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Lush-Probier-Serie #1: Toothy Tabs

8 Okt

Kurz vor meinem Irland Urlaub (inzwischen abgeschlossen, Grund für lange Abwesenheit) bin ich mit meinen Mitreisenden in unseren Lush Shop in Augsburg gegangen, um uns für die Reise einzudecken.

Besonders gespannt war ich auf die Toothy Tabs. Ich bin kein großer Fan von Tuben, weil es so schwer ist da Reste rauszukratzen ;-). Meine Freundin und ich haben jeweils „Breath of God“ und „Ultrablast“.

Breath of God

Ersteres, „Breath of God“ ist mit Sandelholz und (wenn ich mich recht entsinne, ich muss nochmal auf die Schachtel meiner Freundin gucken) mit Mhyrre. Ich hab die in Irland auch getestet. Geschmack recht erdig, aber nicht unglaublich schlecht oder unglaublich gut – für mich sehr neutral einfach, obwohl mir meine Ultrablast im Vergleich richtig gut geschmeckt hat 🙂

Ultrablast

Die zweiten Toothy Tabs „Ultrablast“ waren mit Erbsen, Minze und Wasabi. Ich dachte die wären vielleicht besonders scharf, aber nope, überhaupt nicht! Am zweiten Tag fand ich die sogar richtig lecker!

Wie Stella war mir eine ganze Tablette zum Putzen viel zu viel. Und geizig wie ich bin denke ich mir natürlich „da halten die Tabs doppelt so lang und ich muss nicht so viel geld ausgeben“.Ich habe immer eine halbe abgebissen, so fein wie möglich zerkaut und mit nasser Zahnbürste geputzt. Und automatisch mit  Spucke 😉

Ich hatte keine negativen Nebenwirkungen wie Zahnfleischentzündungen – vielleicht musst man darauf achten dass sich die Tabs möglichst auflösen im Mund, oder vielleicht liegt es an den vergleichweise „weichen“ Zutaten meiner Ultrablast Toothy Tabs.

Ich neige eigentlich sehr zu Zahnfleischentzündungen, ich benutze deswegen jeden Tag immer Zahnseide – wenn ich es auslasse, bekomme ich sofort Entzündungen. Übrigens soll sich das Krebsrisiko auch senken wenn man jeden Tag Zahnseide benutzt. Einen Handfeste Aussage „Zahnpflege beugt Krebs vor“ habe ich jetzt nicht im Internet gefunden… Ich habe es mal in einer Medizinsendung gesehen.

Jedenfalls waren meine Erfahrungen mit den Toothy Tabs positiv!  Allerdings bin ich vorsichtig mit der Aufbewahrung – im feuchten Badezimmer mache ich mir Sorgen dass die Tabs Wasserdampf aufsaugen, deswegen werde ich sie erstmal im Schrank aufbewahren.

Allerdings gibt es auch andere Alternativen zur Tube: Beispielsweise Zahnpulver – von mir bisher ungetestet. Scheinen mir allerdings nicht so praktisch wie die Tabs die man sich einfach in den Mund steckt.

Weitere Testberichte:

Testbericht (negative Erfahrung) von Stella bei Leben-ohne-Plastik

Testbericht von Beauty Spion

Testbericht vom Testblog

Testbericht (negative Erfahrung) bei BeautyJunkie

Testbericht von Once upon a Cream

Update 2/2012: Nachdem ich die Toothy Tabs ausgegangen sind, und ich das gefühl habe, ziemlich Ablagerungen auf den Zähnen zu haben,  benutze ich die Tabs erst mal nicht mehr. Ob sie der Grund für die Ablagerungen sind, weiss ich nicht – ich glaube es könnte auch and er Zahnbürste liegen, die ich benutze. Jedenfalls bin ich jetzt einfach auf das „Christiane Hinsch Zahnsalz“ umgestiegen, dass es in einem Apothekerfläschchen beim Biosupermarkt Basic zu kaufen gibt.

Spannend finde ich allerdings auch den Ansatz von Fräulein Nini, die  mit der Herstellung von Zahntabs experimentiert, aus Heilerde.

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What are little girls made of? Sugar n‘ spice and everything that is nice!

6 Sep

Wenn allerdings mit dem bigger werden die Süße schwindet, muss man nachhelfen… mit Zuckerpasteee! *Trommelwirbel*

~#*#~

Ich bin kurz aus meiner Hausarbeit-schreiben-versenkung zurückgekehrt um euch mit diesem Post daran zu erinnern dass dieser Blog von ZWEI knackig grünen, wahnsinnig motivierten und überzeugten Studentinnen geschrieben wird.

Als junge Frau, und zunehmend auch als junger Mann sind glatte Beine, Achseln und so andere Stellen (hust, hust) sehr wichtig. Und obwohl rasieren auch ganz gut klappt, muss man das jeden Tag machen (naja, ich mach es alle paar Tage) oder muss auf langärmlige T-shirts und lange Hosen ausweichen wenn es stoppeligere Tage sind.

Als grüne Alternative haben wir ja schon den Rasierhobel und Öl als Rasierhilfe vorgestellt (und die Rasierseifen auch? bin mir gerade nicht sicher). (Rasierklingen zum Hobel gibt es übrigens auch bei Müller und kleineren Drogerien, wie ich festgestellt habe.)

