Tag Archives: Alternativprodukte: Haushalt

Pausenbrotdilemma – gelöst?

31 Aug

Ja, ich weiß. Ich dachte auch immer, alle Studenten essen in der Mensa und Pausenbrote sind was für Grundschüler. 😉
Aber Tatsache ist, auch Mensaessen kann einen irgendwann anöden – oder einfach ins Geld gehen… und dann wünscht man sich die alte Pausenbrotdose zurück. Nur, die ist aus Plastik. 

Also was tut man da?

Ganz auf Brot als Grundlage verzichten und sich Salate und Smoothies mitnehmen? Funktioniert teilweise, aber ständig das Mittagessen auf diese Weise zu bestreiten wird dann doch ein bisschen schwierig.

Sich Brote schmieren und sie in ein Schraubglas tun? So gern ich Gläser mit Schraubdeckel mag, für diesen Zweck sind sie doch furchtbar ungeeignet. 

Brote schmieren und in den Beutel tun, der normalerweise zum Broteinkauf dient? Funktioniert, ist aber ein bisschen ärgerlich, wenn dann Schokocremereste auf dem frisch gekauften Brot landen.

Stella von Leben ohne Plastik schlägt vor, eine alte Keksdose zu nehmen und eventuell umzudekorieren, eine Idee, die ich gerne aufgegriffen hätte, aber nicht umsetzen konnte, weil ich keine Keksdose zur Hand hatte. Auch der Vorrat meiner Eltern besteht hauptsächlich aus Riesendosen, die für den jährlichen Plätzchenvorrat taugen, aber nicht für ein oder zwei „Pausenbrote“.

Also weiter gestöbert (im Moment habe ich ja Zeit, den Keller meiner Eltern auf den Kopf zu stellen…) und dabei eine Metallbox gefunden, in der früher meine Yu-Gi-Oh-Sammelkarten aufbewahrt waren:

Zugegeben, es hat extrem viel von Grundschulausrüstung… und es ist auch nicht ganz plastikfrei, wie man sieht, denn das kleine Sichtfenster im Deckel ist natürlich nicht aus Glas. Aber trotzdem war ich mir einen Moment lang sicher, zumindest eine Übergangslösung gefunden zu haben, bis ich endlich mal dazu komme, mir eine Edelstahldose zu kaufen.

Dann allerdings hat mich meine Mutter darauf hingewiesen, dass die Dose sicher innen mit irgendetwas beschichtet ist, damit sie nicht anfängt, zu rosten… und das dieses etwas, bedenkt man den ursprünglichen Zweck der Dose, sicher nicht lebensmittelecht ist. Womit sie leider recht hat. Wie ist das eigentlich mit Keksdosen?

Optisch sehen die innen ja genauso aus – sind sie dann auch gleich behandelt? Und damit womöglich doch nicht ganz so unbedenklich? Oder ist die Behandlung in beiden Fällen unbedenklich? Fragen über Fragen, die ich leider nicht klären konnte… also bin ich wieder von der Metalldosen-Idee abgekommen.

Stattdessen habe ich beschlossen, weiter mit Stoffsäckchen zu arbeiten, allerdings mit eigens dafür konstruierten. In der Stoffkiste meiner Mutter fand sich eine Jeans, die mit ihren weiten Beinen dafür wie geschaffen war – und unten sogar über ein eingezogenes Band verfügte, mit dem sich das Hosenbein schließen lässt. Ich musste also nichts weiter tun, als es auf der gewünschten Länge abzuschneiden, auf links zu drehen, gerade zuzunähen und am Saum mit Zickzack-Stick zu versäubern:

 

Das Endergebnis sieht so aus (es sind zwei Stück, je eins aus jedem Hosenbein):

 

Und, wie gesagt, ein Mechanismus zum Zuziehen war bereits integriert, was mich natürlich gefreut hat. Ich hätte ihn allerdings auch ziemlich leicht selbst herstellen können, indem ich den Rand so umgenäht hätte, dass ein „Tunnel“ entsteht, und dort ein Band eingezogen hätte. Aber so sieht es selbstverständlich professioneller aus und die Beutel waren schneller fertig:

Essig für den Durchblick: Fensterputzen!

