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Pflanzenwahnsinn auf der Fensterbank

4 Mai
Litschi vogelpersp

Litschitomate von oben

Ist Urban Gardening ein Trend, oder Symptom einer neuen Mentalität? Ich hoffe auf Letzteres. Mein noch sehr kleiner, aber feiner zweiter Vorstoss in die Fensterbankgärtnerei. 🙂

Blüte joh

Gelbe Johannisbeertomate Blüte

grün tomate

Noch grüne Tomätchen. Einige Blüten fallen jedoch komplett ab, ohne eine Tomate zu bilden.

    Das Urban Gardening hat mich wieder! Naja, falls man meine paar Pflänzchen auf der Fensterbank „Urban Gardening“ nennen kann. Die zwei Tönnchen mit Topinambur drin schon eher. Seit ich auf einer Samentauschbörse der Cityfarm Augsburg war, bin ich im Gärtnerfieber.  Meine dort gegen Spende erstandenen zwei (gelben) Johannisbeertomaten und die überlebende Litschitomategedeihen ganz prächtig, und im Falle der Litschitomate: ganz schön stachelig! Die 1 cm großen Sprößlinge sind seit Anfang März auf erstaunliche 30 cm herangewachsen. Die Pflanzen haben alle drei bereits Knospen, und: grüne Tomätchen! *_*

fliegenfang

Apfelsaft mit einem Spannungsbrecher (Seife, Spüli, Waschmittel) klappt bisher am besten

Für mich als Tomaten-Ersti natürlich eine ganz aufregende Sache. Insgeheim hoffe ich ja, dass die Tomaten bald reif werden und ich gleich neue Johannisbeertomaten anpflanzen kann :). Bisher waren alle Pflanzen ausser an sonnigen Tagen im Haus. Sie sind sehr gesund, allerdings habe ich eine schwarze wie eine weiße Fliegenplage, die ich mit Schälchen Apfelsaft mit einem Spritzer Spülmittel unter Kontrolle halte (naja, es versuche). Bei den schwarzen Fliegen klappt das.

Johannisbeertomaten

Gelbe Johannisbeertomate

Die weißen Fliegen sind offenbar eine richtige Tomatenplage, hui.  Aber am allerliebsten nisten die kleinen Viecher im Basilikum. Ich mache es einfach so, dass ich sehr oft die Unterseite der Blätter überprüfe. Wenn ich (viele) Eier sehe, entferne ich das Blatt. Bei einzelnen Eiern und Fliegen tu ich sie so zerdrücken, bisher hält sie das in Schach. Es gibt auch ganz verschiedene Mischungen an Natron/Öl/Spülmittel und so weiter um die Anzahl der Viecher zu reduzieren.

Litschi

Litschitomate Blüte

Die stachelige Litschitomate ist eigentlich gar keine Tomate. Sie soll 1-2 Meter groß werden. Meine ist bisher 30 cm und hat jede Menge Stacheln! Ich schüttele täglich wenn ich vorbeigehe die Pflanzen etwas, damit sie kräftige Stämme entwickeln und die Bestäubung klappt (obwohl ich da auch mit einem Pinsel rum dilettiere) und die Litschi-Tomate ist wirklich pieksig. Von der Fliegenplage ist sie weitgehend verschont – in den letzten zwei Tagen sitzen schwarze Fliegen auf ihr, die komischerweise schon tot zu sein scheinen. Der Schurke freut sich auch schon ganz besonders auf die Früchte der Litschitomate. 🙂

Side Projects sind dann noch neben Topinambur der Okra. (Beides ebenfalls von der Cityfarm) Er kommt irgendwie nicht aus dem vier Blatt Stadium heraus, ist aber kräftig. Ich gieße ihn aber auch sehr wenig, da er angeblich viel Wasser nicht mag, und er ist noch in 10 cm Töpfchen. Okra ist eine afrikanische Schotenfrucht, die hier nicht so gut wächst. Deshalb ist sie auch im Haus, bis es draussen mindestens 15° C hat. Die trockene Erde um die Okras scheint jedoch ein Fliegenparadies zu sein.

