Tag Archives: Konsum reduzieren: Plastik

Lush-Probier-Serie #2: T’eo mein Deo

8 Okt

T’eo war mit in Irland, wir sind zu Ringforts und jahrhunderte alte Kirchen und Klostern hochgekraxelt, durch Wälder spaziert und in 120 km/h Stunden gestanden in den Wicklow Mountains (der nicht mehr so witzig war als es anfing gefrorenen Regen zu hageln).

T’eo mein Deo hält sein Versprechen dass er den Schweissgeruch neutralisiert. Fand ich super, weil es mir ermöglichte mein Unter-t-shirt zwei Tage anzuziehen und ich weniger Sachen mitnehmen musste (bei Ryanair gibt es ein 15 kg Gepäcklimit). Ich hab Abends an den entsprechenden Stellen am T-shirt geschnuppert und ja, schnuppern lassen und man hat keinerlei Schweiss gerochen.

Ich habe ihn dann morgends immer nach dem Abtrocknen nach der Dusche angewendet und ihn dann im Hotel gelassen.

Er war jetzt der Teuerste der Lush Deos aber mir gefällt dass er in fester Form ist (auf einer Seite Wachs damit man sich nicht die Finger bepudert) und natürlich seine Wirksamkeit 🙂 Einfach ein-zweimal über die sauberen, trockenen Achseln reiben and you’re ready to roll!

Das einzige was mich sorgt ist dass er im Badezimmer liegt und vielleicht Feuchtigkeit aufsaugen könnte vom Wasserdampf. Ich habe ihn in Irland in einer Plastikbox dabei gehabt (möchte mir noch eine schönere Beschaffen aus anderem Material) und habe ihn jetzt erstmal in Plastikbox in meinen Badschrank gesteckt.

Das Mädel im Lush Shop hat auch noch gesagt dass man am besten kurz warten soll bis das Puder einwirkt um Streifen auf schwarzen T-shirts zu vermeiden u.ä.- aber ich habe immer nur kurz gewartet und habe bisher keine Streifen entdeckt 🙂

Weitere Testberichte:

Testbericht von BeautyJunkies

Testbericht von Pseudoerbse

 

Update: Ich bin nicht mehr soo überzeugt von T’eo – aber vllt liegt die nachlassende Wirkung auch daran dass meine Achseln nicht trocken genug waren? Vielleicht sollte ich die oberste Schicht nochmal vorsichtig abreiben oder so – leicht gelblich ist es oben jetzt auch. Eine der Nachteile an T’eo ist auch, dass man nur auf sauberen, trockenen Achseln zu verwenden ist… also noch mal schnell am Abend hin, nachdem man es am morgen schon verwendet hat, geht nicht ganz so einfach 😉

What are little girls made of? Sugar n‘ spice and everything that is nice!

6 Sep

Wenn allerdings mit dem bigger werden die Süße schwindet, muss man nachhelfen… mit Zuckerpasteee! *Trommelwirbel*

~#*#~

Ich bin kurz aus meiner Hausarbeit-schreiben-versenkung zurückgekehrt um euch mit diesem Post daran zu erinnern dass dieser Blog von ZWEI knackig grünen, wahnsinnig motivierten und überzeugten Studentinnen geschrieben wird.

Als junge Frau, und zunehmend auch als junger Mann sind glatte Beine, Achseln und so andere Stellen (hust, hust) sehr wichtig. Und obwohl rasieren auch ganz gut klappt, muss man das jeden Tag machen (naja, ich mach es alle paar Tage) oder muss auf langärmlige T-shirts und lange Hosen ausweichen wenn es stoppeligere Tage sind.

Als grüne Alternative haben wir ja schon den Rasierhobel und Öl als Rasierhilfe vorgestellt (und die Rasierseifen auch? bin mir gerade nicht sicher). (Rasierklingen zum Hobel gibt es übrigens auch bei Müller und kleineren Drogerien, wie ich festgestellt habe.)

Natürlich gibt es natürlich noch Epilation und Depilation – letzteres wäre Haarentfernung durch WACHS. Bei letzterem denken die meisten Leserinnen sicher AUA!! Und damit haben sie Recht, und der Grund warum ich nicht Wachs verwende: Aua!!

Aus Frustration mit der Rasur in der Bikini Zone hust hust habe ich jetzt aber wieder mal das Kapitel Wachs & Alternative Enthaarungsmethoden aufgeschlagen.  Neben Nadelepilation (DOPPEL-Aua!) und Laser (gelaserte Stellen sollen nicht der Sonne ausgesetzt werden) bin ich dann auf die …

ZUCKERPASTE alias HALAWA!

gestoßen.

… Äh, und was ist das? Ist eben auch bekannt als Halawa oder Sugar-Wax/Sugaring und ist eine Enthaarungsmethode aus dem Orient. Es ist eine Depilation wie herkömmliches Wax, jedoch mit dem Unterschied dass es weniger schmerzhaft ist. Die Zuckerpaste haftet nämlich nur an den Haaren, und nicht an der Haut im Gegensatz zu normalen Wachs. Und unter uns: Die (noch etwas mangelhafte) Zuckerpaste die ich produziert habe ist auch ziemlich lecker, so reiner karamellisierter Zucker.

Die Enthaarung mit der Zuckerpaste erfolgt folgendermaßen: die seeehr zähflüssige Masse (Walnussgroß) wird mit zwei Fingern GEGEN die Haarwuchsrichtung geschmiert und mit einem Ruck werden die Haare MIT Wuchsrichtung herausgerissen. Das wird solange wiederholt bis die Haare alle weg sind, oder man ein neues Stück Zuckerpaste/Halawa braucht; Erkennt man daran wenn das vorherige Stück eine milchige Farbe bekommt.

Vorteil von Zuckerpaste ist auch noch, dass es leicht mit Wasser abwaschbar ist, die Poren also nicht so verstopft –> daraus folgt weniger eingewachsene Haare! Yeah!

Nächste Frage: Woher krieg ich das Zeug? Good old Amazon hält wieder mal dafür her. Die Paste ist allerdings recht teuer… auf „Beauty Sugar“ einer Seite die ganz der Zuckerpaste gewidmet wird, kann man sie auch kaufen.  In vielen Kosmetikstudios wird Zuckerpaste auch angewendet.

