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Mückeblog beim Faitrade Award 2014

27 Mrz

Stiller als sonst war es in letzter Zeit auf dem Mückeblog, denn ich bin  zum Fairtrade Award nach Berlin geschwirrt. Es war ein ganz wunderbarer Abend: Viel gesehen, ein Photo mit Anke Engelke gemacht, Fairtrade gegessen, und mit vielen Leuten von Transfair und verschiedenen (Fairtrade-)Unternehmen gesprochen.

Hier geht es zum offiziellen Bericht der 4. Fairtrade-Awards.

Warum war ich überhaupt dort?

Ich habe mich vor einigen Wochen als Publikumsvertreterin beworben und in dem Rahmen eine „Übergaberede“ für den Publikumspreis geschrieben. Anschließend wurde ich von Maren Sartory und Daniel Caspari von Transfair interviewt (eigentlich per Skype, aber aus zu erwartenden technischen Schwierigkeiten per Festnetz Telefon 😀 ) und am nächsten Tag bekam ich Bescheid: Mückeblog ist beim Fairtrade Award dabei!

Mit meinem fairen Abendkleid (Maxi Kleid Asos Africa), meinem Ersatzkleid, den Hochzeitschuhen meiner Mutter, meinen Ersatzschuhen (Schuhe aus meiner Tanzkurszeit) fuhren ich und mein „plus eins“ (natürlich der Schurke!) mit dem ICE nach Berlin.

Nach unserer Ankunft erst mal ein wenig die Stadt erkundet und noch schnell Last-Minute Wimperntusche und Co. im Lush an der Friedrichsstraße gekauft.

Hektische Vorbereitungen

Dann wurde die Zeit schon fast etwas knapp: Zurück ins Hotel um uns fertig zu machen! Geduscht, Haare flechte, schminken, ins Kleid und  in die mütterlichen Hochzeitsschuhe geschlüpft, ererbte Ohrringe und meinen afrikanischen Ring (Oumarou) anstecken und  ab zum Foyer des Festsaals um Maren Sartory von Transfair zu treffen. Bis zu den Treppen ging noch alles gut – dann begannen die Hochzeitsschuhe „Alterserscheinungen“  zu zeigen. Ich merkte beim Laufen, wie sich die Sohle ablöste. Ein Herr von der Technik wurde mit Sekundenkleber und Tape zu Hilfe gerufen, doch die Sohle wollte sich unter allen Umständen vom Rest des Schuhs lösen. Der Schurke rannte aufs Zimmer, um die Ersatzschuhe zu holen. (Inzwischen wieder Zuhause, und die Sohlen halten natürlich wieder…)

Sektempfang und Fingerfood

Neu beschuht und die Hochzeitsschuhe bei der Technikzentrale deponiert, bestritten wir erst mal den Empfang. Es war schwer, sich bei den angebotenen Fingerfoods zurück zu halten – Hummus mit Sesamsamen und mit Dattelstreifen garniert und auf chinesischen Löffeln angerichtet, sowie kleine Weckglässchen mit weissem Dip und Gemüsestreifen gab es zur Auswahl. Zuletzt noch ein Dip aus Oliven und getrockneten Tomaten und mit Cranberries garniert, den man mit Knoblauchbaguette aß. Für alle Damen gab es Ringe aus echten Blumen, für Herren kunstvolle Anstecksträußchen. Der Schurke hat sich gleich beides geben lassen. 🙂 Es wurde zwar Champagner und Fairtrade Wein gereicht, aber ich hielt mich erstmal an das Wasser aus Glasflaschen. Allerdings stellte sich beim Essen heraus, dass das Wasser („Vio“) von Coca-Cola war (vom Hotel gestellt). Ich bezweifle sehr, ob Coca-Cola Fairtrade ist. Wer den Film „Abgefüllt“ gesehen hat, der hat bei Flaschenwasser immer ein mulmiges Gefühl, egal ob es in Glas- oder Plastikflaschen kommt. Wir hatten beim Empfang Gelegenheit, unter anderen Lehrerin Hanja (sie leitet ein Fairtrade Projekt an ihrer Schule) und ihrem Ehemann kennen zu lernenund den zwei Vertretern von Comazo, dem Publikumspreisträger (Niklas Stahlecker rechnete für mich nach, wie er mit dem Comazo Firmengründer verwandt ist – es kam auf jedenfall dreimal „Ur“ vor 😀 ).

Einlass in den Festsaal: Das Abendprogramm beginnt.

Für die allgemeine Unterhaltung sorgte das Hope Theater, dass 2009 in Nairobi gegründet wurde. Die Mitglieder sind jugendliche Slumbewohner und tritt seit 2013 in Deutschland gemeinsam mit europäischen Jugendlichen auf, u.a. in Zusammenarbeit mit dem Theater Stuttgart.

TransFair e.V. / Christof Krackhardt

Es gab etwa 20 Galatische á 10 Plätze im Kreis – wir saßen unter anderem mit einem Transfair Vorstandsmitglied wie auch drei Personen (unter anderen dem Unternehmensleiter) von Ferrero am Tisch. Schade war, dass einige Plätze frei blieben – vermutlich die Preisträger Gruppe der Auszubildenden vom Fabi Award, die nicht angereist sind. Die Veranstaltung war eigentlich ausverkauft.

Altmut Feller von Ferrero erzählte mir, dass es Vormittags und Nachmittags eine Convention für die Unternehmen gegeben hatte, an der sie mit ihren Kollegen teilgenommen hat. Offenbar hat Ferrero das Versprechen gemacht, bis übernächstes Jahr 20.000 Tonnen Fairtrade Schokolade zu kaufen. Ferrero hat allerdings keine Fairtrade Produkte, da die Fairtrade Schokolade mit der konventionellen Schokolade vermischt wird. Altmut Feller meinte, sie investieren lieber in mehr Fairtrade Schokolade, als eine eigene Produktionsstätte nur für ein Fairtrade Produkt zu erbauen.

Etwas im Kontrast zu meiner Unterhaltung mit meinen Ferrero Tischgenossen war die Unterhaltung mit einem der Preisträger, Stefan Niethammer vom T-shirthersteller 3Freunde: Er vertritt klar die Meinung, dass ein Unternehmen ganzheitlich dem ökologischen und Fairtradegedanken verschreiben muss. Es wäre schön, wenn alle Unternehmen so wären. Dann würden wir vielleicht nicht auf ein Ressourcenmangel zubrausen… Naja.

TransFair e.V. / Selina Pfrüner

Dann war es soweit: Als vorletzter Preis wurde der Publikumspreis anmoderiert. Anke Engelke rief meinen Namen und ich wurde auf die Bühne gebeten. Ich war gerade dabei, zum hundertsten Mal meinen Moderationszettel durchzulesen –  fast hätte ich den Moment verpasst!

Ich war ganz froh, als ich die ersten fünf Minuten auf der Bühne neben Ursula Karven stehen konnte und einfach nichts sagen musste. Zeit, in der ich ein paar Mal tief durchatmen und mich etwas beruhigen konnte. Während ein Film abgespielt wurde, hatte ich auch die Gelegenheit ein paar Worte mit Anke Engelke zu wechseln. Ich erwähnte das „Coca-Cola Wasser“ und sie meinte sofort: „Sag das doch gleich auf der Bühne.“ Das habe ich mich nun doch nicht getraut, aber nach dem Abend habe ich definitiv ein neues Bild von Anke Engelke – ich hatte sie bisher völlig in die Comedyecke eingeordnet. Aber abgesehen davon dass sie einfach ein netter, normaler Mensch ist, der seine eigene Wäsche wäscht, setzt sie sich auch für Fairtrade und andere gute Zwecke ein. Und sie war eindeutig Chef auf der Bühne.

Mal eben Frischluft schnappen

Der Abend ging noch lange weiter, ich und der Schurke sind um eins erst mal hinauf ins Zimmer, und haben uns warm angezogen, Frischluft zu schnappen (sofern in der Großstadt möglich). Unser Spaziergang führte uns am KaDeWe vorbei, und schließlich zum Elefantentor beim Tiergarten und zurück. Als wir zum Hotel zurückkehrten, sahen wir eine der Jugendlichen vom Hope Theater und einen weißhaarigen Herr von der Gala sich verstohlen in einer Einfahrt küssen. Hoppla.

