Tag Archives: Haushalt

Schlafsack reparieren – Reißverschluss und Riss

28 Mrz

Ich bin nicht der größte Fan von Schlafsäcken. Raschelndes Polyester und beengt in einem Sack liegen… uwah. Aber die letzte Woche in Berlin verbrachten mein Schurke und ich die Nächte größtenteils im Schlafsack auf Sofas. Und siehe da, eines morgens strecke ich mich und es macht Ratsch! – Schlafsack innen aufgerissen. Ich habe in dem Moment bereut, dass ich mein kleines Nähset nicht dabei hatte – aber dafür eben schnell mit der Nähmaschine, jetzt wo ich wieder Daheim bin.

Bei der Gelegenheit stelle ich gleich die kompliziertere Reparatur des Schurkens‘ Schlafsack vor, die ich vor ein paar Monaten unternommen habe – da war nämlich der lange Reißverschluss an der Seite kaputt. Lange war es damals auf meiner To-Do Liste diesen Schlafsack zu reparieren… aber wie? Und überhaupt, wo den Reissverschluss herkriegen? Ist das nicht teuer?

Der Reissverschluss war ganz einfach bei Schneidereibedarf Werner zu bestellen – ca 1,30 € pro Meter. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, ob es der selbe Shop ist, indem ich damals gekauft habe, aber die Preise sind ähnlich. Damals war der Versand fast genauso teuer wie die 2-3 m Reissverschluss + extra Schieber den ich gekauft habe. (Inzwischen habe ich meine Rechnung wiedergefunden – ich habe im „Reissverschluss-Laden“ online bestellt. )

Aber wie nun einen Reissverschluss annähen? Den ganzen Schlafsack auftrennen? Nein – ich habe nichts aufgetrennt. Ich habe den vorherigen Reissverschluss geöffnet, und den neuen darunter genäht, in dem Teil zwischen eigentlichem Schlafsackflausch und Plastikreissverschlusszähnen. Der Schlafsack ist wieder funktionstüchtig – siehe Galerie für Näheres – allerdings sagt der Schurke, dass es durch den Reissverschluss etwas mehr reinzieht als vorher. Trotzdem hält der Schlafsack nun wieder warm und kann seiner Schlafsackfunktion nachkommen.

Ich habe den Reissverschluss mit der Nähmaschine angenäht, aber mit der Hand bekommt man es mit Sicherheit besser hin. Man muss auf jedenfall drauf achten, den Reissverschluss möglichst im geschlossenen Zustand zu vernähen – nicht dass er am Ende nicht mehr zugeht, weil die Zacken nicht mehr aufeinander passen!

Bei Fragen oder Klärbedarf gerne kommentieren oder mich auf muecke.blog@gmx.de anschreiben.

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Kleines Tutorial: Löcher stopfen. So mach ich das.

12 Dez

Ich hoffe dieser Post ist nicht zu Basic im Sinne von „Das wussten wir ja alle eh schon…“DSC_0058

Nicht nur bei Socken, auch bei T-shirts und anderen Kleidungsstücken schleichen sich Mikrolöcher ein. Wie verhindern, dass die größer werden? Diese Methode ist eigentlich das ganz normale Stopfen, wie es mir mal meine Großmutter gezeigt hat. Kann für Socken, T-shirts, so ziemlich jeden Stoff angewandt werden. Bei Jerseystoffen (T-shirts, Söckchen etc) und etwas gröber gestrickten Socken ist es natürlich um einiges unfauffälliger.

Zunächst: Möglichst einen Faden finden der (im Gegensatz zu hier, er ist nur der Anschaulichkeit wegen weiss) möglichst die selbe Farbe und Dicke hat wie der eigentliche Stofffaden. Vor allem bei sichtbaren Stellen ist dies wichtig. (In diesem Fall wird ein Loch in einer Strumpfhose mit Nähmaschinengarn geflickt.)

1. Ich umnähe gern erst mal das Loch 1-2 mal, dies ist aber nicht unbedingt nötig. Genug vom Anfangsfaden über lassen, haltet ihn bei den ersten Stichen einfach fest. Danach verrutscht er nicht mehr.

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DSC_00612. „Längs“ über das Loch nähen. Immer ein paar Stiche im Stoff, über das Loch, ein paar Stiche gegenüber. Nicht zu fest zusammenziehen, sonst verzieht sich der Stoff! Ein Stoffei kann zur Stabilität hergenommen werden, doch ein Stüch Karton oder irgendein anderer Gegenstand geht auch. In dem Falle dieser Strumpfhose und dieses Loches bin ich selbst dieser Gegenstand (haha). Ganz kleine Löcher gehen auch ganz ohne, man muss eben achtsam sein, dass man den Faden nicht zu sehr zusammenzieht. Ich versuche auch beim Stopfen möglichst so zu nähen, dass die Kanten nach innen gefasst werden. Also dass ich, wenn ich in den Stoff (wenn ich auf die rechte Seite Schaue) immer von oben einsteche.