Aber jetzt mal zu meinen eigenen Erfahrungen: NATÜRLICH habe ich sofort nach Rezepten für Zuckerpaste gesucht! Ich habe bisher nur einen Versuch gestartet (Wegen Hausarbeit-Schreiben-Versenkung und so) und es war nicht so erfolgreich, obwohl ich einige Härchen losgeworden bin. Der Grund war dass ich zuviel Wasser für das Rezept benutzt habe, es ist relativ flüssig und viiiiiiiel zu klebrig geworden – es ist dann auch an meiner Haut geklebt und war dann wie reguläres Wachs, nur hatte ich für die Variation keine Vliesstreifen da. Jedenfalls… Autschie. Vielleicht habe ich es auch nicht genug abkühlen lassen. Jedenfalls konnte ich die „Flicking“ technik (von Englisch „to flick“) nicht so gut umsetzen weil es zu klebrig war.

Tipp: Am besten die ersten Experimente in der Badewanne vollziehen und alles Zuckerpaste abwaschen bevor ihr durch die Wohnung tramped, in der Küche hantiert, auf dem Bett herumrollt, auf Stühle rumklettert, Blätter in den Scanner einlegt und den Computer benutzt. Für verärgerte Boyfriends übernehme ich nur für meinen eigenen die Verantwortung!!

Fürs erste – ich mache selbstverständlich noch weitere Experimente – werde ich euch mal hier die Videos reinstellen die am verheissungsvollsten waren in Hinsicht auf Erfolg. Die benutzen nämlich NICHT so viel Wasser 😀

Hier ist ein Rezept (ohne Mengenangaben, aber die stehen auch in den Kommentaren auf einer Biokosmetikseite.

Hier ist ein Youtube Video von einem Mann (hui:D) wie er Zuckerpaste macht.  „Bis das Gemisch eine Bierähnliche gelbe Farbe bekommt“. Ist das wirklich ein rein objektiver Vergleich?

Und noch eins von einem jungen Fräulein mit einer sehr hübschen Stimme, wie ich finde… bisschen spannender zum Anschauen als das erste 😉 und mit fröhlicher Musik untermalt.

P.S.: Weiteres von der Sugar-wax front wird folgen – hoffentlich esse ich es nur nicht alles auf 🙂

P.P.S.: Gerade gesehen das Stella auf ihrem Blog Leben-ohne-Plastik bereits die Zuckerpaste entdeckt hat.

23. Oktober 2011 Update:

Gestern war der zweite Versuch, Zuckerpaste herzustellen und zu verwenden und ist um einiges besser verlaufen (dass die Zuckerpaste ganz leicht angebrannt geschmeckt hat, ist stark zu vernachlässigen 😀). Ich und eine Freundin haben uns getroffen und lange, lange (Geduld haben!)  Zucker, konzentrierten Zitronensaft und Wasser gerührt bis es Honigfarben war und eine Honigkonsistenz hatte. Und immer wieder tropfenweise den Erkaltungstest gemacht, ob es denn die richtige Konsistenz hat. Für den konzentrierten Zitronensaft habe ich leider keine Mengenangabe 😦 Wir haben einfach so lange getestet, bis es gut geklappt hat…

Die Konsistenz des Halawas war dann erwärmt EXTREM klebrig konnte aber dann dennoch mit geübten Fingern (gell Nati 😉 ) und leicht erkaltet zu einer Kugel gerollt werden. Unserer Erfahrung nach, sollte man eine Portion beim Enthaaren nicht zu lange verwenden – sie wird dann milchig, aber vor allem immer klebriger, bis das „Flicking“ nicht mehr funktioniert und man es nur noch abkratzen/abwaschen kann.

Das Ergebnis? Mit der richtigen Konsistenz hat es mindestens genausogut funktioniert wie normales Wachs, allerdings ist für manche das Flicking eine Übungssache (gell, Nati!!), diese müssen sich dann den (erbarmungslosen) Händen von geübteren Sugarwaxern übergeben 😛 (hier Unholdlache einfügen). Wir haben dann ein wenig mit der Pinzette nachgezupft, einem Feld indem ich übertrumpft wurde, for allem waren die meisten Haare auch sehr locker und leicht zum Zupfen nach dem Sugarwaxen.

Falls es schwierig wird, das erkaltete Halawa aus der Schüssel zu ziehen (wie es bei uns der Fall war), ganz kurz in die Mikrowelle oder in das Wasserbad. Das wird sehr schnell weich (ich hab es in die Mikrowelle).

Zum Aufräumen: Das Zeug ist klebrig, sehr schwer in erkalteter Form aus der Schüssel zu kriegen. Aber dafür: EXTREM wasserlöslich. Ich habe die Schüsseln einfach mit Wasser aufgefüllt, die klebrigen Löffel u.ä. rein und am nächsten Morgen (oder früher) hatte sich alles aufgelöst. Das Sugarwax von den Händen zu waschen ist ebenso einfach.

Zur Aufbewahrung: In ein Schraubglas oder eine Plastikbox, was man da hat. Es hält sich… und was soll denn daran schon verderben? Und es ist ja nicht zum Essen 🙂 Nur keine Feuchtigkeit sollte hinkommen.

Pünktlich zum neuen Semester: Grün in die Uni ;-)

12 Mai

Während wir im ersten Semester noch grün hinter den Ohren waren, nimmt die Färbung dort langsam, ganz langsam ab und wir können uns dem Einfärben anderer Körperteile zuwenden. 😉

Natürlich ist mir bewusst, dass die meisten der Dinge, die ich hier aufführen kann als kleine „grüne“ Punkte in meinem Unileben sich auf absolutem Basic-Niveau bewegen… eigentlich handelt es sich also um eine Bestandsaufnahme, die mich vielleicht auf Ideen bringt, wo es noch Spielraum zur Verbesserung gibt.

Harry Potter lässt grüßen: Federkiel 2.0


Ein „grüner“ Tip, den ich bereits lange befolge, ist die Verwendung einer wiederauffüllbaren Tintenpatrone. Das spart nicht nur Abfall im Vergleich zu Wegwerf-Patronen, sei es nun für Füller oder Kugelschreiber, sondern hat auch immer wieder den positiven Nebeneffekt, dass es einen leicht ins Gespräch bringt. 😀 Die meisten Menschen, durfte ich feststellen, sind äußerst erstaunt, wenn sie sehen, dass jemand sein eigenes Tintenfass dabei hat, und mitunter führt es sogar zu so netten Aussprüchen wie: „Jetzt hab ich Respekt vor dir. Du schreibst noch mit Tinte?“ – so geschehen diese Woche an der Uni. Fragt sich natürlich, warum mein Kommilitone diese Beobachtung brauchte, um Respekt vor mir zu haben…? 😉

Kostenfaktor dürften (bei Neuanschaffung der Patrone) ca. 4 Euro sein.

