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Das Sojamilch Dilemma

20 Mai

Anmerkung 18.03.14: Die Bruno Fischer Sojamilch wird immer schwerer zu finden, aber Blogleserin Maria hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass es die Marke „granoVita“ bzw Grano Vita ebenfalls in Glasflaschen gibt.

Schmerzlich bewusst wurde mir mein Sojamilchverbrauch wärend der No-Plastic Challenge im April.

Bisher habe ich immer die Ein-Euro-„Bio“-Sojamilch vom Aldi gekauft, die ist aber leider nur im Tetrapak erhältlich. Und ich ahnte schon vor der Challenge, dass ich mit diesen Tetrapaks (zum Teil drei in der Woche) sehr zum Plastikmüllberg meines zwei-Personen-Haushaltes beigetragen habe.

Die Sojamilch NICHT mehr zu kaufen war nicht schwer, da ich völlig abgebrannt war letzten Monat. Mir kam das zwar ein wenig betrügerisch vor, da ich nach diesem Monat ganz normal weiter kaufen würde – doch mein Gewissen zwickt und zwackt mich da zu sehr!  (Zudem weiss ich auch nicht wo denn die Sojabohnen für die Milch herkommen… Bio vielleicht, kann trotzdem aus Regenwaldgebieten sein…)                                                       Jedenfalls kann es  so nicht weiter gehen!

Eine studentenfreundliche (sprich: billige!) Sojamilchalternative muss her!!

Schon länger liebäugle ich daher mit einem „Sojamilchbereiter“ und stalke das Internet und Ebay allgemein nach diesem Gerät, dass es in wirklich jeder Qualität gibt. Die, die etwas taugen (naja, von denen ich denke dass sie etwas taugen)  sind auch entsprechend teuer – schwer zu beschaffen für einen bettelarmen, Brennnessel-essenden Studenten wie mich!

Aber der Sojamilchbereiter ist ja eine sehr moderne Erfindung, und ich dachte mir: Die Leute in Asien verarbeiten Sojaprodukte doch schon seit Jahrhunderten! Sooo schwer kann Sojamilch selber machen doch nicht sein.

Tatsächlich! Das Internet bietet eine Reihe von Sojamilchrezepten an, und die lauten immer in etwa so:

12 Stunden Sojabohnen einweichen (Gramm Bohnen pro gewünschten Liter, da gehen die Meinungen auseinander – ich nehme einfach mal 80-100g),

Erster Schritt: Sojabohnen eingeweicht & trocken

….aufkochen (damit die Sojamlich nicht bitter wird)

Nicht überkochen lassen! Dich Küche sagt Danke!

in einem guten Mixer fein pürieren (mit einem Stabmixer wird das nur recht grob) und dann 15 min lang kochen lassen. Nochmal Achtung: kocht leicht über!!

Hier wurde der Deckel im letzten Moment angehoben, um ein überkochen zu vermeiden…

Wenn fertig gekocht, durch ein feines Sieb geben (zusätzlich ein durchlässiges Tuch, meine sind leider NICHT durchlässig ;-), die Flüssigkeit auffangen (ach was?)

Unbedingt ein Tuch benutzen, dass durchlässig ist!!

Ohne Tuch geht’s gleich viel besser!

das pürierte Sojaüberbleibsel – sogenanntes Okara – kann man weiter in Suppen, Waffeln, Bratling u.v.m. zubereiten. Man kann es allerdings nicht „roh“ essen, es muss erst weiterverarbeitet werden.

Das soll euch auch nur einen kurzen Überblick über den Prozess geben (Rezepte gibt’s genug im Internet), mich hat eigentlich der nächste Schritt vor allem interessiert…

Sojajoghurt aus selbstgemachter Sojamilch!! Jawoooooohl, das ist mein großes Ziel.

Der viel genutzte Joghurt-fix Joghurtmacher. Erbstück von Mama!

Nur klappt das mit meinem Ferment nicht so dolle. Das fermentiert zwar ein bisschen, aber das Wasser trennt sich vom „Joghurt“ der total flockig ist und nur im Wasser schwimmt.

Das Ergebnis des Versuchs, Sojajoghurt aus selbstgemachter Sojamilch zu machen.

Als ich die Brühe zurück in den Mixer getan habe, hatte ich dann tatsächlich wieder meine Sojamilch. Mit leicht säuerlichem Geschmack!

Gehört da vielleicht noch ein Schritt dazu, zur Joghurt-tauglichen Sojamilch bereiten? (wahrscheinlich wird die Sojamilch zum haltbarmachen pasteurisiert)

Insgesamt habe ich immer einen ziemlichen Saustall in der Küche verursacht (weil ich bei jedem der drei Versuche auch das ganze Überkochen lies und versucht habe mit dem Tuch zusätzlich zu filtern)

Sojamilch im Glas habe ich schon in meinem geliebten kleinen „Bios“ laden in Augsburg-Haunstetten  gesehen. Sind allerdings nur 750 ml Flaschen (füllt also mein JoghurtGlas nicht ganz auf)… dafür habe ich heute festgestellt, dass die Sojabohnen aus Österreich (das ist definitv kein tropisches Urwaldgebiet!) sind , UND die Flaschen sind Pfandflaschen! – Ich habe jetzt mal eine gekauft. Das es Pfandflaschen sind, ist sehr erfreulich! Bei nicht-Pfandglasflaschen bin ich sehr skeptisch, was das ökolögische angeht. Das braucht doch bestimmt viel energie, die wiederzuverwerten… wie bei Plastik… hm. Der Preis ist zwar ein wenig hoch für nur 750 ml, aber ich werde das vorerst mal übersehen. Zumindest solange meine Ich-hab-wieder-Geld!-Euphorie andauert. Meine Stimmung ist eindeutig zusammen mit meinen finanziellen Mitteln angestiegen!

Bruno Fischer Sojamilch. Schreit eigentlich nach einem Spitznamen. Fischmilch, Sojafisch, Fischsoja, Sojamil…hoppla.

Aber erst mal muss sich diese Sojamilch( Marke: Bruno Fischer)  sich noch als Joghurt-tauglich herausstellen…

Mein Fazit bisher? Gesüßt schmeckt die selbstgemachte Sojamilch gut, aber noch soja-iger als die aus dem Laden. Und ich muss gestehen, dass ich Sojamilch nur zum Backen verwende – im Müsli nehme ich immer meinen geliebten Sojajoghurt!

Sojajoghurt aus Bruno Fischer Sojadrink

Update: Test bestanden!

750 ml passen gerade so in mein Joghurtglas hinein, aber ich liche dann die Flasche noch mit etwas Wasser aus und strecke die Milch noch ein wenig. Hihi!

Update 01/2012

Auf dieser Seite habe ich auch eine Anleitung entdeckt, wie man Sojamilch/Reismilch aus Sojapulver/Reismehl herstellt. Allerdings von mir selbst ungetestet.