30 Aug

Besuche bei der Familie: Das bedeutet, ich genießen den Luxus, meine Kleider nicht selbst waschen zu müssen und immer einen vollen Kühlschrank vorzufinden, verbringe gesellige Abende statt einsamer Stunden vor dem PC und höre die unvermeidliche Bitte, die Fenster in „meinem“ Zimmer zu putzen.

Problem für jemanden, der gern plastikfrei leben würde und ohnehin schon viel zu viele Zugeständnisse macht: Putzmittel, auch Fensterputzmittel, wird meist in Plastikflaschen verkauft. Zugegeben, würde ich immer nur bei meinen Eltern Fenster putzen, dann würde ich wahrscheinlich einknicken und für die paar Male doch das herkömmliche Putzmittel verwenden. Aber da ich ja auch in meiner eigenen Wohnung ein paar Fensterscheiben habe, waren Fensterputzmittel für mich ohnehin schon ein Thema und die Bitte meiner Mutter nur eine nette Erinnerung daran, dass ich darüber auch mal einen Eintrag verfassen könnte.

Nachdem ich beim ersten Fensterputz-Marathon in meiner neuen Wohnung alles Mögliche (Wasser, Wasser und Essig, Wasser und Natron, Wasser und Seite) durchprobiert habe, haben sich eigentlich nur die beiden ersten Alternativen bewährt. Die dafür gründlich! Vielleicht habe ich eine euphemistische Sicht auf die Dinge oder hatte besonders kooperative Fenster, aber eigentlich hatte ich das Gefühl, nachdem ich den Dreh erst mal raus hatte, wurden meine Scheiben zufriedenstellend sauber.

Die Mischung (oder auch das reine Wasser) wird mit einem Putzlappen (vorzugsweise alte T-Shirts 😉 einfach aufs Glas aufgetragen und dann wieder abgewischt. Wer sich einen Gefallen tun will, hört (im Unterschied zu mir) gleich auf den verschiedentlich angepriesenen Trick, Zeitungspapier zum Nachwischen zu benutzen. Damit spart man sich den Ärger, auf der frisch gewaschenen Glasscheibe Fussel vorzufinden oder mit Microfasertüchern (Kunststoff!) nachhelfen zu müssen. Zeitungspapier saugt die Feuchtigkeit ebenso gut auf wie Stoff, poliert aber dazu noch ein wenig und – man ahnt es schon – hinterlässt keine Flusen.

 

Zum Schluss noch ein kleiner Bonus-Tip, auf den ich während der Internetsuche nach Essig als Putzmittel gestoßen bin: Wer Probleme mit kalkigem Wasser hat, das auf der Wäsche einen Grauschleier hinterlässt, kann diese angeblich lösen, indem er ein bisschen Essig ins Waschwasser gibt. Der löst wohl den Kalk und macht die Wäsche damit wieder „bunter“.

… und sehet den fleißigen Waschfrauen zu!

16 Aug

Es war einfach eine Versuchung, der ich nicht widerstehen konnte, den Titel des letzten Eintrags sofort aufzugreifen und ein Thema anzuschneiden, das mir schon lang auf den Nägeln brennt: Ökologische Waschmittel. Ich bin mit Frosch-Waschmittel als Wäscheduft aufgewachsen, es ist also kein ganz neuer Gedanke für mich, dass einige Waschmittel vielleicht umweltfreundlicher sind als andere. Weil ich mir als Kind allerdings nie so genau überlegt habe, warum das so ist und was sie voneinander unterscheidet, könnte ich spontan jetzt gar nicht sagen, was an den Frosch-Marken so toll sein soll – es seidenn, es handelt sich um die Tatsache, dass sie biologisch abbaubar sind und dementsprechend keine Stoffe in irgendwelche Gewässer spülen sollen, die dort nicht hingehören.

Wenn man allerdings versucht, so plastikfrei wie möglich zu leben, geht es natürlich nicht an, Waschmittel in Plastikflaschen oder -beuteln zu kaufen… gibt es also Alternativen?