Vokabel-Overload – Konsumverhalten einer Irren, die gerade vier neue Sprachen gleichzeitig zu managen versucht

Mit leichter Bestürzung habe ich festgestellt, wie selbstverständlich ich für meine Vokabelkarten zu plastikverpackten Kärtchen aus nicht-recyceltem Papier greife, obwohl ich der Ansicht war, eigentlich in allen wesentlichen Bereichen, soweit es mir möglich ist, zum Recyclingpapier zu greifen – aus gutem Grund. Wie Bayern2 in einer Sendung vor einigen Wochen anführte, spart das z.B. bei Toilettenpapier 50% Energie und Rohstoffe und sogar zwei Drittel Wasser. Bei regulärem Papier wird es wohl ähnlich sein. Das schreit nach einer Alternativensuche!

Aber gesetzt den Fall meine Suche sollte nicht erfolgreich sein und ich finde keine Vokabelkarten aus Recycling-Karton. Was bleibt dann noch, um diesen Einkauf doch ein bisschen grüner zu gestalten? Auf jeden Fall werde ich die Gewohnheit beibehalten, die ich bisher aus Sparsamkeitsgründen verfolgt habe: anstatt des kleinstmöglichen Vokabelkarten-Formats die größte Variante im Angebot zu kaufen und dann selbstständig zu zerteilen. Nach dem Prinzip, dass kleine Körper im  Verhältnis zu ihrem Volumen die größte Oberfläche besitzen (was man nicht alles mitnimmt aus dem Bio-Unterricht…) spart das zumindest an der anscheinend obligatorischen Plastikumhüllung. Natürlich gibt es Karton auch unverpackt in Bögen zu kaufen, aber bisher ist mir da noch keiner untergekommen, der meinen Vorstellungen entspricht.

In diesem Semester habe ich – im Unterschied zum letzten – nun doch beschlossen, meine Vokabelkarten in einen Karteikasten einzuordnen – genau so einen, wie man ihn uns in der Unterstufe immer aufzwingen wollte. So einen, wie ich ihn dann regelmäßig verabscheut und in der Ecke verstauben lassen habe. Aber es hat sich einiges geändert, und an Arabisch muss ich ganz anders herangehen als an Englisch, wenn ich will, dass meine Bemühungen mit Erfolg gekrönt sind. Kurz war ich versucht, ein Fertigmodell aus stabilem Plastik zu kaufen – „Hält sicher einige Semester!“ – aber im Endeffekt habe ich dem doch widerstehen können und selbst einen gebastelt. Die ursprüngliche Idee war sogar, ihn ganz selbst zu machen, dann habe ich mich allerdings an eine nahezu perfekt dimensionierte Pappschachtel in meinem Fundus erinnert und diese nur noch unterteilen müssen.

Schmierfink: Konsumreduzierung beim Notizpapier

Ein weiteres Thema ist natürlich das klassische Recyclingpapier… entgegen meiner ursprünglichen Annahme tatsächlich auch liniert zu haben (die gängigen Drogeriemärkte scheinen zu meinen, alle Ökos benutzen nur kariertes Papier). Allerdings bei weitem nicht immer und überall – Glück hatte ich vor allem in Eine-Welt- und Bio-Läden. Aber selbst recyceltes Papier ist eigentlich noch zu schade für meine hingekrakelten Arabisch-Übungssätze… die dann einmal vorgelesen und nie mehr angekuckt werden. Dafür bietet sich eine weitere „Papierquelle“ an – trotz vorbeugender Maßnahmen erhalte ich doch hin und wieder Post, die höchstens einmal gelesen und dann weggeworfen wird – frei Haus auf einseitig bedruckten Bögen. Oder ich schicke Stipendien-Bewerbungen (auf Wunsch der Stiftung ebenfalls einseitig bedruckt) ein und bekomme sie mit ablehnendem Bescheid zurück. Kurz: Ich habe eigentlich immer einen reichlichen Vorrat an „Schmierpapier“. Den zu lochen und für solche Wegwerf-Aufgaben bereitzuhalten, kostet höchstens minimalen Aufwand.

… und noch mehr Papier!

Auch wenn ich es versuche, manchmal lassen sich Kopien und Ausdrucke nicht vermeiden. Schade finde ich es in dem Zusammenhang, dass der Druckerpool und die Kopierer der Uni mir nicht die Möglichkeit geben, auf Recyclingpapier zu drucken – aber sooo viel drucke ich dann auch wieder nicht, dass sich (meiner Ansicht nach) die Anschaffung eines eigenen Druckers lohnen würde – und Kopien sind sowieso meistens vor Ort zu machen, wenn die Bücher, aus denen ich kopiere, zum Präsenzbestand gehören.

Darum hat sich eigentlich nur Folgendes bewährt: Doppelseitig drucken/kopieren und durch Verkleinerung möglichst viele Seiten auf ein Blatt bringen. Das macht vor allem Sinn bei Folien, die meistens viel größere Schriftarten verwenden, als es in einem Ausdruck notwendig ist. Bücher kleinzukopieren ist dagegen wohl eher nicht sonderlich zielführend.

Seit einiger Zeit überlege ich, ob es Sinn macht, mir für PDF-Dokumente einen e-Book-Reader oder Ähnliches zu besorgen, damit ich sie gar nicht mehr ausdrucken muss. Da ich aber nicht glaube, dass ich auch für reguläre Bücher auf ein e-Format umsteigen möchte (das Angebot an Titeln ist einfach nicht so riesig, außerdem schätze ich es, Bücher nicht immer kaufen zu müssen, sondern auch leihen zu können), lohnt sich das wohl eher nicht.

Drumherum: Unileben besteht nicht nur aus Lerninhalten

Die Sache mit dem Transport dürfte sich von selbst erklären – aber welcher Student fährt denn auch jeden Tag mit dem Auto zur Uni? Die Mode haben wir wohl doch in der Oberstufe abgehakt.

Weniger selbstverständlich scheint die Verpflegung zu sein – muss es denn wirklich jeden Tag ein Kaffee aus dem Wegwerfbecher sein? Es gibt so viele formschöne Tassen und Becher, die sich jeden Tag wieder neu befüllen lassen – viele davon sogar mit Thermo-Funktion und für diejenigen, die gar nicht auf das Coffee-To-Go-Feeling verzichten mögen, sogar in einschlägigem Design. Oder man bastel-häkelt sich einfach selber einen transportablen Kaffeebecher… so wie ich. Allerdings ist es mir bis heute nicht geglückt, ihn wirklich dicht zu gestalten. Habe ich immer falsche Schraubgläser benutzt? Lassen sich heiße Flüssigkeiten grundsätzlich nicht auslaufsicher in Schraubgläsern lagern? Fragen über Fragen.