Zum Abschied

Gab es eine Umhänge oder Kühltasche (beides Baumwolle) vollgepackt mit Fairtrade-Goodies: Lip-balm, Handcreme (ausgiebig in Berlin benutzt von mir und dem Schurken), eine Tafel Schokolade (wir haben zweimal Espresso … bäh^^), eine CD vom Hope Theater, und eine Keramik Fairtrade „to go“ Kaffeebecher. Und natürlich ein Fairtrade-Pin, den ich in meine Gaderobe fest aufgenommen habe 🙂

Mehr Berlin Impressionen und Erlebnisse kommen bald – auf Instagram (siehe rechts) ist schonmal eine kleine Galerie an Bilder, die ich unterwegs photographiert habe.

Preisträger der Fairtrade-Awards

Hersteller:

Platz 1 – 3Freunde – Schenkte Anke Engelke mit einer Tasche die auf einer Seite mit „Anke liebt 3Freunde“ und auf der Kehrseite „3Freunde liebt Anke“ beschriftet war.

Platz 2 – Wertform

Platz 3 – Chocolates Halba

Handel:

Platz 1 – Rewe und Kaufland

Platz 2 – ————————

Platz 3 – Weltladen der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule,  Lünen (Ein Weltladen IN einer Schule!)

Außer-Haus-Handel:

Platz 1: Terbuyken (Bäckereikette)

Platz 2: Gilgen’s (Bäckereikette)

Platz 3: Miko Kaffee

Zivilgesellschaft:

Platz 1: Schokofair AG Ein Junge nahm seine Videokamera uf die Bühne – Anke Engelke nahm sie ihm weg, und filmte seine Gruppe.

Platz 2: Make Chocolates Fair (Inkota Netzwerk)

Platz 3: Weltladen A Janela in Berlin (habe ich am nächsten Tag persönlich besucht! Dazu in einem anderen Beitrag mehr)

Publikumspreis (habe ich überreicht):

Platz 1: Comazo Unterwäsche

Fast (ganz knapp): Plant-for-the-Planet, pro fünf Tafeln verkaufter „Gute Schokolade“ wird ein Baum gepflanzt, von Kindern gegründet

Fast (bisschen weniger): 3Freunde, T-shirthersteller s.o.

Fairster Azubi – Fabi-Award

Platz 1 – Auszubildenden-Gruppe „Fairness rund um den Globus“ von Globus Handelshof St. Wendel/ Berufsschule Freilassing

„Zweiter“ Platz 1 -„Die fairen 9“ des Einzelhandelsunternehmens OKAY GmbH & Co. – tegut.

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Ein Kleid für den Fairtrade Award

18 Mrz

Morgen früh geht es nach Berlin!

Ich habe mich für dieses Kleid von Asos Africa entschieden.

Die Asos Africa Kollektion wird in Kenia produziert. Mehr dazu hier.

Ich werde nicht viel Schmuck dazu tragen – das Muster des Kleids ist ja schon sehr „laut“. Nachdem ich länger nach Schuhe gesucht habe, und doch nichts gefunden habe, werde ich die schwarzen Hochzeitssandalen meiner Mutter ausleihen.

Warum Produkte aus fair gehandelter Bio-Baumwolle kaufen?

7 Mrz

Bio-Baumwolle bedeutet:

  • Vorbeugung von Bodenerosion, da keine chemischen Düngemittel verwendet werden dürfen.
  • keine gesundheitliche Gefährdung der Baumwollbauern, die unter Vergiftung durch chemische Pestizide leiden müssen.
  • keine Verwendung von gentechnisch-modifizierten („GMO“) Pflanzen.
  • Bauern müssen kein teures Geld für Spritzmittel ausgeben und können mit Bio-Baumwolle höhere Preise erzielen. Sie sind ein Stück unabhängiger, und ich kann ruhiger schlafen im Wissen, dass der Großkonzern Monsanto hier leer ausgeht 😉 .

(Mehr dazu auf der Seite des Umweltinstituts)

Fairtrade, das heisst:

  • Weg aus der Armut für viele Familien.
  • Die Familien werden nicht infolge ihrer Armut zu Prostitution, Drogenanbau und Kinderarbeit gezwungen.
  • Familien können vermehrt in eine schulische Ausbildung der Kinder investieren.
  • pro verkauften Artikel erhalten die Bauern eine Prämie.
  • mit der festgelegten Fairtrade-Prämie werden in den Kommunen Trinkwasserbrunnen und Schulen gebaut, sowie andere fördernde Projekte unternommen.
  • die Bauern sind unabhängiger und können sowohl in der Produktion wie auch bei der Verwendung der Prämie mitbestimmen!