Gerade freue ich mich ganz besonders auf Sonntag: Ich habe entdeckt das eine Urban Gardening Initiative, der Interkulturelle Garten in Augsburg, ein Frühlingsfest mit Gartenflohmarkt veranstaltet! Und ein Gartenflohmarkt heißt hoffentlich viiiele Samen von alten Sorten und Setzlinge. Meine derzeitigen Ambitionen ist Chilils zu meinem Mini-mini Indoor Gärtchen  hinzuzufügen.

Ich gestehe, ich habe bei den nachfolgenden Links nur geschmökert und nichts gekauft. In Baumärkten und in Gärtnereien hatte ich auch immer wieder Chilis und Paprikas in den Händen, aber ich hoffe ja dass ich mir die alle bald ertauschen werden. Auf Rühlemanns Seite habe ich aber schon sehr viel Zeit verbraucht. Tolle Auswahl an Sorten, Samenfest, und dieses Mexikanischen Minigürkchen zum naschen muss ich irgendwann unbedingt ausprobieren.

Alte und Samenfeste Sorten kaufen:

Rühlemanns Duftkräuter, Würzkräuter und Heilkräuter. Und noch viel mehr! Viele ungewöhnliche Sorten gibt es hier zu finden.

Vern: Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von alten Nutzsorten.

Bingenheimer Saatgut

Zu „samenfesten“ Sorten hier ein toller Beitrag von BioBalkon.de

 

Urbane Gartenprojekte in Augsburg

Cityfarm Augsburg –> sucht gerade eine neue Fläche in der Umgebung von Oberhausen. Tipps erwünscht!

Grow Up! Interkultureller Garten Augsburg –> Frühlingsfest und Gartenflohmarkt am 4.5.!

Guerilla Gardening Augsburg

 

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Ich glaub, es hanft!

9 Feb

Hanf! Die Wunderpflanze hat mich nun auch. Ganz meinem Jahresvorsatz, mein Geld (und meinen Blog 😉 ) sprechen zu lassen habe ich mir vorgenommen mehr Hanfprodukte zu kaufen. Es ist schließlich ein schnell nachwachsender Rohstoff, aus dem man Papier, Seile, Hanföl als Benzin, Bioplastik, Dämmmaterial, Speiseöl, Samen, Protein, Mehl und Textilien aller Art herstellen kann. Und es kann auch ganz leicht in fast allen Breitengraden angepflanzt werden. Übrigens war das erste Ford Auto war aus Hanfplatten und fuhr mit Hanfbenzin. Schade, welche Wendung die Automobilindustrie genommen hat…

DSC_0297

Heute kam dann meine Kiste mit Hanfprodukten, die mir der Internetshop Hanfprodukte.de zum Reviewen geschickt hat. Ich bin rundum glücklich: Ich habe mich mit einer Hanfpeelingseife gewaschen, Hanf Bodymilk hinterher benutzt, mit meiner ganzen Familie Hanf-Früchtetee genossen und am Abend einen leckeren Früchteproteinschake mit Bio-Hanfprotein getrunken. Der hat gezeigt , dass Protein gesund, rohköstlich und lecker sein kann. Vor allem von dem Protein bin ich sehr begeistert, und ich möchte mir trotz des Preises noch eins kaufen, wenn es leer ist.

Schade finde ich, dass auch der Nutzhanf sehr in Deutschland kriminalisiert wird, obwohl er keine psychoaktiven Eigenschaften aufweist. Angeblich soll die Schwesterpflanze, die diese Eigenschaften hat komplett ungefährlich sein, vergleichbar mit Kaffee. Jedenfalls ist es so, dass Nutzhanf strengen Auflagen unterliegt der Grund, weshalb er nicht mehr ein so vielgenutzter Rohstoff ist wie in früheren Jahrhunderten, und somit etwas teurer ist. Dabei ist Hanf die perfekte Nutzpflanze: praktisch resistent gegen Schädlinge, Unkraut und Krankheiten. Und den Boden laugt er (im Gegensatz zu Leinen, dass nur alle 7 Jahre auf dem selben Boden angepflanzt werden kann!) kaum aus. Als Lebensmittel ist Hanf auch sehr gesund. (Keine Angst – ohne irgendwelche psychoaktive Nebenwirkungen! 😉 ) Es enthält Linolen- und Linolsäure wie Leinsamen, natürliches Eiweiß, Mineralstoffe, gesunde Fettsäuren, ist frei von cholesterin und gluten, ergo: man muss Hanf bis in den Himmel loben, sowohl als Lebensmittel wie auch als Rohstoff.

In den nächsten Tagen kommen:

  • Review zu Hanftee, seinen Inhaltstoffen, Gesundheitswert, Geschmack, Geruch, Verpackung
  • Review zu Hanfseife, seinen Inhaltsstoffe, Geruch, Reinigungswirkung, Verpackung
  • Review zu Manitoba Hanfprotein, Inhaltsstoffe, Geschmack, Geruch, (Smoothie-)Rezepte, Verpackung

 

Anmerkung 17.03.14: Obwohl ich mit dem Shopbesitzer Jan Wittstock immer einen sehr netten und freundlichen Umgang habe, mache ich mit der separaten Firma die die Rechnungen des Hanf Shops verwaltet – Billpay – sehr, sehr schlechte Erfahrungen. Bei meinem ersten Einkauf wurde vergessen, ein Gutschein abzuziehen, obwohl es auf der offiziellen Rechnung stand. Seitdem kriege ich ständig Mahnungen, obwohl ich ihnen ein Bild der offiziellen Rechnung geschickt habe und obwohl ich den Betrag der Rechnung fristgerecht überwiesen habe. Unglaublich.

Ich mach Tofu, Tofu, Tofu – ähm… was hab ich denn da produziert?!

22 Feb

Ich habe bisher zwei Versuche unternommen, Tofu herzustellen, leider ist beim Zweiten nur das Ergebnis photographisch dokumentiert – aber der Vorgang war ja der Gleiche.

Nützlich hinsichtlich Anleitung war vegan-sein.de und Rezepte-nachkochen.de – dabei kann ich uneingeschränkt den ersten Link empfehlen.

Zur Tofuherstellung braucht man eigentlich nur Sojamilch und ein Gerinnungsmittel – und das kann Zitronensaft oder Essig sein, oder, obskurer klingend, Calciumsulfat, Calciumchlorid oder Nigari (Magnesiumchlorid).

Ähm, ich glaube ich halte mich erst mal an Zitronensaft und Essig. Das klingt so vertraut. Ansonsten braucht man nur ein Tuch (Windeltuch, Mulltuch) und ein Sieb.

Topf mit Sieb...

Das Rezept ist denkbar leicht: Einfach 1 Liter Sojamilch bis kurz vor den Siedepunkt erwärmen (ein Thermometer mag nützlich sein, aber ich glaube nicht zwingend) und 1 Teelöffel Gerinnungsmittel (Zitronensaft) einrühren. Dann warten, bis es gerinnt.

Versuch 1 –

Es gerinnt, es gerinnt!!

Nur leider nicht viel.

Einen Teelöffel zu dritteln ist wahrlich nicht leicht…

Ich halte mich genau an den beschriebenen Prozess von Rezepte-nachkochen, und rühre vorsichtig drittelweise den Teelöffel Zitronensaft in die (Bruno Fischer Sojadrink) Sojamilch. Der Effekt, möglichweiser auch aufgrund meiner Ungeduld, ist höcht mager. Es gerinnt, ja, aber an Tofu-artigem schöpfe ich nur einen Fingerhut voll aus der Molke.

Der Fingerhut voll Tofu…

Frustriert schütte ich das zwanzig Jahre alte Agar-Agar(eine wirklich übertriebende Menge Agar-Agar) meiner Mutter in die Milch  – noch immer kein großartiger Effekt. Ich kippe noch ein paar Haferflocken dazu, und beschliesse um 1:00 nachts, dass ich am nächsten Morgen eingeweichte Haferflockenpampe essen werde.

Am nächsten Morgen… Nach zwanzig Jahren funktioniert das Agar-Agar wohl doch noch. Oder haben das die Haferflocken verursacht? Egal, ich habe zwar kein Tofu, glaube ich, aber die Konsistenz schon!!