Ein anderes, sehr verwandtes Thema sind Wasserflaschen – und spätestens damit bin ich in diesem Beitrag an einem Punkt, wo ich merke, dass ich nur alte Erkenntnisse gebetsmühlenartig wiederhole. Einwegflaschen wandern meistens in den Mülleimer, im günstigsten Fall in irgendeine Werstofftonne, sodass sie (unter im grunde in diesem Fall unnötigem, weil weitgehend vermeidbarem Energieaufwand) recycelt werden können – sofern das bei ihrem Grundstoff überhaupt möglich ist: mir ist immer noch nicht ganz klar, welche Arten von Kunststoff sich nun wiederverwenden lassen und welche nicht. Eine andere Art der Wiederverwendung ist die, die manche Leute ziemlich ausdauernd praktizieren: Eine Einwegflasche einfach immer und immer wieder zu befüllen, bis sie irgendwann verloren oder kaputt geht. Das spart zwar Abfall (wenn auch nicht so viel, wie möglich wäre, denn immerhin wird das Teil ja früher oder später doch ersetzt), aber dafür setzt man seinen Körper unter Umständen  unnötig ausgewaschenen Chemikalien aus, vor allem, wenn die Flüssigkeit heiß ist/erhitzt wird (beispielsweise durch Sonneneinstrahlung) oder Säuren enthält, die die Oberfläche angreifen. Ich persönlich bevorzuge darum eine zu diesem Zweck angeschaffte Trinkflasche. Wenn ich es heute zu tun hätte, würde ich darauf achten, dass ich eine unbeschichtete Edelstahlflasche bekomme (Glas ist mir zu bruchanfällig, ansonsten wäre eine wiederverwendete Pfandflasche meine erste Wahl). Da ich meine schon vor einigen Jahren erworben habe, besitze ich nun eine SIGG-Flasche mit Innenbeschichtung, von der mir nicht ganz klar ist, woraus sie eigentlich besteht. Die SIGG-Homepage sagt etwas von Copolyestern und einer Beschichtung, die nicht mit anderen Stoffen reagiert – aber wie gesagt, wenn ich es wieder zu tun hätte, würde ich auf Nummer sicher gehen und eine unbeschichtete Flasche wählen.

Wem übrigens eine Motivation fehlt, auf Leitungswasser (eventuell selbst aufgesprudelt und/oder mit Säften versetzt) umzusteigen, der sei an den Preis erinnert: Während Leitungswasser so gut wie umsonst ist, kostet Flaschenwasser, obwohl es sich qualitativ nicht sonderlich von ersterem abhebt, ein Vielfaches seines „Ausgangsstoffes“. Und wenn ich „vielfach“ sage, meine ich keine ein- oder zweistellige Ziffer… sondern eine mindestens dreistellige. Eine ziemlich aufschlussreiche Dokumentation über die Problematiken von Flaschenwasser kam vor einiger Zeit auf Arte unter dem Titel „Flaschenwahn statt Wasserhahn“.

Das solls erst mal gewesen sein… sicherlich folgen bei passender Gelegenheit noch mehr Beiträge zum Thema Studium und Uni.

Schmutzige Geheimnisse: Meine Plastic-Challenge-Auswertung

4 Mai

Es hat schon etwas leicht Perverses an sich, seinen Müll mit sich nach Hause zu tragen, anstatt ihn an Ort und Stelle (beispielsweise bei den Eltern zuhause) zu entsorgen, ihn dann noch mal Stück für Stück durchzugehen und schließlich fein säuberlich sortiert abzufotografieren… aber seis drum, für den guten Zweck, dass es nächsten Monat weniger wird, tu ich das doch gerne.

Zunächst sei mal mein Endergebnis nach Gewicht verkündet:

276g

habe ich diesen Montat an Kunststoff-Abfällen „produziert“.

Vieles davon wäre sicherlich vermeidbar gewesen… aber schlüsseln wir es noch ein wenig genauer auf, bevor wir darauf eingehen:

Kategorie 1: Vermeidbare und Unvermeidbare Übel

Enthält Verpackungen von Kichererbsen, Bohnen, etc. – wie Stephie bereits in einem früheren Post erwähnt hat, lässt sich da evtl. Verpackungsmüll sparen (und gleichzeitig auf Papierverpackung umsteigen), indem man „Großgebinde“ kauft – wobei selbst bei haltbaren Lebensmitteln die Frage zu klären wäre, inwieweit das für einen Studentenhaushalt praktikabel ist.

Außerdem die absolut unnötige Verpackung eines Kopfsalates, den es im Supermarkt nur so eingewickelt gab, mein Bio-Supermarkt allerdings genauso wie Wochenmärkte und auch viele „normale“ Supermärkte bieten unverpackte Salatköpfe an.

Eine Plastiktüte vom Gemüseeinkauf – wird in Zukunft durch (wiederverwendbare) leere Kartoffelsäcke, die ich (mit Erlaubnis) von meiner Mutter stibitzt habe, ersetzt. Und das meiste lässt sich ohnehin unverpackt einkaufen.

Verpackung von aus Ägypten mitgebrachtem Hibiskustee – ließe sich wohl umgehen, indem man losen Tee in einem Land kauft, in dem man der Landessprache soweit mächtig ist, dass man die zuständige Person dazu überreden kann, einem den Tee in ein wiederverwendbares Behältnis abzufüllen. 😉

Kategorie 2: kleine Laster und Kram


Neben abgeschnittenen Ecken von ein paar Plastiktütchen, und dem Deckel eines leider zersprungenen ansonsten gläsernen Döschens (beides fällt hier mal unter „Kram“) enthält diese Kategorie Folgendes:

Einen Cocktail-Strohhalm – ich habe vor, mir wiederverwendbare Trinkhalme anzuschaffen, allerdings bleibt abzuwarten, ob diverse Bedienungen dann auch bereit sind, die Plastikvariante zu deren Gunsten wegzulassen.

Die Verpackung eines Teebeutels – ehrlich mal, wie sinnlos ist das denn? Teebeutel an sich sind schon eigentlich nicht wirklich nötig, aber dann auch noch einzeln in Plastik verpackt? – Ergebnis eines Besuchs in der Krankenhauscafeteria und der Überlegung „was trinke ich jetzt, das weder Milch enthält noch Müll verursacht (Flaschenwasser bzw. Softdrinks) noch vom anderen Ende der Welt eingeflogen und vermutlich unter zweifelhaften Bedingungen angebaut wurde (Kaffee, Schokolade)?“ Der Weisheit letzter Schluss war eben diese Tasse Tee.