Auf diese Siegel müssen geachtet werden:

Fairtrade Siegel

Diesen Bio-Siegeln kann man laut der Welt auch trauen.

Sowohl Bio-zertifizierte Produkte (hier am Beispiel Bio-Baumwolle) wie auch Fairtrade ist wahnsinnig wichtig! Während Bio-Baumwolle einen stärkeren ökologischen Aspekt hat, ist es bei Fairtrade der soziale Aspekt. Beides muss Hand in Hand gehen, wenn nachhaltig und dauerhaft etwas verändert werden soll, meiner Meinung nach.

Zum Einen kann die Regionen von dem Anbau von biologischen Bio-Baumwolle ökologisch und gesundheitlich profitieren, zum Anderen werden die Personen die die Produkte anbauen fair entlohnt – sie haben dann die Möglichkeit mehr Bildung zu bekommen (und damit für ein besseres Verständnis wie wichtig ökologisches Handeln ist, hoffe ich) und zum anderen mehr Handlungsfreiraum, da sie nicht wegen Krankheit und Armut gerade so am Überleben sind, und in eine Abhängigkeit (von großen Konzernen wie Monsanto, von Prostitution, von Drogenanbau…) gezwungen werden. Ausserdem werden mit den Fairtrade Prämien wichtige Projekte in den Dörfern, wie Trinkwasserbrunnen und Schulen, in Angriff genommen werden.

– Ergänzung –

Aber Bio und Fairtrade ist leider nicht genug. Vor allem bei Bio haben die Richtlinien oft andere Dimensionen als der Verbraucher vermutet. Auch in Bio Betrieben werden männliche Küken nach dem Schlüpfen getötet. Und Fairtrade ist hauptsächlich ein soziales Siegel – obwohl auch auf Bio inzwischen größerer Wert gelegt wird, heisst Fairtrade nicht Bio. Bei den meisten Fairtrade zertifizierten Goldminen, ausser Oro Verde („Grünes Gold“) wird genauso der Boden massiv geschädigt. Zu der Fragwürdigkeit von Bio, siehe auch „Stadtpflanze“s Kommentar unten. Eigentlich muss man neben Bio und Fairtrade unter anderem auch vegan leben, Plastik und GMOs (auch aus politischen Gründen!) meiden, sowie politisch aktiv und informiert sein.

Fairtrade Award: Mückeblog ist dabei!

5 Mrz

Juhuuuu Mückeblog fährt nach Berlin, zum Fairtrade Award!

Nach einem Gespräch mit Maren Sartory und Daniel Caspari von Transfair, wurde Stephanie als Laudatorin für den Publikumspreis ausgewählt! Wir freuen uns riesig! Ein dickes Danke an Caroline von Comazo, die vorschlug, sich zu bewerben. Und an Rebecca, für die Vorschläge und Input hinsichtlich der Bewerbung, und natürlich an Maren und Daniel von Transfair für das nette Gespräch. Und natürlich ein liebes Danke an meinen liebsten Schurken, dem ich meine Laudatio unzählige Male vorgetragen habe. Danke für die Kritik und das wichtige Feedback.

Wie es dazu kam:

Auf der Webseite von Transfair gab es eine Ausschreibung dass ein “Publikumsvertreter*in” bzw “Laudator*in” gesucht wird und man sich bis Ende Februar bewerben kann. Das habe ich getan, und im Anschluss gab es ein Auswahlsgespräch. Im Prinzip bin ich die Person, die an den Gewinner in der Kategorie Publikumspreis (der über eine Abstimmung auf der Fairtrade Webseite gewählt wurde) den Preis überreicht und ein paar Worte sagt. Und ich darf bei dem Fairtrade Award dabei sein :)
Fairtrade ist wahnsinnig wichtig! Wer unter der Armutsgrenze ist, und sich immer bemühen muss unter ausbeuterischen Bedingungen zu überleben, der ist gefangen. Erst mit einem gesicherten Lebensunterhalt kann man sich ernsthaft Gedanken über Bildung, Umwelt und Politik machen. Fairtrade bewirkt nicht nur positive Veränderungen für die Bauern/Produzenten sondern für die gesamte Region!

Jetzt steht einiges an:

An der Rede muss noch gefeilt und geübt werden, und ein Abendkleid und Schuhe entweder 2nd Hand oder Bio und Fairtrade beschafft werden. Und die Reise nach Berlin muss geplant werden.

Auf geht’s!!