Natürlich gibt es natürlich noch Epilation und Depilation – letzteres wäre Haarentfernung durch WACHS. Bei letzterem denken die meisten Leserinnen sicher AUA!! Und damit haben sie Recht, und der Grund warum ich nicht Wachs verwende: Aua!!

Aus Frustration mit der Rasur in der Bikini Zone hust hust habe ich jetzt aber wieder mal das Kapitel Wachs & Alternative Enthaarungsmethoden aufgeschlagen.  Neben Nadelepilation (DOPPEL-Aua!) und Laser (gelaserte Stellen sollen nicht der Sonne ausgesetzt werden) bin ich dann auf die …

ZUCKERPASTE alias HALAWA!

gestoßen.

… Äh, und was ist das? Ist eben auch bekannt als Halawa oder Sugar-Wax/Sugaring und ist eine Enthaarungsmethode aus dem Orient. Es ist eine Depilation wie herkömmliches Wax, jedoch mit dem Unterschied dass es weniger schmerzhaft ist. Die Zuckerpaste haftet nämlich nur an den Haaren, und nicht an der Haut im Gegensatz zu normalen Wachs. Und unter uns: Die (noch etwas mangelhafte) Zuckerpaste die ich produziert habe ist auch ziemlich lecker, so reiner karamellisierter Zucker.

Die Enthaarung mit der Zuckerpaste erfolgt folgendermaßen: die seeehr zähflüssige Masse (Walnussgroß) wird mit zwei Fingern GEGEN die Haarwuchsrichtung geschmiert und mit einem Ruck werden die Haare MIT Wuchsrichtung herausgerissen. Das wird solange wiederholt bis die Haare alle weg sind, oder man ein neues Stück Zuckerpaste/Halawa braucht; Erkennt man daran wenn das vorherige Stück eine milchige Farbe bekommt.

Vorteil von Zuckerpaste ist auch noch, dass es leicht mit Wasser abwaschbar ist, die Poren also nicht so verstopft –> daraus folgt weniger eingewachsene Haare! Yeah!

Nächste Frage: Woher krieg ich das Zeug? Good old Amazon hält wieder mal dafür her. Die Paste ist allerdings recht teuer… auf „Beauty Sugar“ einer Seite die ganz der Zuckerpaste gewidmet wird, kann man sie auch kaufen.  In vielen Kosmetikstudios wird Zuckerpaste auch angewendet.

Aber jetzt mal zu meinen eigenen Erfahrungen: NATÜRLICH habe ich sofort nach Rezepten für Zuckerpaste gesucht! Ich habe bisher nur einen Versuch gestartet (Wegen Hausarbeit-Schreiben-Versenkung und so) und es war nicht so erfolgreich, obwohl ich einige Härchen losgeworden bin. Der Grund war dass ich zuviel Wasser für das Rezept benutzt habe, es ist relativ flüssig und viiiiiiiel zu klebrig geworden – es ist dann auch an meiner Haut geklebt und war dann wie reguläres Wachs, nur hatte ich für die Variation keine Vliesstreifen da. Jedenfalls… Autschie. Vielleicht habe ich es auch nicht genug abkühlen lassen. Jedenfalls konnte ich die „Flicking“ technik (von Englisch „to flick“) nicht so gut umsetzen weil es zu klebrig war.

Tipp: Am besten die ersten Experimente in der Badewanne vollziehen und alles Zuckerpaste abwaschen bevor ihr durch die Wohnung tramped, in der Küche hantiert, auf dem Bett herumrollt, auf Stühle rumklettert, Blätter in den Scanner einlegt und den Computer benutzt. Für verärgerte Boyfriends übernehme ich nur für meinen eigenen die Verantwortung!!

Fürs erste – ich mache selbstverständlich noch weitere Experimente – werde ich euch mal hier die Videos reinstellen die am verheissungsvollsten waren in Hinsicht auf Erfolg. Die benutzen nämlich NICHT so viel Wasser 😀

Hier ist ein Rezept (ohne Mengenangaben, aber die stehen auch in den Kommentaren auf einer Biokosmetikseite.

Hier ist ein Youtube Video von einem Mann (hui:D) wie er Zuckerpaste macht.  „Bis das Gemisch eine Bierähnliche gelbe Farbe bekommt“. Ist das wirklich ein rein objektiver Vergleich?

Und noch eins von einem jungen Fräulein mit einer sehr hübschen Stimme, wie ich finde… bisschen spannender zum Anschauen als das erste 😉 und mit fröhlicher Musik untermalt.

P.S.: Weiteres von der Sugar-wax front wird folgen – hoffentlich esse ich es nur nicht alles auf 🙂

P.P.S.: Gerade gesehen das Stella auf ihrem Blog Leben-ohne-Plastik bereits die Zuckerpaste entdeckt hat.