Plastiktüte, die ein als „zu verschenken“ beschrifteten Gummibäumchen beherbert hat, das ich adoptiert habe  – wird wiederverwendet.

Verpackung einer Packung Chips, die ich im Zuge eines Filmeabends mit einem Kommilitonen zwar nicht gekauft, aber mit Genuss mit verspeist habe. Der einzige plastikfreie Snack, den ich bisher aufgetan habe, ist leider selbstgemachtes Popcorn, und das auch nur, wenn man so tut, als wäre der dafür benötigte Mais nie verpackt gewesen…

Stellvertretend für mehrere mit-angegessene Tafeln Schokolade eine schließlich geleerte Verpackung.

Kategorie 3: Ostern


Neben der Verpackung von Schoko-Eiern/als Geschenk erhaltenen Süßigkeiten und Schale sowie Plastikhülle einer ebenfalls geschenkt bekommenen Packung Lokkoum (?), die völlig überflüssige Verpackung der Gebrauchsanweisung (!) zu meinen neuen Silikonbackförmchen (ebenfalls ein Geschenk) und die leere Packung Kokosflocken, die in unseren Osterlämmchen gelandet ist.

Kategorie 4: Zimmerentrümpelung


Das war mal fällig, nachdem mein Zimmer bei meinen Eltern zuhause immer noch beinahe so aussah, als wäre ich grade ausgezogen… Und dabei kamen natürlich einige Sachen ans Licht, die weggeworfen werden wollten, hauptsächlich Papier (alte Spiegel-Ausgaben zum Beispiel), aber eben auch einiges an Kunststoff:

Fenster diverser Briefumschläge, hauptsächlich aus Werbesendungen (wie sich die minimieren lassen, dazu siehe mein Beitrag über die Robinsonliste)

Eine leere Bleistiftminen-Kapsel – ich sollte wohl mal schauen, ob es die nicht auch ohne Plastikverpackung gibt. Aber irgendwie bezweifle ich es. Natürlich könnte ich ganz einfach Holzbleistifte kaufen, aber eigentlich mochte ich die Materialersparnis durch Druckbleistifte bisher ganz gerne.

Gepäckaufkleber von meinem letzten oder vorletzten Kairo-Flug – diese Flugreisen stellen natürlich verglichen mit fast allem, was ich hier bisher behandelt habe (mit Ausnahme vielleicht von Fleisch- und Milchkonsum) die größte Umweltsünde dar. Und das lässt sich auch nicht wegdiskutieren – obwohl ich wenigstens darauf achte, zur „Neutralisierung“ meiner Emissionen CO2-Ausgleichs-Zertifikate zu kaufen.

Clip von einem noch funktionstüchtigen, aber in Mitleidenschaft gezogenen Kugelschreiber

Aufnäher von einem Schultheater-Kostüm, die ich leider versäumt habe, mit dem Kostüm zusammen zurückzugeben.

Das Haltedingens aus einem Schnellhefter

Ein Stück Fleecestoff, von dem ich nicht sicher weiß, aber stark befürchte, dass es aus Kunststoff besteht

Die Fernbedienung meiner Stereoanlage, die zwar noch funktioniert, aber quasi nie benutzt wird (die Fernbedienung, nicht die Anlage)

Ein nicht mehr funktionstüchtiges Miniradio

Becher von einem Smoothie, den ich irgendwann mal gekauft und dann eine Weile lang immer wieder verwendet habe, darum war er noch in meinem Zimmer verstaut. Eigentlich habe ich fest vor, Getränke in Zukunft nur noch in wiederverwendbaren Gläsern zu ordern bzw. meinen selbsgebastelten ultracoolen 😀 Travel Mug zu benutzen… aber wie sich dieser Vorsatz umsetzen lässt, bleibt abzuwarten.

Lizzynet-Werbeaufkleber

Verpackung von Stricknadeln, die ich irgendwann geschenkt bekommen habe

Eine fast kaputte Schutzhülle von meiner Sparkassen-Karte. Im Moment benutze ich eine andere Hülle, die ich mal bekommen habe, aber da die sich nicht so bewährt, könnte es sein, dass ich einfach selbst einen Ersatz bastle. Aus ein bisschen Pappe müsste das ja leicht nachzustellen sein.

Schaumstoff

Endstück eines inzwischen nur noch als USB-Stick gebrauchten uralt-MP3-Players, das aber wahrscheinlich noch mal zum Einsatz kommt, in der Hoffnung, dass es dessen Leben noch ein bisschen verlängert

jede Menge Klebebandreste

Deckel einer Plastikschachtel, von der ich schon nicht mehr weiß, was sie einmal enthalten hat

Und schließlich meine eine Weile lang sehr genossenen, inzwischen aber völlig untauglich gewordenen iPod-Ohrstöpsel. Das andere Paar, das ich besitze, geht auch schon in die Binsen, gibt aber wenigstens noch Geräusche von sich, und so lange das der Fall ist, wird es immer wieder geklebt und aufgepäppelt. 😀

Abfallfreies Einkaufen und Plastiktütenverbot

14 Apr

Manche Produkte lassen sich relativ einfach plastikfrei einkaufen. Brot beispielsweise bekomme ich bei fast jedem Bäcker in der Papiertüte ausgehändigt – aber ist das eine ideale Lösung? Immerhin bleibt es dabei, dass für ein Produkt, das ich grade mal für den Weg vom Bäcker nach Hause „brauche“, Rohstoffe verpulvert werden. Das selbe gilt für Papier-Tragetaschen, die an der Supermarktkasse als Alternative zu Plastik angeboten werden. Zwar würde ich sie in einem Notfall – das heißt, wenn ich dringend große Mengen kaufen müsste und keine Möglichkeit hätte, auf Mehrwegtaschen zurückzugreifen – den Plastiktüten immer noch vorziehen. Denn die Tatsache bleibt bestehen, dass sich eine Papiertasche leichter entsorgen – sprich recyceln oder kompostieren – lässt als ihr Plastik-Gegenstück. Aber als Freibrief zum Verwenden von Papiertüten sehe ich diesen Vorteil noch lange nicht an, und das nicht nur wegen der unvermeidbaren Verschwendung von Rohstoffen:

In einer Publikation des Umweltbundesamtes heißt es mit Bezug auf Papier-Tragetaschen:

Die gängige Meinung, Papier sei generell besser als Kunststoff, stimmt nicht. Für Tragetaschen aus Papier sind besonders lange und damit reißfeste Zellstofffasern notwendig, zuvor behandelt mit Chemikalien. Ob
Papiertüten im Einzelfall besser oder schlechter sind als Tüten aus Kunststoff, hängt vom verwendeten
Rohstoff (Altpapier oder Recyclingkunststoff) und der Art der Entsorgung ab. Die Unterschiede
zwischen Papier- und Kunststofftüten werden jedoch bedeutungslos, wenn man bedenkt,
dass es mit der Mehrweg-Einkaufstasche eine wesentlich bessere Alternative gibt.