Aber, was tun mit diesem Sojaemmentaler? Ich hacke ihn in Würfel, und brate ihn mit Sojasauce an – er schmilzt in der Pfanne etwas, und wird dann wieder hart. Obwohl man es durchaus kritisieren könnte, schmeckt es gar nicht sooooooo  grausig schlecht… ein bisschen sehr nach Agar-Agar, bei der Menge die da reingekippt wurde auf jedenfall möglich….

 

 

 

 

 

 

 

Versuch 2 –

mit dem letzten Liter Sojamilch. Ich folge diesmal lieber den Anweisungen von vegan-sein.de.  Diese Dame hat ihre Erfolge schließlich photographisch festgehalten! Ich nehme eins meiner kostbaren Geburtstagsgeschenke, Zitronenessig, her und rühre auf einmal zwei Esslöffel davon in die Sojamilch (statt wie vorher nur einen Teelöffel). Ich stelle das ganze auf Stufe eins auf dem Backofen, stelle meinen Laptop in die Küche und mache etwas anderes. Später stelle ich ihn auf Stufe zwei – und schöpfe nach ca. 10-20 Minuten doch eine beträchtliche Menge in das vorbereitete Tuch im Sieb. Ich beschere das Ganze mit einem Holzbrettchen und viel Geschirr, und hoffe auf Tofu-konsistenz.

 

Im Endeffekt habe ich nun richtigen Tofu-streichkäse bekommen, bin damit aber auch sehr zufrieden. Ich konnte ihn auch gut vom Tuch lösen (und das Stoffmuster auf dem Tofu ist doch wirklich hübsch!) und auf Teller transferieren – die zwei Tage, die er überlebt hat, habe ich jeden Tag Wasser gewechselt im Teller. Er hat sich trotzdem nicht aufgelöst im Wasser. Dank dem Zitronenessig hat er auch ein ganz köstliches Aroma.

Vielleicht liegt es am Gerinnungsmittel Essig dass er cremig statt wabbelig geworden ist — zukünftige Versuche mit verschiedenen Gerinnungsmittel müssen Licht auf die Angelegenheit werfen!

Achja, die Molke… war immer noch gut als Sojamilch trinkbar, weshalb ich meine, dass ich da auch mehr Tofu hätte rausziehen können… vielleicht nächstes Mal ganz am Anfang noch mal besser umrühren. Ich war ein wenig Scheu, was das Rühren anging, da es auf vegan-sein.de hiess, dass sich das nicht-rühren bewährt hätte bei der Tofuherstellung.

Lieblingsmuffins: Backe, Backe Vegane Muffins – aber diesmal im Glas, bitte!

22 Feb

Ein paar Weck-Gläser von meiner Mutter entführt, und gleich ausprobiert: Backen und konservieren von Kuchen in einem Weckglas (bzw. Schraubglas… Vakuum eben). Ist ja erdenklich leicht: Gläser halb voll (2/3 ist zu viel, habe ich feststellen müssen) und nach dem Backen gleich zu machen. Eignen tun sich jegliche Kuchen- und Muffinrezepte – ich habe natürlich mein Standard-Lieblingsrezept „Kakao bzw Carob Muffins“ angewandt:

Rezept für 12 vegane Cupcakes von Ariane Sommer
Für den Cupcake-Teig:
225 Milliliter Kokosnussmilch
1 Teelöffel Apfelessig
150 Gramm Zucker (Stepheph: nehme ich ca. 2/3 der Menge)
80 Milliliter pflanzliches (Raps-)Öl
2 Teelöffel Vanilleextrakt
1 1/2 Teelöffel Mandelextrakt (lasse ich weg)
225 Gramm Mehl
100 Gramm Kakaopulver, ungesüsst (S: Ich nehme stattdessen ca. 2/3 der Menge Carob, einem Kakaoersatz aus dem Bioladen)
3/4 Teelöffel Natron
1/2 Teelöffel Backpulver
1/4 Teelöffel Salz

Mhmmm

Mmhmjamjam lecker schokoladig!