23. Oktober 2011 Update:

Gestern war der zweite Versuch, Zuckerpaste herzustellen und zu verwenden und ist um einiges besser verlaufen (dass die Zuckerpaste ganz leicht angebrannt geschmeckt hat, ist stark zu vernachlässigen 😀). Ich und eine Freundin haben uns getroffen und lange, lange (Geduld haben!)  Zucker, konzentrierten Zitronensaft und Wasser gerührt bis es Honigfarben war und eine Honigkonsistenz hatte. Und immer wieder tropfenweise den Erkaltungstest gemacht, ob es denn die richtige Konsistenz hat. Für den konzentrierten Zitronensaft habe ich leider keine Mengenangabe 😦 Wir haben einfach so lange getestet, bis es gut geklappt hat…

Die Konsistenz des Halawas war dann erwärmt EXTREM klebrig konnte aber dann dennoch mit geübten Fingern (gell Nati 😉 ) und leicht erkaltet zu einer Kugel gerollt werden. Unserer Erfahrung nach, sollte man eine Portion beim Enthaaren nicht zu lange verwenden – sie wird dann milchig, aber vor allem immer klebriger, bis das „Flicking“ nicht mehr funktioniert und man es nur noch abkratzen/abwaschen kann.

Das Ergebnis? Mit der richtigen Konsistenz hat es mindestens genausogut funktioniert wie normales Wachs, allerdings ist für manche das Flicking eine Übungssache (gell, Nati!!), diese müssen sich dann den (erbarmungslosen) Händen von geübteren Sugarwaxern übergeben 😛 (hier Unholdlache einfügen). Wir haben dann ein wenig mit der Pinzette nachgezupft, einem Feld indem ich übertrumpft wurde, for allem waren die meisten Haare auch sehr locker und leicht zum Zupfen nach dem Sugarwaxen.

Falls es schwierig wird, das erkaltete Halawa aus der Schüssel zu ziehen (wie es bei uns der Fall war), ganz kurz in die Mikrowelle oder in das Wasserbad. Das wird sehr schnell weich (ich hab es in die Mikrowelle).

Zum Aufräumen: Das Zeug ist klebrig, sehr schwer in erkalteter Form aus der Schüssel zu kriegen. Aber dafür: EXTREM wasserlöslich. Ich habe die Schüsseln einfach mit Wasser aufgefüllt, die klebrigen Löffel u.ä. rein und am nächsten Morgen (oder früher) hatte sich alles aufgelöst. Das Sugarwax von den Händen zu waschen ist ebenso einfach.

Zur Aufbewahrung: In ein Schraubglas oder eine Plastikbox, was man da hat. Es hält sich… und was soll denn daran schon verderben? Und es ist ja nicht zum Essen 🙂 Nur keine Feuchtigkeit sollte hinkommen.

Gratisdusche gefällig? – Grüner Farbtupfer für das Sommerfest

6 Aug

Wie ironisch: Da wurde nun das Sommerfest unseres Seminars um zwei Wochen verschoben, um dem Regen auszuweichen, den wir zum ursprünglichen Termin befürchtet hatten – und heute durften wir uns grade deshalb in strömendem Regen unter kleine Pavillions drängen und trotz ZUSÄTZLICHER Regenschirme immer noch klatschnass werden.

Schön war es trotzdem – vor allem während der Zeit, in der man sich über das Rauschen des Regens hinweg noch verständigen konnte 😉 –  und ich darf mit Genugtuung feststellen, dass wir zwar am Ende des Tages mehrere Säcke Müll wegzuschleppen hatten (es besteht also definitiv noch Verbesserungsspielraum), das Fest aber doch mit einigen grünen Punkten gesprenkelt war:

Geschirr, Besteck und Drumherum:

Denn obwohl die Begeisterung für Müllvermeidungs- und sonstige „Grünifizierungs“-Maßnahmen unter den allermeisten Organisatoren (Mitglieder der teilnehmenden Fachschaften: Islamwissenschaft, Sinologie, Judaistik und Vorderasiatische Altertumskunde) nicht allzu groß war, konnten wir uns schließlich darauf einigen, in Einladungen und auf Plakaten darum zu bitten, dass jeder sein eigenes Geschirr und Besteck mitbringt:

Ein einsamer Lichtblick inmitten von Einweg-Bechern?
Hier leider mit Plastikbesteck abgebildet – dabei hatte ich extra mein „gutes“ Besteck von zuhause mitgebracht!

Nun hatte ich bereits das vage Gefühl, dass daran nicht allzu viele Leute denken würden, und habe vorsorglich einmal fast alle meine Teller (auf dem Boden mit Namen beschriftet, denn zurück hätte ich sie ja schon gerne) in den Rucksack gepackt und mitgenommen. So ganz sicher, wie ratsam diese Aktion ist, war ich mir anfangs allerdings nicht: was, wenn etwas kaputt gehen würde oder einfach am Ende des Tages nicht mehr auffindbar wäre? Sicher, das ist nicht auszuschließen, aber das kaputtgehen hatte ich ja teilweise selbst in der Hand – mit einem Geschirrtuch gepolstert reisten meine Teller so weich wie möglich, wenn auch nicht gerade in Butter gegossen.

(Warum in Butter gegossen? Neulich habe ich gelernt, dass die Redewendung „alles in Butter“ daher kommen soll, dass früher wertvolle Tonwaren in Fässern voller Fett transportiert wurden, das sich im heißen Zustand hineingießen ließ, um anschließend fest zu werden und Brüche zu vermeiden. Hört sich für mich unglaublich teuer und verschwenderisch an – aber wer weiß? Vielleicht ist doch was dran.)