 

Wie so vieles hat auch die Frage, wie wir unsere Einkäufe nach Hause tragen, natürlich mehrere Dimensionen: Die eine ist meine ganz persönliche Entscheidung, die zwar absolut betrachtet keine große Wirkung haben mag, aber den Vorteil hat, dass ich die Möglichkeit habe, direkt und sofort darauf Einfluss zu nehmen. Einige Ansätze, wie ich mein Aufkommen an Verpackungsmüll reduziere, weiter unten in diesem Beitrag und sicherlich noch oft in zukünftigen Blogeinträgen.

 

Vom Sinn und Unsinn der gesetzlichen Regelung

Die zweite Dimension, die sehr viel mehr Menschen betreffen kann und damit auch die größere Wirkung erzielt, ist die gesellschaftspolitische. Beispielsweise wird immer wieder darüber diskutiert, ob man Plastiktüten nicht generell verbieten sollte – einige Länder haben das bereits getan. Das Problem: Wenn die Einstellung erhalten bleibt, dass es normal und problemlos ist, für jeden Einkauf eine neue Wegwerftüte zu verwenden, weichen Konsumenten unter Umständen einfach auf Papiertüten aus, was, wie oben bereits angedeutet, keine wirkliche Verbesserung der Lage darstellt.

Die wesentlich bessere Alternative scheint eine Steuer bzw. Abgabe auf Einweg-Einkaufstüten zu sein – die sowohl auf die Plastik- als auch auf die Papiervariante erhoben wird. Dabei bleibt es erstens dem Staat erspart, weitere unsinnig kleinteilige Verbote zu erlassen, während Verbraucher weiterhin im „Notfall“ zu praktischen Einwegtüten greifen können.

Zweitens wird der „Ausweicheffekt“ verhindert und stattdessen – hoffentlich – wirklich für eine größere Anzahl anMenschen eine Motivation geschaffen, Mehrwegtaschen zum Einkaufen mitzubringen. Um das zu gewährleisten, muss natürlich die Abgabe pro Einwegtasche auch spürbar sein – zwei, drei Cent machen kaum einen Unterschied. Dass eine spürbare „Besteuerung“ auch einen spürbaren Nutzen nach sich ziehen würde, lässt sich meiner Ansicht nach leicht nachvollziehen, wenn wir einen Blick auf das werfen, was heute schon Gang und Gäbe ist: in den meisten Lebensmittelmärkten sind Einkaufstüten – egal ob ein- oder mehrweg – nur gegen Aufpreis zu haben, in anderen Läden, beispielsweise Modegeschäften, werden sie kostenlos angeboten – wenn man die Selbstverständlichkeit, mit der sie einem nachgeworfen werden, noch als „Angebot“ bezeichnen will. Im Supermarkt beobachte ich eher selten, dass jemand zur Einwegtasche greift – Passanten mit Taschen, die das Logo eines Modelabels tragen, gehören dagegen zur Grundausstattung  jeder Fußgängerzone.

Dass sich eine Tüten-Abgabe realisieren lässt, zeigt das Beispiel Irland, wo sie bereits seit 2002 besteht.

Obwohl ich von Unterschriftenaktionen für das Plastiktüteverbot gehört habe, hat sich mir aber leider bisher noch nicht erschlossen, wie sich die Abgaben-Alternative unterstützen ließe. Sobald ich es herausfinde, mehr dazu.

Man könnte die Idee natürlich auch weiter denken – was ist mit den anderen Einweg-Verpackungen, die Straßen und Fußgängerzonen „verschönern“? Wie wäre es wohl, wenn wir für jeden Plastikeisbecher und jeden Coffee-To-Go-Becher einen Aufpreis zahlen müssten? Würde das mehr Leute motivieren, über abfallfreie Alternativen nachzudenken – beispielsweise einen Mehrwegkaffeebecher, womöglich sogar mit Thermosfunktion, um den Koffeinschock schön warm zu halten?

 

„Ich bin komisch, ich darf das!“ – abfallfreies Einkaufen

(Christiane, falls du das hier jemals lesen solltest, vielen Dank für diese auf alle Lebenslagen anwendbare Ausrede. :D)

Womit wir bei der Eigeninitiative wären. Manche Dinge, beispielsweise die Stofftüte für den Wocheneinkauf oder der wiederbefüllbare Thermos-Kaffeebecher scheinen sich ja glücklicherweise langsam durchzusetzen. Jedenfalls haben die meisten Menschen schon mal davon gehört – auch wenn erstaunlich wenige auch bereit sind, den minimalen Mehraufwand zu betreiben und damit Müll einzusparen.

Mit anderen Ideen wird man zwar mitunter etwas schräg angeschaut, bekommt aber in der Regel seinen Willen – so wie ich mit meinem Stoff-Brotbeutel, der Konsequenz aus der einleitenden Überlegung:

 

Durch ein paar zusätzliche Nähte umfunktioniertes Messemitbringsel von meinem Papa - zwar nicht plasitkfrei, aber sicherlich ressourcenschonender als ein niegelnagelneuer Baumwollbeutel

 

 

Und dann gibt es noch diejenigen Alternativen, die sich zwar bieten, aber nicht nutzen lassen – das durfte ich bei einem charmanten Gespräch an der Käsetheke eines Lebensmittelmarktes feststellen, wo sich die Verkäuferin schlicht weigerte, mir meinen Käse in eine mitgebrachte Glasdose abzupacken. An sich kein Problem, dachte ich, schließlich wird der Käse frisch geschnitten und dann erst verpackt. Es dürfte also doch wohl relativ egal sein, ob er in meine Dose oder eine 08/15-Wegwerfverpackung wandert? Fehlanzeige.

Die erste Verkäuferin, an die ich geriet, erklärte mir, sie müsste erst ihre Kollegin fragen, ob das ginge, und wollte schon damit anfangen, mir den Käse aufzuschneiden – natürlich unter Zuhilfenahme des plastikbeschichteten Papiers, das ich ja eben vermeiden wollte. Ich habe sie also gestoppt und erklärt, ich wollte erst wissen, ob ich meinen Käse so verpackt haben kann, wie ich das möchte, bevor sie ihn aufschneidet.