1. Den Ofen auf 180 Grad Celsius vorheizen (Stepheph: Sowas lasse ich immer bleiben…) und ein Dutzend Papier Cupcake-Formen in der Muffin- oder Cupcake Backpfanne auslegen. (S: Aber wir machen ja Muffin im Glas 🙂 )
2. In einer großen Schüssel die Milch mit dem Apfelessig zusammenrühren, ein paar Minuten stehen lassen und anschließend den Zucker, das Öl, den Vanille- und Mandelextrakt (S: Mandelextrakt lass ich immer weg) dazu mixen. In einer anderen Schüssel das Mehl, Kakaopulver, Natron, Backpulver und Salz vermischen, am besten gut durchsieben. Die trockenen Zutaten in zwei, drei Schritten den flüssigen beimengen und mit dem Rührbesen rühren bis keine großen Klumpen mehr sichtbar sind. Den Teig in die Formen (Stepheph: Weck-Gläser!) füllen, bis sie zu 2/3 (S: 1/2!!!) voll sind. Backen, bis an einem Zahnstocher, der in den Cupcake gestochen wird, kein Teig mehr kleben bleibt (ca. 17-20 Minuten (S: zum Teil doppelt so lang und länger, je nach Größe des Weckglases). Anschließend aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen. (S: Und versiegeln! Sofort!)

~Ende von Arianes Rezept~

Eingefettet und (eigentlich) bemehlt die Formen, nur war mein Mehl leider aus...

Hier kommt wieder Stephanie zu Wort!

Dazu gibt es auch ein Veganes Frosting aus Tofutti Streichkäse, Puderzucker und Margarine, dass ich bisher nur beim ersten mal mit gekauften Tofu/Margarine versucht habe nachzustellen. Aber mit meinen Erfolgen mit den selbstgemachten Tofu, hust, Sojastreichkäse, liesse sich das nochmal ohne Tofutti versuchen.

Übrigens mache ich immer die doppelte Menge mit einer 400g Dose Kokosmilch (die man, wie ich auch feststellte, gut umrühren muss vor dem benutzen).

Mit den Backzeiten, kann ich nur sagen… das nächste Mal werde ich lieber gleichgroße und auch mehr kleinere Formen nehmen… Mit dem Zahnstochertest liess sich trotzdem gut bestimmen, wann die Muffins fertig waren, und mal ehrlich… ist ja kein Ei drin, dass gut verbacken sein muss… hihi.

Und batsch! Deckel drauf! Sollte jetzt eigentlich ein paar Monate haltbar sein...

Zwar bin ich bekannt dafür, einfach drauf loszuprobieren, aber Infoquellen waren die Chaosküche (mit Rezept Marmorkuchen im Glas) und vegan-und-lecker.de,

Jetzt sind schon zwei Gläser innerhalb zweier Tage vernichtet… die anderen verkneife ich mir, die sollen hübsch dekoriert verschenkt werden…

Ich finde es auch eine gute Möglichkeit für „Spontan“kuchen der nicht in Plastikverpackt gekauft werden muss, zum wenn mal Gäste kommen, und eben zum verschenken…

Milchersatzprodukte & BPA in meinem Mixer

30 Mrz

Eigentlich wollte ich nur darüber schreiben, wie ich es geschafft habe, die TetraPaks zu umgehen, die ich eine Weile lang regelmäßig kaufen „musste“, wenn ich anstatt Milch den Dinkel- bzw. Haferdrink ins Müsli mischen wollte, auf den ich umgestiegen war.

Dazu muss ich vielleicht kurz erklären, warum ich überhaupt der Milch (zumindest in purer Form – Käse und Joghurt, Sahne, Quark und ab und zu sogar Butter konsumiere ich ja weiterhin) abgeschworen habe. Und nun ist auch noch im Ablauf meines üblichen Hafermilchproduktionsprozesses (ich liebe Bandwurmwörter :D) ein Problem mit meinem Mixer aufgetaucht, das die Frage aufwirft, was eigentlich das Problem mit Bisphenol A (BPA) ist. Das heißt, aus einem ursprünglich sehr kurz geplanten Beitrag wird jetzt wohl ein weitschweifiger Überblick über Milchersatzprodukte und Gefahrstoffe in Plastik – ich denke, es lohnt sich sowieso, da mal Einiges zusammenzufassen. Weiter unten dann wirklich mein „Rezept“ für Hafer“milch“ – versprochen. 😉