Darauf hat jeder Bioladen inzwischen eine einfache Antwort: Waschnüsse.
Klingt eigentlich traumhaft: Ein Waschmittel, das quasi einsatzfähig vom Baum fällt (die Frucht muss lediglich entkernt und getrocknet werden), in kleinen Mengen gleich mehrfach verwendbar und damit höchst ergiebig ist und wenn man Glück hat, auch noch ohne jegliche Plastikverpackung zu haben. Ach ja, nicht zu vergessen: Nach Gebrauch können die Schalen einfach auf den Kompost oder in den Biomüll geworfen werden. Genial! Nicht so schön klingt die Geschichte, die Artikel wie dieser erzählen: Weil immer mehr Menschen in Industrienationen Waschnüsse kaufen, um ihr ökologisches Gewissen zu beruhigen, zieht der Preis an und die ärmere Bevölkerungsschicht Indiens kann sich das traditionelle Waschmittel nicht mehr leisten, muss also auf billige, aber aggressive chemische Keulen zurückgreifen, die das Grundwasser und die Gesund der (von Hand waschenden) Wäscherinnen gefährden.

Nach einer anfänglichen Waschnuss-Fanphase kam mir dieser Aspekt zu Ohren und hat mir – so dachte ich zumindest – die Sympathien für diese Frucht ein für alle Mal ausgetrieben. Das wäre ja nicht nur eine Umweltkatastrophe (weil eventuell viel schlimmere Chemie ins Abwasser gelangt als durch die deutschen, doch in mancher Hinsicht regulierten Waschmittel), sondern auch eine soziale. Unsinn, sagt diese Arte-Reportage:

Zum Waschen per Hand sind Waschnüsse ohnehin viel zu umständlich, darum waschen die Frauen meist mit normaler Seife. Der Export von Waschnüssen schafft zudem gut bezahlte Arbeitsplätze. Und nicht einmal der Transportweg fällt weiter ins Gewicht, wenn man ihn vergleicht mit dem, den die Inhaltsstoffe herkömmlicher Waschmittel zurücklegen (Hauptbestandteil: Erdöl).

Wem soll man da also glauben?

Für mich steht eine Kaufentscheidung für oder gegen Waschnüsse zum Glück ohnehin nicht allzu schnell an, denn ich habe mir in der ersten Zeit in meiner neuen Wohnung einen „Waschball“ angeschafft, der bei Waschbär verkauft wurde mit dem Hinweis, er wüsche mit Hilfe von Mineralien und reiche für an die 1000 Waschgänge….

Ich werde bei Gelegenheit genauer recherchieren müssen, was es mit diesem Ding auf sich hat, aber vorerst bleibt es mir ohnehin erhalten (es seidenn, es sollte sich herausstellen, dass es tödliches Gift absondert… was ich nun auch wieder nicht glaube), also habe ich Zeit, mir in aller Ruhe zu überlegen, welches Waschmittel ich in Zukunft benutze.

Verschiedene Blogeinträge sprechen davon, dass man anstatt von Waschnüssen genauso gut Rosskastanien verwenden kann, was allerdings in der Vorbereitung ein kleines bisschen aufwändiger ist. Allerdings könnte das den Vorteil, ein kostenloses, heimisches Waschmittel zu gewinnen, allemal wert sein. Ich werde es also, sollte ich die Zeit finden, im Herbst mal ausprobieren. Anleitungen gibt es z.B. hier:

http://la-forcenee.blogspot.com/2010/10/rosskastanien-sind-nicht-nur-schon.html

und hier:

http://www.frag-die-oma.de/news+article.storyid+305.htm

Im „Selbstversorgerforum“ finden sich sogar Leute, die die Kastanien nur viertel und dann zur Wäsche dazugeben… was die Aussage mit dem erhöhten Aufwand wiederum revidieren würde.

Fliegenfalle ohne Venus

10 Aug

Alles in allem betrachte ich mich als verhältnismäßig tierlieben Menschen. Die Zeiten, da ich Stubenfliegen und Weberknechte als meine „Haustiere“ betrachtet habe, sind zwar vorbei, und ich bin auch nicht bereit, jeden in die Hölle zu stoßen, der sich zum Fleischkonszum bekennt, aber es widerstrebt mir doch, etwas, das auf irgendeiner Ebene als lebendig zu bezeichnen ist, unnötigerweise vom Leben zum Tod zu befördern.

Ich weiß also zum Beispiel, dass Spinnen sehr nützliche Tiere sein können und nicht daran schuld sind, dass wir Menschen uns davon irritiert fühlen, wie viele Beine sie haben. Und wenn ich zu Fuß unterwegs bin und eine Schnecke auf der Straße finde, soll es schon vorgekommen sein, dass ich sie auf die andere Seite trage, bevor ein Auto sie überfährt – vorausgesetzt, die Gute hat ein Haus, an dem ich sie anfassen kann, denn irgendwo ist auch meine Schmerzgrenze erreicht.