Erneutes Warten, dann erschien die Expertin – die mir rundheraus erklärte, sie könnte so was nicht machen.

Da müsste sie ja schließlich die Waage neu tarieren, habe ich auf meine Frage nach dem Grund erfahren.

Das würde dann dauern.

Und obwohl die Gewichtsangaben von Papier und verschiedenen Plastikbechern, wie ich gehört habe, sowieso eingespeichert sind (also vermutlich nicht gänzlich verloren gegangen wären, wenn sie auch noch meine Glasdose gewogen und dieses Gewicht dann von meinem Einkauf abgezogen hätte), schien das ein großes Problem zu sein.

Dabei war ich, wie ich hinzufügen möchte, weit und breit die einzige Kundin, ich hätte also niemanden ungebührlich lange warten lassen.

Sie könnte mir den Käse ja einpacken und ich könnte ihn dann selbst umpacken, lautete der Vorschlag.

Riesenidee. 😀

Schließlich habe ich ihr erklärt, ich würde meinen Käse woanders einkaufen, seitdem aber keinen Versuch gestartet, in einem anderen Laden das selbe zu probieren. Ein bisschen Käse war mir einfach bisher eine neuerliche Diskussion nicht wert. Vielleicht besser so – schließlich habe ich inzwischen herausgefunden, dass Käse in der Klimabilanz schlechter abschneidet als manche Fleischsorten – einige Tabellen ordnen ihn sogar noch CO2-„belasteter“ ein als Rindfleisch, andere vor diesem, aber hinter Schweine- und Geflügelfleisch. Die Unterschiede ergeben sich, nehme ich an, je nach dem, welche Faktoren in die Berechnung der CO2-Bilanz mit einbezogen werden. Ermutigend ist nichts von alledem, eher ein weiteres Argument, sich vegetarisch zu ernähren.

Wenn Käse bloß nicht so lecker wäre…

Top, die Wette gilt!

12 Apr

Zugegeben, diese Ankündigung kommt etwas spät – denn der zugehörige „Wettbewerb“ zwischen uns dreien läuft bereits seit dem 1. April. (Und nein… das ist kein verspäteter Aprilscherz. 😉

Um unser persönliches Aufkommen an Plastikmüll besser einschätzen zu können und gleichzeitig Ansporn und Anregung zum Einsparen zu finden, haben wir kurzerhand einen Wettbewerb ins Leben gerufen. Jede von uns sammelt dabei einen Monat lang ihren Kunststoffabfall – und am Ende des Monats wird dann gewogen und aufgelistet.

Gewinnerin ist natürlich diejenige, die am wenigsten Abfall produziert hat…

Die Regeln im Detail:

– Alles wird gesammelt, egal, ob es sich über den gelben Sack „recyceln“ ließe oder nicht (das können wir später immer noch machen, wenn der Monat vorbei ist)

– Es spielt keine Rolle, ob das Plastik erst innerhalb dieses Monats gekauft wurde oder sich bereits vorher im Haushalt befand, gezählt wird, was in den Mülleimer wandern würde

– Auch Plastik, das wir nicht selber erwerben, sondern das z.B. im Rahmen unserer Ostergeschenke anfällt, wird mit eingerechnet

– Als Abrechnungsgröße dient das Gewicht, weil es einfacher zu vergleichen ist als Anzahl und Volumen

Großgebinde – Buying in Bulk

12 Apr

Gestern haben Rebecca und ich uns darüber unterhalten, dass man im Bioladen und auch sonstwo nicht in großen Mengen einkaufen kann. Ergo, höchstens 1kg Päckchen in Plastik abgepackt  kaufen kann.

In amerikanischen „Öko“ Märkten, wie beispielsweise Whole Foods, ist „buying in bulk“ üblich – nämlich dass ein großer Eimer Reis/Bohnen/Flocken bereitsteht und man sich dann die gewünschte (kleine/große ;-))Menge in eine eigene Tasche oder gestelltem Behälter abfüllen kann. Es geht auch darum, dass man damit die gekaufte Menge auch von Mehl und Gewürzen selbst bestimmen kann.

Natürlich musste ich gleich recherchieren, ob es denn irgendwo Bio-Großpackungen zu kaufen gibt! Und siehe da, das entscheidende Stichwort ist „Großgebinde“. Und diese sind zumeist in Papier verpackt!

Als ich die folgenden Seiten durchgestreift bin, hatte ich zum einen Lust mein Ganzes Geld hier auszugeben (sobald ich wieder etwas habe!) und zum anderen Lust darauf zu kriegen meinen eigenen Whole-Foods-artigen- Laden aufzumachen 😉

http://www.newstartcenter.biz/

http://bionaturhandel.de/ 

Viel Spaß beim Stöbern. Ich kann kaum erwarten hier ein paar Sachen zu bestellen. Vor allem die 10 oder 25 kg Packungen Sojabohnen habe ich im Auge. Ich hab mir gerade geschworen Sojamilch nur noch selbst herzustellen (Fort mit euch, Tetrapaks!!) und auch einzufrieren für späteren Gebrauch.

P.S.:

Im Moment suche ich nach Geschäften, die die Möglichkeit bieten selber abzufüllen… Ich vermute, mir fehlt die passende Terminologie, oder die Geschäfte sind zu klein, um eine Internetpräsenz zu haben. Zudem muss man sagen, dass „Bulk Bins“ auch sauber und dicht verschlossen gehalten werden müssen, damit kein Ungeziefer rein kommt, Getreide u.ä. nicht an der Luftfeuchtigkeit verdirbt, und die Schaufeln zum-  naja^^ – schaufeln auch regelmäßig gereinigt werden.

Bisher habe ich nur einen Bioladen in Düsseldorf gefunden, bei dem scheinbar Gewürze und auch Olivenöl selber abfüllen kann (http://www.oekoma.de/), (inzwischen mehr dazu in diesem Blogeintrag) und viele Teegeschäfte füllen auch in mitgebrachte Dosen ab.