Obwohl ich – von gelegentlichen Heißhunger-Attacken einmal abgesehen – kaum noch Fleisch konsumiere, bin ich, ehrlich gesagt, noch nicht so ganz vom Nutzen einer veganen Lebensweise überzeugt. Mir scheint es zweifelhaft, ob es wirklich so viel umweltfreundlicher ist, anstatt Milch Sojaprodukte zu konsumieren – obwohl ich weiß, dass es auch Bio-Soja gibt, das ohne Gentechnik und abgeholzte Regenwälder produziert wird, stört mich die Tatsache, dass große Mengen von Soja unter diesen Bedingungen wachsen. (Der Fairness halber sollte ich wohl sagen, dass Soja auch in großen Mengen als Tierfutter dient. Und dass deshalb eine fleisch- und milchhaltige Ernährung unter Umständen viel mehr Soja enthält, als wenn wir es direkt konsumieren würden.)

Aber das ändert nichts daran, dass Rinder jede Menge Methan produzieren, dass Methan ein erheblich wirkungsvolleres Treibhausgas ist als das berühmte CO2 – kurz, dass es durchaus sinnvoll wäre, auch den Genuss von Milchprodukten im Rahmen zu halten. Also habe ich mit mir selbst diesen Kompromiss geschlossen: Wo es ein vernünftiges Ersatzprodukt gibt, nutze ich es, ansonsten erlaube ich mir weiter, das „Original“ zu kaufen.

 

Das perfekte Ersatzprodukt waren für mich Hafer- oder Dinkel-Drinks, denn auch Reismilch wollte ich möglichst vermeiden – noch so ein Lebensmittel, das ich zu umgehen versuche, seit ich erfahren habe, dass bei seinem Anbau enorm viel Methan frei wird – wenn ich das richtig im Kopf habe, durch Fäulnisprozesse wegen der Bewässerungsmethoden?  (Hier heißt es aber auch, dass sich viel davon durch alternative Anbaumethoden vermeiden lässt.)

Wie gesagt – waren, bis ich beschlossen habe, auf Plastik-Verpackungen wo immer möglich zu verzichten, und mir durch Internetrecherche habe bestätigen lassen, was ich eigentlich durch bloßes Aufschneiden eines TetraPaks hätte herausfinden können: Die Dinger sind natürlich mit Plastik beschichtet.

Leider habe ich aber noch nie Haferdrink in Glasflaschen zu Gesicht bekommen.

Also was tun?

Selber machen?

Funktioniert ja bei vielen Dingen ganz gut, also habe ich spaßeshalber mal die Zutatenliste studiert und festgestellt, dass außer dem betreffenden Getreide, Wasser, Salz und etwas Öl praktisch nichts drin ist in diesen Drinks.

Meine ersten Versuche waren nicht besonders erfolgreich, aber das Internet wusste auch hier wieder Rat und hatte ein Rezept, das mir leicht abgewandelt seitdem als Grundlage für mein Müsli dient. Meine Version davon lautet folgendermaßen:

 

8 Teelöffel Haferflocken

1 Teelöffel Stärkemehl (kann man vermutlich auch weglassen… habs noch nie probiert)

1 Teelöffel Honig oder Zucker (geht natürlich auch ohne, ich mag es einfach leicht gesüßt lieber)

1 Prise Salz und

ca. 400 ml warmes Wasser

 

Bis gestern habe ich all das einfach in meinen Mixer geworfen, einmal durchgemixt und dann in eine ausgespülte Milchflasche gefüllt.

Und gestern dann?
Fiel mir beim Spülen der kleine Aufkleber auf dem Boden eines der Mixbehälter auf: das bekannte kleine Dreieck aus drei Pfeilen mit dem Code „7 – PC“ in der Mitte.

 

Das hat mich neugierig gemacht (ich habe mich schon öfter gefragt, welche Kunststoffarten sich eigentlich wodurch auszeichnen – immerhin ist ja bekannt, dass nicht alle das gleiche Gesundheitsrisiko darstellen) und ich bin mal wieder an die Recherche gegangen.