DSC_00633. Quer über das Loch nähen. Dabei möglicht abwechselnd die Nadel unter und über die Längsfäden weben. Ansonsten genau wie 2! Ihr kreiirt ein Schachbrettmuster, mit dem ihr das Loch schliesst. Falls nachdem ihr fertig seit noch größere leere Stellen zwischen den Fäden sind die ihr nicht haben wollt, einfach nach Gefühl weiter weben.

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4. Faule(hust)verknoten das Anfangs- und Endstück, aber das ist hier und beim Stricken verpöhnt. Ansonsten die Enden einfach gut verweben, das hält zum einen gut, zum anderen scheuert ihr euch (bei Socken vor allem!) nicht an dem Knoten. Ich habe schon Löchlein in T-shirts mit Nähmaschinenfaden geflickt, und 3 cm Löcher mit dickerem Garn.

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Ich führe ja inzwischen immer mein entzückendes Reisenähset mit, so kann man in einer freien Minute schnell Löchlein stopfen.

A tale of two black pans

6 Feb

Ich liebe meine gusseisernen Pfannen. So schön robust, so schön unbeschichtet und so schön second hand (ursprünglich haben sie mal meinem Onkel gehört)! Leider… sehen sie, seit ich sie besitze, ungefähr so aus:

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Jup. Pechschwarz. Ich bin dieser Schicht schon verschiedentlich zu Leibe gerückt, nie sonderlich erfolgreich, aber nachdem ich kürzlich über ein paar neue „natural cleaning“ Tips gestolpert bin, war es mal wieder Zeit für einen neuen Versuch. Der Tip, den ich gelesen hatte, verlangte nach klarem Essig, was ich nicht zur Hand hatte, aber zu meinen Putzutensilien gehört seit einiger Zeit Zitronensäure, also habe ich stattdessen die verwendet. Speaking of which – weiß jemand, wo ich das plastikfrei herbekomme? Die dm-Hausmarke, die ich bisher hatte, kommt leider in plastikverkleideten Papiertüten. Anyway! Etwas von der Säure kam in die Pfanne:

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Und darauf etwas heißes Wasser. Später habe ich gemerkt, dass es Sinn macht, die Pfanne möglichst voll zu machen, weil dann auch der Rand sauber wird, aber andererseits kocht die Mischung auch etwas hoch, also nicht übertreiben!

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Die so präparierte Pfanne musste ich dann nur noch eine Weile auf dem Herd vor sich hinköcheln lassen, auswaschen, GRÜNDLICH mit einem Tuch ausreiben, fertig! Naja. Nicht „wie neu“. Aber immerhin… so, dass man das Ursprungsmaterial wieder erkennen kann!

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Ich bin mir sicher, mit ein-, zweimaliger Wiederholung der Prozedur und evtl. noch einer kräftigeren Bürste hätte ich den ganzen Belag abbekommen. Habt ihr irgendwelche Tips, wie man hartnäckigem Dreck „grüner“ beikommt?

Hochzeitsfreie Aussteuer: Was in keinem Haushalt fehlen sollte.

21 Jan

Nope. Keine Brautschuhe. Yours truly ist immer noch die Single-Mücke - wir wollen ja eine ausgewogene Blogging-Frauschaft. ;-)

Nope. Keine Brautschuhe. Yours truly ist immer noch die Single-Mücke – wir wollen ja eine ausgewogene Blogging-Frauschaft. 😉

Wenn ich mich so umschaue in meinem neubezogenen WG-Zimmer, hat sich trotz der wenigen Monate, die ich jetzt hier wohne, doch schon wieder eine Menge Kram angesammelt, den eigentlich kein Mensch braucht. Dazu gehören Deko-Gegenstände und Bücher, von denen ich mir relativ sicher bin, dass ich sie nie mehr lesen werde, aber auch so heiß geliebte Dinge wie meine niegelnagelneue Shisha (ein Weihnachtsgeschenk meines Bruders, das sicherlich noch viel Verwendung finden wird. Aber sind wir mal ehrlich. Nötig ist das nicht).

Neben diesem ganzen Kram allerdings habe ich auch eine ganze Menge praktischer Besitztümer, über die ich immer wieder froh bin, beispielsweise wenn (wie in den letzten Tagen) irgendetwas kaputt geht und mich mein Grundstock an „Werkzeug“ in die Lage versetzt, diesen Missstand schnell zu beheben. Inspiriert von einem tropfenden Wasserhahn, einer temporär streikenden Heizung (die dankenswerterweise meine Mitbewohnerin wieder auf Trab gebracht hat) und meinem immer noch vorherrschenden akuten Kameranotstand ist hier eine Liste von Dingen, von denen ich denke, dass kein alleinlebender erwachsener Mensch sie in seinem Haushalt missen sollte:

Rohrzange bzw. äquivalentes Werkzeug

Mein Rohrzangenersatz ist eigentlich eine Gripzange. Aus keinem bestimmten Grund, außer, dass ich schnell eine Lösung brauchte und das das billigste plastikfreie Werkzeug war, das die beschränkte Auswahl im Kaufhaus für meine Zwecke hergeben wollte. Dank der gut 7 Euro, die ich für das gute Stück ausgegeben habe, kann ich nun nicht nur mit stolzgeschwellter Brust behaupten: Ich habe unsere Waschmaschine repariert. (Eigentlich habe ich ja nur eine Schraube am Zufluss-Wasserhahn etwas festgezogen. Aber pssst!) Ich spare mir auch ein für alle Mal die nassen Füße im Waschkeller, ganz zu schweigen von den Litern unnütz verbrauchten Wassers, die bei jedem Waschgang aus dem Hahn getropft kamen.

Hammer

Muss ich wirklich erklären, dass es schön ist, Spiegel und Bilder nicht mit irgendeinem improvisierten Schlaginstrument an die Wand hängen zu müssen? Von Garderobenhaken ganz zu schweigen.

Zollstock

Measure twice, cut once. Altes Bastelgeheimnis. Wie gut, dass ich meine Tür noch einmal abgemessen habe, bevor ich ein Sofa gekauft habe, das sowieso nicht durchgepasst hätte.

Schraubenzieher

Seit Monaten wackelt der Deckel an unserem Toilettensitz. Und warum das alles? Weil ich es immer noch nicht geschafft habe, das richtige Werkzeug zu beschaffen, um ihn wieder festzuschrauben.

Nähnadeln

Ich liebe Jeans aus dem Second-Hand-Laden, sofern ich es schaffe, gut erhaltene zu finden, sind sie meistens von besserer Qualität als die, die ich mir ansonsten neu kaufen würde. Leider habe ich aber auch ein Händchen dafür, welche zu finden, denen nach ein paar Tagen der Knopf stiften geht. Mit Hilfe meines Nähsets allerdings ist das kein Problem: Da ist schnell ein neuer angenäht.

Faden (schwarz, weiß, braun + was auch immer in eurem Kleiderschrank an Farben vorherrscht)

Siehe oben. Kleinere Kleidungsmalheurs lassen sich mit dem richtigen Werkzeug schnell beheben. Gilt auch für Miniaturlöcher, die, rechtzeitig vernäht, nie richtig sichtbar werden, ansonsten aber gerne ausfransen.

Knöpfe

Siehe oben. Sofern mensch rechtzeitig daran denkt, ergibt sich hier außerdem eine nette Gelegenheit, den Neukauf von kleinen Plastikdingern zu vermeiden: Einfach alte Knöpfe (gefunden, von nicht mehr getragenen Kleidungsstücken abgeschnitten, etc.) sammeln und aufheben, bis ihr Tag wieder kommt.

Stopfnadeln

Sofern man es schafft, dem Problem zu Leibe zu rücken, bevor es zu massiv wird, ein schönes Mittel, um Strümpfe zu schonen. Ansonsten hilft nur noch eins: Bei Strumpfhosen die Füße abschneiden und als Leggins tragen, Socken wegwerfen.

Stoffschere

Wer eine Nähmaschine besitzt, schneidet hiermit Stoffstücke zu, die mensch dann mit der Maschine auf die Innenseite  stark beanspruchter Kleidungspartien näht, um ihr Leben noch ein bisschen zu verlängern. Ein anderes Einsatzgebiet ist z.B. die Wiederverwertung alter Klamotten: Einfach auseinanderschneiden und schon bekommt das alte T-Shirt, der alte Schlafanzug, etc. ein neues Leben als Putzlappen.

Kleine Zange

Bin ich die Einzige, der ständig Schmuckstücke auseinandergehen? Ich meine jetzt Bettelarmbänder, die mysteriöser Weise irgendwelche Verbindungsstücke verlieren, Ohrringe, die  man auf einmal in Stücken in der Hand hält, etc. Dank meiner kleinen Rundzange habe ich schon viele solche Unfälle behoben und meine Lieblingsstücke gerettet, manchmal durch Einsetzen wiederverwendeter Teile aus ausrangierten Schmuckstücken, manchmal (und hier kommt der „rund“-Aspekt ins Spiel), indem ich einfach aus Draht ein neues Verbindungsstück zurechtgebogen habe.

Schwarzer Edding

Ich bin mir sicher, andere Farben leisten auch ihre Dienste, aber bei mir kam bisher vor allem der schwarze zum Einsatz. Abgewetzte Stellen an meinem Mantel wurden damit wieder aufgefrischt, die Absätze meiner Schuhe neu bemalt, nachdem sie ihre (Leder)Verkleidung verloren hatten, ein abgeblättertes Stück Kunstleder auf einer Ballerinaspitze etwas weniger sichtbar gemacht… und so einige Kleidungsstücke noch einmal wiederbelebt, bevor sie eines Tages den Weg allen Irdischen gehen müssen.

Schleifpapier

The Frugal Girl hatte neulich einen kurzen, aber motivierenden Bericht darüber, wie alte Schneidebretter und andere Holzutensilien mit Hilfe eines Schleifgeräts noch einmal wiederzubeleben sind. So eine schicke Maschine besitze ich nun nicht – aber bei meinem Brettchen hat es auch die simple Papiervariante ganz gut getan.

Das sind nur einige spontane Einfälle, was ich in meinem Haus nicht mehr missen möchte. Was gehört zu eurer „Aussteuer“?