Und vor kurzem (Ende 2013 inzwischen) wurden beim Lidl sowohl „Großgebinde“ an gerösteten und gesalzenen Pistazien und Mandeln gesichtet, wie auch Litschis. Eine neuere Linkzusammenstellung findet ihr in unserem neuerem Post „Großgebinde II“

Grausame Wortschöpfung, tolle Erfindung: die „Mondtasse“

10 Apr

Ursprünglich wollte ich zu diesem Thema einfach einen Artikel kopieren, den ich vor einiger Zeit (ziemlich am Anfang meiner „grünen Phase“) auf http://www.lizzynet.de veröffentlicht habe. Aber beim Lesen ist mir nicht nur wieder einiges eingefallen, was ich fast verdrängt hatte, sondern auch aufgefallen, dass das einfach nicht mehr meine Worte sind. Also gibt es nur für diesen Blog einen niegelnagelneuen Artikel zum Thema (fast) abfallfreie Monatshygiene. Wer lieber nicht mit den „blutigen Details“ konfrontiert werden möchte, der möge ihn bitte nicht lesen.

Vorweg muss ich sagen, dass es natürlich viele Wege gibt, die klassischen Tampons oder Binden ein bisschen umweltfreundlicher zu nutzen. Man kann beispielsweise Tampons aus Biobaumwolle kaufen oder waschbare Binden benutzen.

Für mich das – nach meinem bisherigen Wissensstand – Nonplusultra ist aber der „menstrual cup“. Man möge mir den Anglizismus verzeihen… aber Menstruationstasse klingt einfach zu blöd. Der Begriff wird ja wohl nur noch übertroffen von der allen ernstes verwendeten deutschen übersetzung von „mooncup“ – „Mondtasse“!

Aber wie man es auch immer nennen mag – das Produkt, von dem ich spreche, ist ein kleiner Becher aus flexiblem Material, der sich wie ein Tampon einsetzen lässt und die Menstruationsflüssigkeit auffängt (nicht aufsaugt), bis er beim nächsten Toilettengang entleert werden kann. Die meisten „Tassen“, die ich kenne, bestehen aus Silikon, es lässt sich also darüber streiten, ob man sie „plastikfrei“ nennen kann – obwohl Silikon zumindest nicht aus Erdöl hergestellt wird. Der „Keeper“, die erste Menstruationstasse, von der ich je gelesen habe, ist allerdings auch aus Naturkautschuk erhältlich. Ich habe keine Ahnung, ob er auch in Deutschland zu haben ist – aber meiner Ansicht nach ist bereits die Silikonvariante umwelttechnisch um ein vielfaches besser als Einwegprodukte jeder Art – selbst, wenn sie aus biologisch angebauter Baumwolle bestehen. Denn auch diese muss ja für jeden Tampon und jede Binde neu herangezogen werden, wohingegen eine Menstruationstasse jahrelang, nach Auskunft des Herstellerst etwa zehn Jahre, verwedet werden kann.

Für meinen ersten Artikel habe ich dazu eine kleine Rechnung durchgeführt:

„Gehen wir davon aus, eine Frau, die mit 12 ihre Tage bekommt und mit 50 mit dem Thema abgeschlossen hat, benutzt ihr Leben lang nur Binden. Das macht 38 Jahre, in denen sie jeden Monat, sagen wir, drei Tage lang (und das ist meiner Erfahrung nach eine eher optimistische Schätzung) auf Binden angewiesen ist. Und sind wir weiterhin optimistisch und sagen, sie kommt mit vier Binden am Tag aus.

38 * 12 = 456

456 * 3 = 1368

1368 * 4 = 5472

In Worten: Fünftausendvierhundertzweiundsiebzig Binden in einem Frauenleben! Die selbe Rechnung liesse sich natürlich auch auf Tampons anwenden.

Die Küchenwaage, die ich zur Verfügung habe, ist kein Wunder an Genauigkeit, aber nach dem, was ich ablese, wiegt eine mittelgrosse Binde bzw. ein mittelgrosser Tampon zwischen fünf und zehn Gramm – gehen wir für diese Rechnung mal von sieben aus.

5472 * 7 = 38304

Also etwa 38 Kilo Müll, das aufgesogene Blut noch gar nicht mitgerechnet!

Wie war das jetzt mit den finanziellen Vorteilen? Auch auf die Gefahr hin, euch zu langweilen, muss ich noch mal ein bisschen vorrechnen: Eine Packung always-Binden, Inhalt 14 Stück, kostet ca 3,50 €. Es gibt billigere Marken, also sagen wir, um die drei Euro für 14 Stück.

5472 / 14 = gerundete 391

391 * 3 Euro = 1173 Euro

Dafür könnten wir uns 117 Taschenbücher für je 10 Euro kaufen. Oder 14 Paar Schuhe für je 80 Euro.

Natürlich gibts den mooncup, Diva-Cup, Keeper und wie sie alle heissen auch nicht ganz umsonst. Die meisten Modelle kosten zwischen zwanzig und dreissig Euro, manche etwas mehr. Aber dafür sollen sie, bei richtiger Pflege, bis zu zehn Jahre einsatzfähig sein, das hiesse dann laut unserer Rechnung, 120 Euro Unkosten.“

Dem darf ich vielleicht noch hinzufügen, dass auf der Keeper-Homepage die geschätzte Zahl der Binden bzw. Tampons, die eine Frau in ihrem Leben verbraucht, ca. drei mal so hoch angesetzt wird, wie ich es in meiner vorsichtigen Rechnung getan habe.

Dabei war für mich die Abfall-Ersparniss zwar der erste Anreiz, mir eine Menstruationstasse anzuschaffen, aber ich habe bald noch einen weiteren unschätzbaren Vorteil entdeckt: mit meinem mooncup passiert es mir nie wieder, dass ich, während ich meine Tage habe, unterwegs bin und mir auf einmal die Tampons ausgehen. Gut, das mag nur ein Problem sein, wenn man so chaotisch veranlagt ist wie ich, ich bin schon gewillt, zu glauben, dass es Frauen gibt, die IMMER daran denken, ein paar Extratampons einzupacken. Ich nicht. Und Klopapier als Ersatzbinde ist… nicht meine erste Wahl.

Der Mooncup muss dagegen nicht ausgewechselt werden, er wird einfach bei Bedarf entleert, mit Wasser ausgespült (oder, wenn es mal gar nicht geht, weil man sich z.B. auf einer öffentlichen Toilette befindet und das blutige Ding nicht mit ans Waschbecken nehmen will, zur not auch so belassen, wie er eben ist) und wieder eingesetzt.

Zum „Einsetzen“ gibt es sogar verschiedene Falttechniken, habe ich mir sagen lassen – ich muss sagen, ich war nie geduldig genug, das zu probieren. Meiner wird einfach so behandelt, wie es am praktischsten ist.

Um das Ganze hygienisch zu gestalten, muss der Becher natürlich gründlich gereinigt werden, bevor er wieder für fast einen Monat in den Schrank oder wohin auch immer wandert – abkochen oder kurzes Einlegen in verdünnten Essig bieten sich da an.