Was den Schwund während des Festes anging, kam mir sicher entgegen, dass regenbedingt die Zahl der Gäste durchweg überschaubar blieb – aber ich würde auch einfach einmal optimistisch davon ausgehen, dass bei solchen Festen, bei denen man sich untereinander kennt, nicht allzu viele Langfinger dabei sind. Oder Typen wie die wildfremden Kerle, die an unserem Platz vorbeiliefen, als wir bereits am abbauen waren, und uns zwei Flaschen Bier aus dem bis dato noch vollen Kasten klauten und damit erfolgreich verhinderten, dass wir den Kasten als ganzes wieder zurückgeben konnten – was dachten die, dass es zur Selbstbedienung dastand? Ich schweife ab. Von den Gästen, die da waren, hatten jedenfalls nur die allerwenigsten ihre eigenen Teller dabei, und meine Idee war insofern mit Erfolg gekrönt, als trotzdem viele die Gelegenheit nutzten, von einem richtigen Teller zu essen. Einen Teller sauber wieder mit nach Hause nehmen musste ich jedenfalls nicht – das heißt, höchstens so sauber, wie er durch diese Behandlung eben werden konnte:

Weniger erfolgreich verlief leider das Mülltrennen: trotz sorgfältig beschrifteter Säcke hatten wir am Ende lauter Restmüll-Sammlungen anstatt von separaten Beständen an Restmüll, Papier und Verpackungen (gelber Sack). Was also muss man tun, um zu erreichen, dass auch wirklich getrennt wird? Wäre es besser, die Säcke in einigem Abstand von einander zu positionieren? Dagegen spräche meine Vermutung, dass jemand, der Müll in der Hand hat, diesen in der Regel in den nächsten Mülleimer pfeffert. Oder ist es einfach utopisch, zu glauben, dass Mülltrennung bei einem Aufeinandertreffen von mehr als 10 Personen überhaupt funktionieren kann?

Menü

Dass es Fleisch gibt, ist bei einem Grillfest wohl unvermeidbar und ja auch nicht grundsätzlich verwerflich. Dass es auch halal-Fleisch gab, freut mich unter dem Gesichtspunkt, dass zumindest theoretisch auch muslimische Gäste hätten anwesend sein können – wobei um 21 Uhr, als das Fastenbrechen angesagt gewesen wäre (schlau, wie wir sind, haben wir das Fest in den Ramadan verlegt) bereits die Sintflut über uns hereingebrochen war und keiner mehr Lust hatte, zu grillen.
Was wirklich etwas ärgerlich ist, ist die Tatsache, dass wir eine Kiste voller Fleisch ungegrillt wieder mit nach Hause nehmen konnten – es schlummert jetzt, soweit ich weiß, in der Tiefkühltruhe eines Fachschaftsmitglieds. Sicher, es konnte keiner ahnen, dass es so schütten würde, trotzdem stellt sich die Frage, wie sich solche Verschwendung in Zukunft umgehen lässt. Vielleicht müssen wir einfach dazu übergehen, auch Carnivoren darum zu bitten, dass sie sich ihr eigenes Grillgut mitbringen – wie das die Vegetarier unter uns ohnehin schon tun mussten.

Wenn man das Grillgut einmal ausklammert, ist es ja nicht allzu schwer, ein typisches Sommerfest-Buffet vegetarisch oder sogar vegan zu gestalten – die verschiedensten Salate dürften das gewesen sein (darunter mein Lieblings-Couscoussalat und ein Nudelsalat, wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob der vielleicht mit Mayonaise angemacht war – gibt es dazu eine vegane Alternative? Bestimmt.) und Brot ist es in der Regel ohnehin.

Ein schwacher Punkt in dieser Hinsicht waren vielleicht die Saucen und Dips – wobei das superleckere Hummus, das jemand mitgebracht hatte, beweist, dass auch dieser Teil des Buffets sich vegan gestalten lässt. Natürlich weiß ich nicht genau, welches Rezept der edle Buffet-Spender benutzt hat, aber http://www.chefkoch.de sagt dazu:

40 g Sesampaste
1 Dose Kichererbsen
50 ml Zitronensaft (frisch gepresst)
30 ml Olivenöl
Salz, Pfeffer, Paprikapulver
Wasser nach Bedarf

Das gesamte Rezept lässt sich hier abrufen. Ich muss dem noch hinzufügen, dass ich leider lernen musste, dass Konservendosen innen mit Epoxidharz beschichtet werden, das zu einem nicht unerheblichen Teil aus Bisphenol A entsteht, über das ich ja bereits ein paar Einträge verfasst habe. Ich persönlich würde also keine Kichererbsen aus der Dose verwenden, sondern sie einfach getrocknet kaufen und selbst durch vorquellen/kochen in einen Zustand bringen, in dem sie sich verarbeiten lassen. Sollte das aus Zeitgründen nicht möglich sein – vielleicht gibt es sie ja auch im Glas?

Eine kleine Rezeptsuche bei chefkoch oder anderen einschlägigen Internetseiten fördert ohne Probleme weitere Saucen- und Diprezepte zu Tage, die ohne tierische Inhaltsstoffe auskommen. Wenn ich es mir recht überlege, glaube ich, das wird mein Beitrag zum nächsten Sommerfest sein!

