich alle Zwecke, zu denen Douglas Adams einem ein Handtuch empfehlen möchte, wiegt dabei noch weniger und sieht besser aus.

Klingt komisch, ist aber so. 😉

Eine kleine Liste der Dinge, zu denen sich mein Schal eignet:

1)      Als Schal. Haha. Wer hätte das gedacht?

2)      Als Decke. Vielleicht nicht empfehlenswert für ein nächtliches Camp in der Wüste, aber eine echte Erleichterung im Flugzeug oder auf langen, auf Minusgrade heruntergekühlten Busfahrten (besonders in Ägypten ein sehr häufiges Phänomen).

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3)      Als Kopfkissen.  Bei ähnlichen Anlässen. (Fangt ihr an, zu verstehen, was mich in die Polygamie getrieben hat?)

4)      Als Bettbezug. Oh, mein Schatz, hätte ich dich doch nur neulich in Alexandria dabeigehabt. Dann hätte ich nicht auf einem verschimmelten Kopfkissen schlafen müssen.

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5)      Als Handtuch. Funktioniert natürlich nur bei richtigem Material und richtiger Machart, aber mein Schal erweist sich bisher als recht saugkräftig (oder wie auch immer das schöne Wort aus der Küchenpapierwerbung heißt).

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6)      Als Rock/Oberteil/Wickelkleid – der modischen Variationsvielfalt setzen da nur Größe des Schals und die eigene Kreativität eine Grenze. 😉 Ich persönlich würde darauf allerdings eher  nur im Notfall zurückgreifen.

7)      Als Kopfbedeckung. Willkommen sowohl bei Moscheebesuchen als auch längeren Aufenthalten in der Sonne. Und sollte dann noch Sand oder Staub dazu kommen, lässt er sich optional auch noch zum Gesichtsschutz umfunktionieren.

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8)      Als Sichtschutz.

9)      Als Schranktür. Der Schrank in meinem Zimmer hat leider keine mehr, aber ein weiteres Mitglied meiner Schalfamilie sorgt dafür, den Staub halbwegs von meinen Kleidern fern zu halten.

10)   Als behelfsmäßige Tasche. Sogar relativ belastbar.

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11)   Als Fußstütze im Bus. An die Rückenlehne des Vordersitzes geknotet, hat mir das tatsächlich eine Sitzposition ermöglicht, in der ich halbwegs schlafen konnte. (Szene nachgestellt.)

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12)   Vermutlich auch, analog zum Handtuch, als Waffe. Mit Wasser vollgesaugt und wild um sich geschwungen, dem möchte ich nicht zu nahe kommen. Habe ich allerdings noch nicht ausprobiert.

Habt ihr auch solche Schätze, die ihr einfach nicht mehr von eurer Seite lassen wollt?

PS: 42.

Wanted: Wasserfilter-Expertise

8 Feb

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Es ist mal wieder so weit… mein nächster Besuch in Ägypten steht an. Und anstatt mich wieder (wie das vorletzte Mal, als ich in meiner Kairoer Wohnung keinen Wasserhahn mit Filter zur Verfügung hatte) über das unglaubliche Aufkommen an Plastikflaschen zu ärgern, das sich sicherlich schnell anstauen wird, wenn ich mein Trinkwasser auf diese Weise besorge, und damit zur allgemeinen Plastikmisere beizutragen, will ich diesmal vorausplanen und mir möglichst einen Wasserfilter mitbringen. Das Problem ist nur – welchen? Der einzige Wasserfilter, den ich bisher in Deutschland (genauergesagt, bei Stephie zuhause!) benutzt habe, besteht aus einer Plastikkanne, in die oben ein Filter eingesetzt wird, etwa so.

Leider hat dieses Modell mehrere Nachteile: Es ist vergleichsweise sperrig, beim Transport potentiell bruchanfällig (es sollte eigentlich in meinem Rucksack den Flug überstehen) und obviously aus Plastik.

Wenn ich Blackle nach Begriffen wie „Wasserfilter Reise“ suchen lasse, kommen schon praktikablere Angebote, allerdings auch welche, die mein Budget momentan definitiv überschreiten. 120 Euro für sauberes Trinkwasser? Ich weiß, ich jammere auf hohem Niveau, aber… wie war das noch mal mit dem Menschenrecht auf Wasser?

Dazu kommt, dass gerade Produkte für Outdoor-Reisen oft hauptsächlich auf Bakterien und andere Organismen ausgerichtet zu sein scheinen. Bei denen bin ich mir eigentlich ziemlich sicher, dass das reichlich vorhandene Chlor im Kairoer Trinkwasser sie abtötet. Meine Sorge gilt eher den Schwermetallen und – naja – dem Chlor selbst.

An diesem Punkt meiner Recherche war ich so weit, einzusehen, dass ich vielleicht nicht weiterkomme, wenn ich nur in der Beschreibung der einzelnen Modelle danach suche, ob sie mir auch bei schwermetallbelastetem Wasser helfen oder nicht. Aus irgendeinem Grund scheint das ein Punkt zu sein, den viele Anbietende gar nicht in Erwägung ziehen (gibt es wirklich so viel mehr Outdoor-Extrem-Survivalists als Menschen, die in Großstädte mit schlechten Wasserleitungen fahren?). Immerhin wusste ich durch meine bisherige Suche schon ein paar Stichworte, nach denen ich suchen konnte, u.A. Aktivkohlefilter und Umkehr-Osmosefilter.

Was ich zu Aktivkohlefiltern finde (z.B. hier und hier) lässt darauf schließen, dass sie neben Pestiziden und Organismen auch Schwermetalle aus dem Wasser filtern. Außerdem gibt es sie vergleichsweise günstig, mein momentaner Favorit ist der Aquasy Reisefilter, bei dem ich lediglich fürchte, er könnte evtl. nicht auf jeden Wasserhahn aufsetzbar sein, auf den ich treffe.

Umkehr-Osmosefilter filtern wohl auch Mineralstoffe aus dem Wasser heraus, die man eigentlich gerne mittrinken würde, außerdem sind sie um einiges teurer, also kommen sie für meine Zwecke wohl eher nicht in Frage.

Die dritte Variante, bei der ich bislang nicht herausgefunden habe, ob sie überhaupt gegen Schwermetalle helfen, sind Keramikfilter. Da gibt es sehr schicke Modelle als Trinkflasche und Reisefilter, aber leider auch recht kostspielig.

Hat jemand von euch schon Erfahrungen gemacht mit transportablen Wasserfiltern? Und vielleicht sogar ein günstiges, gutes Modell zu empfehlen?