Miswak-Test

23 Aug

Verpackung 1

Verpackung 2

frisch ausgepackt

und einsatzbereit

Zwei der drei obenstehenden Bilder sind unerwünscht  – wer möchte raten, welche es sind?
Richtig, die ersten beiden! (Wie ich früher, das heißt so etwa in der 6. Klasse, gesagt hätte: „100 Punkte, bei 1000 gibt´s ne Waschmaschine!“)

Als Nachspiel meines Eintrags über alternative Zahnputzmittel habe ich mich entschieden, doch einmal auszuprobieren, wie es sich mit einem Miswak-Hölzchen putzt, und siehe da: Ich möchte nur ungern wieder zurück.

Zuallererst ist es natürlich ein ungewohntes Gefühl, sich die Zähne mit einem Zweigchen zu schrubben (obwohl es eigentlich eine Wurzel ist und viel weicher, als ich mir das zunächst vorgestellt habe). Einfach einmal kurz drüberzuschrubben, ist bei dieser Variante nicht möglich, aber ich habe fast den Verdacht, dass das meinen Zähnen ganz gut tut, indem es mich zu einer gründlicheren Zahnpflege zwingt. Weil das Miswak-Hölzchen Zahnbürste und -pasta in einem ist (es enthält Flour und andere zahnpflegende Stoffe), ist es aber nicht nötig, sich für die gesamte Zeit vor den Badezimmerspiegel zu stellen: Inzwischen putze ich meine Zähne meistens beim morgendlichen Zeitungslesen.

Wie sieht es mit dem Geschmack aus? Ab dem zweiten oder dritten Gebrauch ist da, muss ich sagen, gar nicht mehr so viel wahrzunehmen. Was beim ersten Auspacken auffällt, ist ein Geruch, der ein bisschen an Meerrettich errinert, und ein Geschmack, der in sehr, sehr abgeschwächter Form das selbe tut. aber wie gesagt: Einmal an der Luft, trocknet die Wurzel ziemlich schnell und diese Eigenschaften verlieren sich fast vollständig.

Subjektiv habe ich das Gefühl, dass meine Zähne durch das Hölzchen sehr sauber werden, und auch der morgendliche Mundgeruch scheint, soweit ich das beurteilen kann, dadurch wegzugehen.
Und objektiv? Das heißt, aus Zahnarzt-Sicht? Ich muss zugeben, ich war bisher nicht mutig genug, meine neue Zahnärztin, die ich bisher genau einmal gesehen habe, zu fragen, was sie von dieser Zahnpflege-Methode hält. Alles, was ich sagen kann, ist, dass sie bei der Kontrolluntersuchung vor ein paar Tagen (also, nachdem ich die „Naturzahnbürste“ schon seit über einem Monat benutzt habe) nichts bemängelt hat und sehr schnell fertigt war. Akute Probleme scheint es also nicht zu geben. Ob sie sich natürlich im Stillen gedacht hat: „Katastrophale Zahnputzroutine, aber in dem Alter bringt es sowieso nichts mehr, sie darauf hinzuweisen“, kann ich nicht sagen.

Was ich allerdings sagen kann, ist, dass es durchaus Zahnärzte zu geben scheint, die diese Methode der Zahnpflege befürworten: dieser Artikel berichtet von einem von ihnen, hier wird gar eine Studie zitiert, die besagt, dass Miswak erfolgreicher gegen unerwünschte Bakterien angeht als eine „normale“ Zahnbürste.

Was mich also am meisten stört, ist die Tatsache, dass die Hölzchen gleich DOPPELT in Plastik eingepackt verkauft werden. Natürlich sind sie wenigstens selbst nicht aus Plastik (wie meine alte Wechselkopfzahnbürste), und wahrscheinlich ist insgesamt auch das Verpackungsaufkommen nicht viel größer als bei den Wechselköpfen, die ich davor gekauft habe – und die schließlich auch in der Menschheit liebstem Verpackungsmaterial geliefert wurden. Aber ein Zustand, den ich mir wünsche, ist das trotzdem nicht.
Meine ägyptische Gastschwester hat mir erzählt, dass in Saudi-Arabien die Wurzeln lose auf dem Markt verkauft werden, aber das nützt mir leider nichts, so lange ich nicht mindestens 30 Jahre alt bin oder von meinem Ehemann bzw. Bruder begleitet werde. (Muss ich hinzufügen, dass ersterer nichtexistent und zweiterer an solchen Reisen nicht interessiert ist?)
Meine Hoffnung ruht jetzt also auf Ägypten, wo ich in diesem Sommer wieder mal ein paar Wochen sein werde: Vielleicht lässt sich dort auch unverpacktes Miswak auftreiben? Immerhin ist aufgrund einer Überlieferung über den Propheten Muhammad diese Zahnreinigungsmethode im Islam allgemein sehr beliebt, das heißt, in einem muslimisch geprägten Land wird es vermutlich leichter sein, die Wurzeln zu kaufen. Es bleibt abzuwarten, ob sie dort ebenso verpackt sind wie hier. Sollte das nicht so sein, habe ich fest vor, mich mit einem Vorrat für die nächsten Monate  (oder Jahre? ^^) auszustatten und den hier zu konservieren – Neem Hölzer, die ähnlich verwendet werden, kann man einfrieren, dann sollte das doch mit Miswak genauso funktionieren.

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4 Antworten to “Miswak-Test”

  1. Isabella 28. August 2011 um 12:02 #

    Das hört sich ja toll an. Wo kriegt man das her? vielleicht gibt es das auf Anfrage auch in Bulk (massenware unverpackt).
    grüne Grüße
    Isa

    • repek 29. August 2011 um 09:37 #

      Hallo Isa. 🙂
      Also, ich habe meinen Miswak bisher von Waschbär bekommen (es gibt in Freiburg einen Laden, also musste ich nicht bestellen), allerdings gibt es sie auch von diversen Versandhäusern, die muslimische Kleidung und solche Dinge vertreiben. Da gibt es die Dinger auch oft in Großpackungen, aber leider ist trotzdem jeder einzelne Stick doppelt verpackt. Soweit ich herausgefunden habe, werden wohl so ziemlich alle Miswak-Hölzer, die auf den deutschen Markt kommen, aus Pakistan importiert, und wahrscheinlich werden die dann vor Ort bereits so verpackt.
      Aber das heißt ncht, dass ich es für unmöglich halte, eine Quelle für unverpackte Sticks aufzutun! Wenn dir etwas unterkommen sollte, freue ich mich, davon zu hören. 🙂

      • stepheph 7. September 2011 um 01:03 #

        Würde mich freuen wenn du mir auch ein paar Miswak sticks mitbringst zum probieren 😉 Hoffe das klappt dass du die en masse in Ägypten kriegst… Vielleicht hast du ja eine Marktlücke entdeckt 😀 (Gibt aber bestimmt irgendwelche Hygieneregelungen für diese ganze Verpackerei…)

  2. Camillex 2. Juli 2014 um 11:16 #

    Miswak möchte ich demnächst auch mal ausprobieren. Mich stört daran allerdings auch, dass die Stäbe in vielen Shops leider in Plastik verpackt sind. Werde mich da nochmal ein bisschen genauer umschauen, ob ich nicht noch eine unverpackte bzw. anders verpackte Variante auftreiben kann

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