Ein kleiner Höhepunkt des Abends war für mich zweifellos die Entdeckung, dass der leckere Schokopudding, den ich so genossen hatte, auch noch vegan war! 😉 Ich habe nur ein paar Worte mit demjenigen gewechselt, der ihn mitgebracht hatte, dabei aber erfahren, dass es sogar eine Initiative gibt, die sich für veganes Essen in der Mensa einsetzt – nun bin ich ja keine Veganerin, aber ich habe mich schon oft gefragt, warum das vegetarische Essen nicht weniger ei- und käselastig gekocht wird – ich jedenfalls würde die Chance gern nutzen, in der Mensa vegan zu essen. Wem es genauso geht, der mag vielleicht mal die Website des Bündnisses in Augenschein nehmen und sich überlegen, wie er selber daran teilnehmen kann…:

http://www.vegane-mensa.de/


Vegan + Harry Potter + Black Metal = ?

24 Jul

Vegan + Black Metal = Vegan Black Metal Chef

Der vegane Black Metal Koch kocht in seinem Videos für die Zuschauer nicht nur in seinem Bühnengewand (ergo Kettenhemd, Schulterpanzer, Schwarz-Weisse Gesichtsschminke), sondern bereitet das vegane Menü in mit Stacheln besetzten Töpfen, mit Ritualmessern und Streitkolben zu. Die Hintergrundmusik ist von dem Vegan Black Metal Chef  selbst wie auch der … äh… Gesang  (glücklicherweise mit Untertitel). Eigentlich nicht mein musikalisches Genre, aber das meines veganen Bruders 🙂

Hier ein paar Artikel zu dem Vegan Black Metal Chef Brian Manowitz:

hier!

und ein Interview hier

http://veganblackmetalchef.com/

Vegan + Harry Potter = Dumbledore’s Vegan Army

Diesen Link hat mir Rebecca zukommen lassen – hier werden Gerichte nachgekocht die in den Büchern erwähnt werden, natürlich vegan! Viele englische Klassiker kann man hier finden.

Dumbledore’s Vegan Army

Vegane Brotaufstriche selbst gemacht

17 Jul

Long time, no write!
Aber ich war nicht faul und habe die Zeit genutzt… um zu studieren und meine schlechten Essgewohnheiten weiter auszubauen! 😉

Zwischenzeitlich wurde es wirklich erschreckend, wie oft am Tag man mich ins Studentencafé rennen und etwas zu essen kaufen sah… erschreckend nicht nur im Bezug auf meine Figur (die erholt sich auch wieder), sondern auf auf mein Konto! Um also wenigstens dieser Entwicklung entgegen zu steuern, bin ich dazu übergegangen, mir wieder wie zu Schulzeiten Pausenbrote zu schmieren… was den zusätzlichen Vorteil hat, dass ich den Belag vegan gestalten kann!

Nun gibt es eine wunderbare Vielzahl an veganen Brotaufstrichen im Glas bei meinem Stammsupermarkt, aber leider haben die einen gravierenden Nachteil: sie sind teuerteuer! (Ist das nicht toll? Im Türkischen, habe ich gelernt, lassen sich Betonungen ausdrücken, indem man das Wort ganz einfach verdoppelt. Ich bin dafür, das auch im Deutschen einzuführen.) Nicht absolut (ein Glas kostet zwischen zwei und drei Euro), aber relativ gesehen dazu, wie lang es vorhält, dann doch.

Also bin ich dazu übergegangen, selbst zu experimentieren, und obwohl meine Rezepte noch nicht so vielfältig sind wie die Auswahl im Regal, muss ich sagen, ich bin bislang sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Mein Grundrezept sind bisher passierte Tomaten (könnte man sicher genauso mit frischen Tomaten machen, aber ich hatte noch passierte im Glas aus der Zeit, als es keine Regio-Tomaten gab), Zwiebeln und Leinsamen (als noch in meiner Küche vorhandener Ersatz für Nüsse und dergleichen). Die Zwiebeln, durfte ich feststellen, schmecken erheblich besser, wenn man sie vorher kurz andünstet, ansonsten bringt es aber auch schon viel, den aus lauter rohen Zutaten zubereiteten Brotaufstrich ein paar Tage „ziehen“ zu lassen.

Außerdem ist es mir bisher gelungen, den Brotaufstrich erfolgreich um eine Currynote zu erweitern, mit anderen Gewürzen und Gemüsen will ich in Zukunft noch experimentieren.

Das Bild deutet es schon an, die ganzen Zutaten kommen einfach Pi mal Daumen proportioniert in den Mixer und werden zu einer Paste verarbeitet. Funktioniert genauso mit dem „Zauberstab“ (Pürierstab“), ist aber mühsamer und macht u.U. eine größere Sauerei.

Die Haferflocken befinden sich übrigens mit im Bild, weil es unter Umständen vorkommen kann, dass die Mischung ein wenig zu flüssig wird – in dem Fall helfen sie, das Ergebnis ein bisschen einzudicken und streichbar zu machen.

Chuck Norris verbrennt sich nicht an Brennnesseln. Brennnesseln verbrennen sich an Chuck Norris…

1 Mai

Aber auch Rebecca erscheint immun gegen die Brennhaare der Brennnesseln zu sein.

Seelenruhig und mit Eleganz pflückte sie Brennnessel um Brennessel, während ich mir in Schutzhandschuhen nur wie ein Abklatsch der steinzeitlichen Sammler vorgekommen bin;

Rebecca war die letzten Tage bei mir zu Besuch und weihte mich ein, wie viel ich aus meinem Garten essen kann. Nun, über Bärlauch weiss ich Bescheid und kann ich auch leicht erkennen (die Stiele werden unten sehr schmal und sie sind lappriger und intensiv grüner als Maiglöckchenblätter), aber von „Giersch“ hatte ich wahrlich noch nie etwas gehört. Im Nachhinein ist mir jetzt klar, dass ich Giersch schon reichlich im elterlichen Garten gesehen haben. Das war es also, was meine Kaninchen früher immer gegessen haben.

Mir armen Studenten der nicht gut mit Geld umgehen kann (mein werter Lebensgefährte erzählt darüber gern Anektdoten) ist eine kostenlose Nahrungsquelle (neben Mamas Kühlschrank) nur Recht. Der Brennnesselspinat schmeckte auch gut (Rebecca hat dazu „Brenne“ gemacht, aus Mehl, Margarine und Butter) und wir aßen Nudeln dazu. Heute morgen gab es dann noch  Beeren- Smoothies mit ein paar Gierschblättern und ein paar Sprossen untergeschmuggelt.

Brennnesseln weich kochen

Das fertige Gericht! Mjam.

Mhmm. Ein gesundes und leckeres Gericht ohne dafür was zu bezahlen… perfekt für mich!

Die Sprossenzucht einer Studentin

12 Apr

Bestimmt hat jeder mal als Kind ein mal Kresse auf einem Teller oder in einem Kresseigel angebaut. Die verschiedenen Keimgläser, die ich im Alnatura, Basic oder Bios sah, machten mir dann Lust, es wieder zu probieren. Auch, dass ich bei meiner Suche nach pflanzlichen Quellen von Vitamin B12 auf Alfalfa gestossen war, hat mich dazu motiviert.

Nach einigen Fehlschlägen mit uralten Kressesamen und einem vermutlich ebenso alten Kresseigel kaufte ich mir verschiedene frische Samen – Alfalfa, Rucola und Kresse – nach…

…und von meiner Mutter stibitzte ich mir eine Packung Mungbohnen (auch Mungobohnen, in Deutschland oft fälschlicherweise  “Sojasprossen” genannt in der Umgangssprache).

Zunächst einmal versuchte ich meine Keime in Gläsern aufzuziehen; Das funktionierte mit den großen Mungbohnen gut,

doch die kleinen Samen (Alfalfa, Kresse, Rucola) bilden nach dem Einweichen eine Schicht um ihr Äußeres. Wegen der kleinen größere und den klebrig-glitschigen Hülle, war es schwierig diese gut durchzuspülen. Die Keime schwammen trotz abgießen immer noch im Wasser – das erhöht die Schimmelgefahr erheblich und ausserdem wachsen die Keime nicht wenn sie verderben.

Mit dem Kresseigel und einem Stück Küchenpapier (ohne funktionierte es trotz Packungsangaben nicht besonders) ist aber das ziehen von den kleinen Samen um einiges leichter. Wichtig ist nur, dass die Samen eingeweicht werden und obengenannte „Wasserhülle“ um jeden Samen bilden; Wenn sie die haben, verbinden sie sich fester mit dem Küchenpapier und werden beim Gießen/Spülen nicht fort geschwemmt.

Inzwischen habe ich auch ein Keimglas aus Plastik zum Geburtstag bekommen, dass an beiden Enden perforiert ist;

Leider sind die Löcher so groß, dass man auch nur Mungbohnen, Linsen und größere Samen (Weizen z.B.) darin ziehen kann.

Auf meiner Terrasse (ich bin mit meiner derzeitigen Wohnung mit einem Garten gesegnet) ziehe ich auch gerade einige Sprösslinge. Dummerweise bin ich am Tag nach meiner Aussaat hinein getreten und habe alles wild zerstreut 😉

Der Tritt in Mamas Keimkasten hat einiges Durcheinander gebracht…

Jetzt wächst etwas, aber…. was? Ich werde sehen. Gespannt bin ich auf jeden Fall, auch wie die paar Alfalfa-Samen aussehen werden, die ich hinein gestreut habe. Und wie sieht eigentlich Kresse aus, wenn man die einfach weiter wachsen lässt? Geheimnisse, die ich vielleicht schon bald lösen werde 🙂

Update: Aber eben nur vielleicht. Damn!

flexitarisch, vegetarisch… vegan?

10 Apr

Nachdem Stephie bereits einen ausführlichen Beitrag zum Thema Veganismus vorgelegt hat und das Thema “Tiere essen“ bei mir erst neulich durch eine Facebook-Diskussion zum Thema „Darf man Kindern zeigen, wie ein Kaninchen geschlachtet wird?“ wieder aufgerührt wurde, finde ich es an der Zeit, meinen eigenen Standpunkt dazu mal wieder zu beleuchten. Und weil es immer einfacher ist, etwas von allen Seiten zu betrachten, wenn man es auch schriftlich festhält, landet es danach eben hier. 😉

Anders als Stephie lebe ich nicht vegan – nicht mal konsequent vegetarisch. Allerdings habe ich meinen Konsum von Tierprodukten seit ein, zwei Jahren immer weiter reduziert, und ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass ich irgendwann einmal hauptsächlich vegan leben werde.

Der erste Schritt auf meinem Weg war, einfach nur weniger Fleisch zu essen. Das war damals noch in so geringem Ausmaß, dass ich es nicht einmal als „flexitarisch“ bezeichnen möchte, und vor allem hat es für viel böses Blut gesorgt – leider. Der Grund dafür war hauptsächlich, dass meine Familie (vor allem mein Bruder) nicht mit mir zusammen auf Fleisch verzichten wollte… und ich mich jedes Mal dazu habe hinreißen lassen, wütend zu werden, wenn meine Mutter extra für ihn ein Stück Fleisch gekauft hat, wenn es etwas prinzipiell Vegetarisches zum Mittagessen gab. Wenn ich ab und zu das „fleischige“ mitesse, dann kann er doch auch manchmal einfach auf Fleisch verzichten – das war meine Logik. Ist sie eigentlich immer noch. Aber… inzwischen habe ich auch eingesehen, dass es niemandem hilft, giftspritzend und selbstgerecht durch die Gegend zu laufen. Was nicht heißt, dass ich immer Verständnis dafür aufbringe, wenn andere Leute nicht dieselben Werte vertreten wie ich – aber ich lerne, in manchen Dingen gelassener zu sein. Und es nicht als Niederlage zu sehen, wenn ich es nicht schaffe, die gesamte Tischgemeinschaft zu einer vegetarischen Mahlzeit zu bekehren.

Neben meiner reichlich angespannten Haltung gegenüber meiner Familie fällt mir, wenn ich mich an diese Zeit zurückerinnere, noch eine zweite Sache ein: Das immer wieder bemühte Argument, Fleisch sei nun mal „nötig“ für eine gesunde Lebensweise, man könnte Protein in ausreichenden Mengen nur über tierische Lebensmittel zu sich nehmen, und überhaupt – selbst wenn es ohne ginge, der Mensch sei zum Fleischfresser geboren, es wäre also „unnatürlich“, ihm das Fleischessen zu „verbieten“. Meine Meinung dazu?
Jein.

Zunächst einmal zum ersten Punkt: Es ist definitiv Quatsch, dass man sich nicht auf Dauer fleischlos ernähren kann. Proteine sind auch in vielen anderen Lebensmitteln enthalten, Hülsenfrüchten zum Beispiel, und obwohl ich mich noch nicht ausführlich mit dem Thema beschäftigt habe, weiß ich, dass es jede Menge Ratgeber und Hilfen gibt, um die Ernährung auf gesunde Art und Weise umzustellen.

Und zum zweiten Punkt? Das ist der eigentliche Grund, warum ich „Jein“ schreibe und die Argumentation nicht völlig in den Wind schreibe. Denn hier stimme ich weder mit der „Fleischfresservariante“ überein, noch kann ich vollständig dem zustimmen, was von Vegetarierseite oft ins Feld geführt wird. Grundsätzlich finde ich, hier wird das Argument, was „natürlich“ ist, allzu schnell herbeigezogen, um den eigenen Standpunkt zu untermauern.
Leute, die gern Fleisch essen, sagen deshalb: Der Mensch hat schon immer Fleisch gegessen, schon, als wir noch in Höhlen gehaust haben, haben wir Tiere gejagt und uns von ihnen ernährt, das ist normal, es ist widernatürlich, es nicht zu tun.

Vegetarier setzen dem entgegen, der Mensch sei schließlich am engsten verwandt mit bestimmten Affenarten, die sich ausschließlich pflanzlich ernähren, es läge also in der Natur des Menschen, das ebenso zu halten.

Und was fällt dabei auf? Beide Argumentationen haben ihren wahren Kern, lassen sich gegeneinander ausspielen, aber auch nebeneinander stellen, und keine hat dabei mehr recht als die andere. Besser gefällt mir da schon eine andere Argumentation von Vegetarierseite: Aus der Tatsache, dass etwas „schon immer so war“ oder „von Natur aus so und so eingerichtet ist“, ergibt sich noch nicht, dass es auch moralisch richtig ist. Menschen haben „schon immer“ Kriege geführt, deshalb wünschen wir uns trotzdem alle, das würde aufhören. Menschen sind „von Natur aus“ keine Wesen, die sich über tausende von Kilometern hinweg verständigen können oder fliegend von A nach B kommen – deshalb nutzen wir trotzdem gerne und ausführlich Telefon und Flugzeug.
Wenn wir also akzeptieren, dass Tiere lebende, fühlende Wesen sind, wäre die moralisch richtige Entscheidung, sich nicht nach der „Natur“ zu richten, sondern sich dafür zu entscheiden, keine Tierprodukte mehr zu essen.

Na schön.

Was mich daran stört, ist lediglich der Anspruch, zu wissen, was das einzig Richtige ist. Das finde ich genauso überzogen wie die Argumentation, Sklaverei hätte man ja früher auch gutgeheißen, und in ein paar Jahren oder Jahrhunderten würde die Menschheit schon einsehen, dass es genauso moralisch verwerflich ist, Tiere als „Sklaven“ des Menschen zu betrachten. Meiner Ansicht nach müssen wir da zwischen zwei verschiedenen Arten der Moral unterscheiden: derjenigen, die sich auf andere Wesen erstreckt, die genauso in der Lage sind, diese Werte nachzuvollziehen und die damit verbundenen Rechte für sich einzufordern – und derjenigen, die sich auf andere Lebewesen bezieht, die aber mit unserer menschlichen Auffassung von Moral nichts am Hut haben. Das Problem mit dem Vergleich zwischen Sklaverei und Tierhaltung ist nämlich, dass Menschen – ob als Sklaven betrachtet oder nicht – grundsätzlich in der Lage sind, sich über Recht und Unrecht Gedanken zu machen und dazu eine Ansicht zu entwickeln. Tiere sind das, nach unserem Wissensstand, nicht. Und selbst, wenn wir eines Tages herausfinden, dass Tiere ihre eigene „Moral“ kennen, heißt das noch nicht, dass sie mit unserer übereinstimmt. Wir können also allgemein bindende Normen nur innerhalb unserer eigenen Spezies „feststellen“.

Das heißt nicht, dass ich nicht glaube, dass es auch „allgemeine“ moralische Normen gibt, die sich mit dem Umgang mit Tieren befassen, und die jedem Menschen einleuchten sollten. Ich sage aber bewusst: sollten.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass es niemanden gibt, der es aktiv befürwortet, Tiere auf engstem Raum zusammenzupferchen, zu quälen und ihr ganzes, kurzes Leben lang leiden zu lassen. Und ich glaube auch, dass es gesellschaftlich möglich sein sollte, Regeln zu erlassen, die genau das verbieten.

Aber die Frage, ob Menschen Fleisch essen sollten oder nicht?
Das bleibt eine, die jeder für sich selbst beantworten muss.

Meine erste Motivation, meinen Fleischkonsum zu senken, war, dass ich erfahren habe, wie katastrophal sich massenhafte Tierhaltung – vor allem von Rindern – auf das Klima auswirkt. Nur ein paar Fakten, die der WWF zusammen getragen hat: weltweit trägt die Landwirtschaft etwa 14 Prozent zum Gesamtausstoß an Treibhausgasen bei, genauso viel wie der Verkehr (und da denken wir immer, Autofahren wäre eine der größten Klimasünden, die man begehen kann…). Bei Methan und Lachgas liegt der Prozentsatz sogar bei 50 bzw. 70 Prozent – dabei ist z.B. Methan ein etwa 25 bis 33 mal wirksameres Treibhausgas als CO2.

Es stimmt, dass nicht alles davon auf Tierhaltung zurückzuführen ist, aber sie macht doch einen großen Posten aus.

Das war immer noch der wichtigste Grund für mich, auf Fleisch zu verzichten, als ich vor einigen Monaten zuhause ausgezogen bin und beschlossen habe, von nun an vegetarisch zu leben. Es ist nicht ganz dabei geblieben. Aber immerhin kann ich mich nicht erinnern, in meiner neuen Wohnung – wo ich die meisten meiner Mahlzeiten zubereite, in die Mensa gehe ich eher selten – jemals Fleisch zubereitet zu haben. Moment, das stimmt nicht ganz – einmal habe ich Speck gekauft, um für die Weihnachtsfeier am Orientalischen Seminar Datteln im Speckmantel zu machen. Also gut, einmal habe ich Fleisch im Haus gehabt. 😉

Während mein erster „Deal“ mit mir selbst war, immer, wenn ich auswärts esse, vegetarisch zu bestellen, und ich in einer Übergangszeit dieses Verhältnis umgedreht habe – zuhause vegetarisch, auswärts auch mal Fleisch – greife ich in letzter Zeit meistens in beiden Fällen zu vegetarischen Gerichten.

Gelegentliche Heißhungerattacken, bei denen ich ein saftiges Steak oder einen leckeren Döner bestelle, treten aber trotzdem auf.

Oder vielleicht sollte ich sagen… traten auf. Denn obwohl ich auch in letzter Zeit noch manchmal Heißhunger auf Fleisch hatte, gewinnt für mich mehr und mehr an Bedeutung, unter welchen Bedingungen dieses Fleisch „produziert“ wurde. Nicht, dass ich früher ein Fan von Massentierhaltung war – aber ich schätze, ich habe das Problem verdrängt. Nachdem es sich jetzt in den Vordergrund schiebt, ist die Motivation, völlig fleischlos zu leben, wieder stärker, und ich lebe zur Zeit vegetarisch.

Und was macht nun das „…vegan?“ im Titel meines Beitrags?

Das ist eine Frage, die ich seit einigen Tagen mit mir herumschleppe. Kann – und will – ich vegan leben? Ich KANN es sicherlich, wenn ich es genug WILL. Und je mehr ich zu diesem Thema höre – ich muss zugeben, Stephies Einwand zur Milchindustrie hat mich ins Grübeln gebracht, genauso wie ein Bericht über „Freilandhaltung“ bei Hühnern, die in dem Fall, über den berichtet wurde, in einem winzigen Streifen „Freiland“ für Heerscharen von Hühnern bestand – desto mehr macht es für mich Sinn, auch auf andere Tierprodukte als nur auf Fleisch zu verzichten.

Aber heißt das, dass ich mein Leben lang nie wieder eine Mahlzeit essen werde, die von einem Tier stammt? Mit Sicherheit nicht. Ich schätze den Geschmack von Schwarzwälder Schinken oder von Rührei viel zu sehr, um mir solche Genüsse bis in alle Ewigkeit zu verbieten.

Worüber ich momentan nachdenke, ist, in welchen Grenzen ich sie mir noch erlauben will.