Das heißt, Recherche kann man so was natürlich nicht nennen – ich würde mir nie anmaßen, meine Suchmaschinen-Erfolge als wissenschaftliche Untersuchung zu verkaufen. Aber Folgendes habe ich gefunden: Die für mich brauchbarste Auflistung war die von PlanetGreen, auf Englisch zwar (und dabei habe ich mir doch vorgenommen, diesen Blog auf Deutsch zu verfassen), aber dafür enthält sie neben den Bezeichnungen der Kunststoffe auch deren häufigste Einsatzgebiete und (und das habe ich bei keiner der deutschen Auflistungen gefunden, vielleicht habe ich auch nur an der falschen Stelle gesucht) damit in Verbindung gebrachte Gesundheitsrisiken.

 

Und was diese Liste über meinen Mixer sagt, gefällt mir gar nicht. PC (Polycarbonat) ist der Kunststoff, der in den Medien dadurch präsent geworden ist, dass er Bisphenol A absondert – ein Stoff, der laut www.plastic-planet.at

„das Hormonsystem von Menschen und Tieren beeinflusst, da er östrogenartige Wirkungen hat.

Stoffe mit hormonartigen Wirkungen werden als „Endokrin wirksame Substanzen“ (endocrine disrupting chemicals, EDC) bezeichnet. Das endokrine (hormonelle) System reguliert viele Körperfunktionen, dazu gehören unser Stoffwechsel, Immunsystem, Verhalten und Wachstum sowie die Organentwicklung während der Schwangerschaft und in der Kindheit.

Die Störung des Hormonsystems durch EDC wurde mit verfrühter Geschlechtsreife bei Mädchen, Übergewicht bei Erwachsenen und Jugendlichen, Diabetes Typ 2 (früher als Altersdiabetes bezeichnet), einer Zunahme an Prostata- und Brustkrebsfällen, sowie mit der Abnahme der Spermienzahl und Fehlbildungen der Sexualorgane in Verbindung gebracht.“

(http://www.plastic-planet.at/wissenschaft/bisphenola.html)

Wow.

Ich habe zwar beschlossen, die meisten meiner bisher vorhandenen Plastik-Utensilien erst mal weiter zu verwenden, weil sie wegzuwerfen die eventuell enthaltenen problematischen Stoffe ja auch nicht aus der Welt schafft und es mir, Plastik hin oder her, widerstrebt, praktisch neue Gebrauchsgegenstände einfach auf den Müll zu werfen.

Aber etwas, das eventuell solche Konsequenzen hat, möchte ich dann eigentlich doch nicht in meinem Haushalt haben.

Nach langem hin und her habe ich jetzt folgendes beschlossen: Der Mixer bleibt. Aber er wird nur noch benutzt, wenn es absolut nicht anders geht – ansonsten werden die Sachen von Hand gemischt oder mit dem Stabmixer püriert.

(Quelle: Amazon.de. Dort habe ich auch Küchenmaschinen mit Glasaufsatz gefunden, für den Tag, an dem ich entgültig beschließe, meinen „Mr Magic“ zu ersetzen…)

Meine Hafermilch lässt sich auch so ganz gut herstellen: Die Haferflocken zerkleinere ich vorher im Mörser (spart außerdem Strom), gemischt werden die Zutaten direkt in der Glasflasche, durch ausgiebiges Schütteln.

Und damit beende ich diesen Monsterpost.

Er ist vielleicht ein bisschen verworren und schneidet gleich sehr viele, sehr komplexe Themen an, die ich niemals in ihrer gesamten Breite behandeln kann (schon, weil ich sie selbst nicht ganz überblicke), aber er macht wohl klar, wie viele Überlegungen mit einfließen, wenn man erst mal anfängt, seinen eigenen Konsum gründlich zu überdenken.

Was mich ein bisschen tröstet, angesichts meines eigentlich deprimierend kleinen Wissensbestandes über all diese Problematiken, ist, dass es mir trotzdem gelungen ist, einen – zumindest aus meiner Sicht – akzeptablen Kompromiss zu finden. Und dass er im Endeffekt nicht einmal schwer zu realisieren ist.