Aber diese Verhaltensweisen waren eigentlich nicht als Einladung an sämtliche Fruchtfliegen Freiburgs gedacht, in meiner Küche eine Kommune zu gründen und sich fleißigst fortzupflanzen. Aus dem Biounterricht weiß ich, dass die Fruchtfliege Drosophila durchaus ein interessantes Forschungsobjekt sein kann, aber in meiner Küche führe ich normalerweise keine Kreuzungsversuche durch. Schön, ich weiß, dass ich selbst schuld bin, wenn sich die Viecher bei mir einnisten, weil das wahrscheinlich bedeutet, dass ich meinen Biomüll ein paar Tage zu lang habe vor sich hin gammeln lassen. Trotzdem ziehe ich es vor, meine Untermieter irgendwie wieder hinauszukomplimentieren, und zwar ohne am Ende des Tages ein Häufchen Leichen zusammenkehren zu müssen, denn wie gesagt, ich erkenne das grundsätzliche Lebensrecht jedes Organismus an, solange es nicht gerade ein krankmachender Parasit ist.

Wenn die Fliegenplage sich also meldet, greifen in meiner Küche die folgenden Maßnahmen:

– alles Essbare, mit Ausnahme vielleicht von Brot, wandert umgehend in den Kühlschrank, um nicht noch weiteren Nährboden zu bieten.

– sollte das nicht ohnehin schon passiert sein, wird der Biomüll geleert, aber das dürfte sich von selbst verstehen.

Als Vorsichtsmaßnahme, von der ich noch nicht weiß, ob sie sich bewähren wird, sammle ich meinen organischen Küchenabfall neuerdings in einem Schraubglas neben der Spüle, in der Hoffnung, dass ich dadurch schneller merke, wenn er sich in eine Fliegenfarm verwandelt, und regelmäßiger motiviert werde, ihn auszuleeren.

Bleibt aber noch das größte Problem von allen: Wie mit den schwärmen von Fruchtfliegen fertig werden, die sich bereits eingenistet haben?
Eine Ecosia-Suche nach dem Begriff „Fruchtfliege“ fördert neben dem Kuriosum eines Fanshops für Fruchtfliegenliebhaber vor allem natürlich jede Menge Hinweise auf einschlägige Bekämpfungsmittel zu Tage, deinen eines immer gemeinsam zu sein scheint: Eine Fruchtfliege, die damit in Berührung kommt, ist unweigerlich hinüber, sei es nun, weil sie an einem Leimstreifen hängen bleibt, in Flüssigkeit ertrinkt oder an einer UV-Lampe verschmort. Also nicht das, was ich suche, zumal ich es ja schätze, wenn ich Kram wiederverwenden kann, den ich bereits im Haus hatte.

Versuchsweise habe ich mich also daran gemacht, meine eigene Fliegenfalle zu basteln, die im Grunde das Ziel hat, meine Untermieter anzulocken und so lange einzusperren, bis ich sie in die freie Wildbahn entlassen kann. Und bevor mich jetzt jemand darauf hinweist, dass sie dort mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls sterben werden: Mag sein. Aber wenigstens haben sie davor noch mal eine zweite Chance bekommen.

Die Falle lässt sich innerhalb von wenigen Minuten einfach herstellen:

Hauptzutaten: Ein Schraubglas ohne Deckel, ein Stück Plastikfolie oder Papier als Deckelersatz und ein Gummiband, um beides zusammenzuhalten.

kleine Löcher in der Membran dienen als Einfluglöcher für die Fliegen.

Ebenfalls ganz wichtig: Die entsprechende Befüllung. Gemüse- und Obstreste oder ein Klecks Marmelade eignen sich gut als Lockmittel.

Zur Warnung vorab: Die Falle sollte jeden Tag ein bis zwei Mal geleert werden und eignet sich nicht als Schnellkur. Ein paar Tage muss man die Behandlung schon durchziehen, bis die Küche wieder fliegenfrei ist, also wenn sich für morgen die Mama zum Brunch angesagt hat, ist vielleicht doch eine durchschlagendere Methode gefragt… ansonsten bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden.