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Iron Woman – Eisenzufuhr (nicht nur) für Veganer*innen

24 Mrz

 

Unter den Dingen, die mir ans Herz gelegt wurden, sobald ich beschlossen hatte, Tierprodukte weitgehend aus meinem Speiseplan zu verbannen, gehörte eine sorgfältige Planung meiner Eisenzufuhr. Der veganen Närstofftabelle zufolge braucht ein Mensch zwischen 19 und 25 Jahren am Tag ca. 15 mg Eisen, und da mir früher schon einmal ein Eisenmangel diagnostiziert wurde, habe ich mich in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder gefragt, ob ich wohl genug davon zu mir nehme. Sicher, ich habe mich in der Tabelle schlau gemacht, welche Lebensmittel reich an Eisen sind, aber zum Teil ist das alles andere als hilfreich.

Eine klassische Aufstellung eisenreicher Nahrungsmittel sieht in etwa so aus. Nüsse und Trockenfrüchte scheinen unter den veganen Lebensmitteln zu den besten Eisenlieferanten zu gehören, aber obwohl ich sie inzwischen besser in meinen Speiseplan integriert habe, mehrere hundert Gramm am Tag nehme ich davon sicher nicht zu mir. Mir ist selbstverständlich klar, dass ich nicht über ein Lebensmittel den gesamten Bedarf abzudecken brauche, wenn ich mir aber den Großteil meines Menüplans anschaue, dann finde ich darin einfach nicht so viel Eisen, dass es aussieht, als könnte es insgesamt schon irgendwie ausreichen. Also was tun? Jeden Tag einen Strauß Petersilie essen? Wird schwer, vor allem im Winter. Und immer mit grünen Zähnen herumzulaufen, fände ich auf die Dauer auch nicht so prickelnd.

Es war eine ägyptische Bekannte, die mir einen Tip gegeben hat, wie man eine eisenarme Diät recht leicht ergänzen kann. Ihr Problem war zwar nicht, dass sie Veganerin geworden war, aber nach ihrem Umzug nach Deutschland war sie trotzdem erst einmal gezwungen, zumindest auf Fleisch weitgehend zu verzichten, weil sie noch keine Bezugsquellen für halal geschlachtetes Fleisch kannte. Sie hat darum Zuckerrohr-Melasse als Eisenquelle entdeckt, in Ägypten „schwarzer Honig“ genannt, anders als sein „weißer“ Bruder aber nicht tierischen Ursprungs.

 

Anders als Honig ist Melasse, die bei der Verarbeitung von Zuckerrohr zu Kristallzucker entsteht, sehr flüssig, und darum etwas schwerer zu bändigen. Meiner Erfahrung nach (selbst los habe ich mich natürlich bereiterklärt, das für diesen Blog zu testen, und gleich ein Glas gekauft 😉 ) eignet sie sich aber dennoch sehr gut als Brotaufstrich. Sie zieht sogar aufgrund ihrer Konsistenz schön ins Brot ein und verteilt dadurch den süßen Geschmack sehr gut. Sicher gibt es noch andere Möglichkeiten, Melasse in den Speiseplan einzubauen, mir fällt spontan beispielsweise noch ein, sie ins Müsli zu kippen oder zum Süßen von Gebäck zu benutzen.

„Nur“ ca. 50% der Melasse bestehen aus Zucker, was aber immer noch ausreicht, sie extrem süß zu machen. Je nach Quelle werden für 100g Melasse ca. 10 bis 17 mg Eisen angegeben, was natürlich bedeutet, dass es keine gute Idee wäre, den gesamten Eisenbedarf über Melasse decken zu wollen. Aber ein paar Teelöffel am Tag, um die Eisenmenge anzuheben, dürften auf jeden Fall drin sein!

Guten Appetit!

 

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Schokoladeeeeeeeeeeeeeee~~~~~~! – Vegane DIY-Alternative zum Kakao-Zucker-Schock

23 Okt

Ich liebe Schoko-Nuss-Aufstrich. So sehr sogar, dass selbst das große 500-g-Glas von Alnatura leider normalerweise keine hohe Lebenserwartung hat, wenn es einmal meinen Haushalt betreten hat – ich versuche also, wenn möglich, mich schon im Laden vom Kauf abzuhalten. Denn abgesehen von den Kalorien, die ich mit diesem Zeug zu mir nehme (die ja nun wirklich mein Privatproblem sind), stellt mich diese Creme noch vor andere Probleme:

1) Schoko-Nuss-Aufstrich ist teuer. Und obwohl ich Gott sei dank mit ausreichend Taschengeld bedacht bin, um ein komfortables Studentenleben zu führen, ist es eben genau das – ein Studentenbudget.

2) Vegane Nussaufstriche? Gibt es, sind aber äußerst selten.

Ich war also sofort neugierig, als Stella ihr Rezept für veganen, selbstgemachten Schoko-Nuss-Aufstrich im Blog veröffentlicht hat. Ähnliches hatte ich zuvor schon selbst versucht, allerdings ist es bei mir bisher bei einer Mischung aus Öl, Zucker und Kakao geblieben – ohne Nüsse. In meiner Nachbarschaft aber gibt es im Moment reichlich Walnüsse und Bucheckern, und so kann ich jetzt stolz verkünden, dass sich auch daraus ein wirklich leckerer Aufstrich herstellen lässt – sollte jemand, wie ich, das Pech haben, keine Haselnüsse zu finden.

Tada, und so sieht das Endergebnis aus:

Im Glas...

... und auf dem Brot. In meinem Magen bekommt ihrs leider nicht mehr zu sehen! 😉

Ach ja: Ein schöner Nebeneffekt dieses Rezeptes ist, dass ich sicherstellen konnte, dass wirklich alle Zutaten auch aus fairem Handel stammen – was insbesondere bei Kakao bei weitem nicht überflüssig ist, denn in dessen Anbau und Ernte wird immer noch oft mit Kinderarbeit und ähnlichen Verbrechen gewirtschaftet.

Eine andere Ernährung

5 Apr

Die Umstellung meiner Ernährung und meiner Lebensweise war und IST keine 180° Drehung auf einen Schlag gewesen. Zwar meinte ich selber, Umwelt und Tiere lägen mir am Herzen, aber im alltäglichen Leben fällt es schwer, sich über Dinge aufzuregen die einen nicht offensichtlich tangieren. Obwohl der Handel und Verbrauch von Tierprodukten in Wahrheit viele Aspekte unseres Lebens und unserer Umwelt betrifft,  verschob ich es, (wie die meisten auf die eine oder andere Weise) immer gern auf “später” wenn ich eine eigene Wohnung haben würde und mein Leben selber in der Hand haben würde, und nicht mehr aus dem Kühlschrank meiner Familie leben würde. Doch die Person, die mir den entscheidenden Anstoß gegeben, hat u.a. der Umwelt zuliebe gleich Veganismus anzustreben, war mein älterer Bruder.

Um es kurz zu machen: Ich hatte nie daran gedacht, dass ER auf die Idee kommen würde sich der Umwelt und Tierschutz zu Liebe Vegetarisch und dazu noch Vegan zu ernäheren! Ich gestehe, dass ich ihn immer als recht ich-fokussiert angesehen hatte… und dann noch meine Vorurteile, dass er als Heavy/Death/Black Metal fan doch eine nicht unbedingt natur- und tierliebende Philosophie verkörpert. Aber da lag ich wohl gehörig falsch zum einen ihn auf diese Phase seines Lebens zu reduzieren, und mein selbstgeformtes Klischee auf alle Metaller zu projizieren. Offensichtlich falsch.

 Nach seinem Umzug nach Berlin, hörten meine Familie und ich nach ein paar Wochen, dass er zusammen mit seiner Freundin einen “Veganen Monat” mache. Es blieb für ihn nicht nur bei diesem Zeitraum. Da er mein Bruder ist, liess ich mir es natürlich nicht entgehen ihn ein klein wenig zu necken über diese meiner Meinung nach „uncharakteristischen“ Anwandlung (ganz schön blöd, aber wer lässt es sich entgehen ein Geschwister zu ärgern?), aber gleichzeitig war mein Interesse geweckt und ich löcherte ihn mit Fragen und bedenken und “machte immer mit” wenn er bei uns Zuhause war.

Als ich ihn nach meinem Schulabschluss besuchte, war ich bereits fest entschlossen mich gegen Umfeld und Eltern durchzusetzen und ebenfalls vegan zu leben. In Berlin erlebte ich dann wie es im richtigen Umfeld sein könnte – Vegane Fast-Food Restaurants, Vegane Eisbuden, Vegane Gourmet-Restaurants. Nicht verwunderlich, aber ironisch das gerade die Großstädte mehr für die Umweltfreundliche und ethische Ernährung zu bieten haben, und gerade in Berlin.

 Leider bin ich kein sehr konsequenter Mensch und nicht besonders mit Durchsetzungsfähigkeit gesegnet. Wieder Zuhause in Bayern fiel – fällt – es mir doch schwer mich gegen die Verlockungen des Familienkühlschrank zu wehren. Es ist schwer, wenn man sich in einem Umfeld befindet, dass einen nicht unterstützt. Vergleichbar mit jemanden, der mit Rauchen nicht aufhören kann, weil seine Freunde und Familie keine Rücksicht auf ihn nehmen.

Wenn ich zu Besuch bin oder im Restaurant, bestelle ich oft vegetarisch. Zuhause mache ich mir aus Sojamilch mit einem Ferment immer Sojajoghurt (das schmeckt einfach besser als Sojamilch!) und Honig esse ich. Ich mag Bienen, und ich habe noch nichts gehört was mich von dem Konsum von Honig abbringt.

 Mir ist vor allem wichtig, den Kreislauf der Schlacht- und Milchindustrie zu durchbrechen. Vielen Leuten – Vegetariern – ist wohl nicht bewusst dass um Milch zu geben, die Kühe jedes Jahr geschwängert werden müssen. Die Kälber werden dann weggenommen, die weiblichen Kälber können dann wiederum in die Milchindustrie eingegliedert werden aber wohin mit den Männlichen 50%? Es wäre nicht profitabel, sie ihr Leben glücklich an ihr Ende ausleben zu lassen. Und ganz geschweige von dem vielen Futtermittel dass ein Nutztier verbraucht, eben Nahrungsmittel die der Mensch ohne Umweg über Fleisch zu sich nehmen könnte.

Der Nahrungsertrag für den Endverbraucher würde sich sehr steigern, wenn man die Anbauflächen für Tierfuttermittel (z.B. Soja) stattdessen für pflanzliche Nahrung für Menschen benutzen würde. Zwar muss man weniger fleischliche als pflanzliche Nahrung zu sich nehmen um satt zu werden, aber wenn mit einrechnet wird wie viel Ackerfläche für die Herstellung von Fleisch aufgewendet wird, ist die pflanzliche – vegane – Ernährung eindeutig die bessere Wahl.

Nun hat man (mein Vater) bereits argumentiert, dass diese Tiere „dankbar“ sein sollten, da sie ohne uns gar nicht am Leben wären.

Erstens: Ohne Einwirkung von den Menschen würden sich die Tiere auf. Gar. Keinen. Fall. In diesen Massen reproduzieren.

Zweitens: Die Behandlung der Tiere ist absolut mies, die Grundbedürfnis werden nicht befriedigt. D. h. Eingeschränkte Bewegungsfreiheit und kein normales Sozialleben, sowie eine traumatische Trennung von Kühen und Kälbern.

Weniger im Interesse der Tiere, sondern im Interesse der Menschen ist die Reduzierung der Umweltbelastung, die durch die Massentierhaltung entsteht: Zum einen die bereits erwähnten Anbauflächen für Futtermittel und nicht zuletzt die Freisetzung von Methan, dass wie bereits in einem früheren Post erwähnt, ein starkes Treibhausgas wird.

 Für mich ist es auch nicht unbedingt die Frage, ob Fleisch essen ethisch ist oder nicht. Für den größten Teil der Menschheitsgeschichte waren Menschen zu den einen oder anderen Zeit, aus dem einen oder anderen Grund (Winter, unwirtliche Gegend, Missernten u.v.m) Fleisch überlebensnotwendig. Hierbei ist nun nicht gemeint, dass Tierprodukte für den menschlichen Organismus notwendig sind – über diese Frage wird ja in der Wissenschaft auch noch diskutiert – sondern um prekäre (Über-)Lebensumstände, die wir heute, hier in Deutschland nicht mehr haben. Deutsche können sich leisten, nicht auf Fleisch angewiesen zu sein. Aber die Industrie wohl nicht…

Mir ist klar, dass die Massentierhaltung nicht von heute auf morgen verschwinden wird, aber nur weil es keine schnelle Zauberlösung gibt, lass ich mich in meinem Streben nicht aufhalten. Eine Behandlung von Menschen in diesen Zuständen wäre absolut undenkbar. Ich bin der Meinung dass es unter der Würde der Menschen und nicht den Werten unserer Weltreligionen entspricht, andere Lebewesen auf diese Weise zu behandeln, auch wenn man Tiere essen als ethisch empfindet.

 Als möglichst Vegan lebende Person, ist mir nicht nur das Wohl der Tiere und das Überleben von Tierarten wichtig. Sich pflanzlich zu Ernähren bedeutet auch eine geringere Umweltbelastung durch antibiotika-verseuchte  Fäkalien en masse der Tierindustrie , Zerstörung von Lebensräume (Tropischer Regenwald, der gerodet wird für Anbauflächen) und Erhalt der Meere (Zerstörung des Meeresgrunds mit Schleppnetze um Garnelen u.ä. zu fischen. Und als Nebenprodukt was sonst wenig-essbares da unten rumkrabbelt oder wächst.)

 Aber mein Wissen habe ich mir nicht nur aus dem Internet zusammen gesammelt, obwohl es für schnelle Infos praktisch ist. Während meiner Wochen in Berlin habe ich „Animal Liberation“ gelesen von Peter Singer (durchaus radikal), ein Buch meines Bruder sowohl als „Eating Animals“ von Jonathan Safran Foer „The Rough Guide to Green Living“ die mir meine Mit-Bloggerin Rebecca geschenkt hat 🙂

Unsere Gesellschaft ist fähig, ohne viele Tierprodukte zu leben. Jetzt müssen es nur noch genug wollen. Natürlich ist das nicht das einzige Problem in unserer Welt, aber ich hoffe es wird einmal einfach normal  sein, dass man wenige Tierprodukte zu sich nimmt und auch bei großen deutschen Fastfoodketten mehr vegetarisches Angeboten. Ich bin nicht der Meinung, dass man eine gesunde Ernährungsweise erzwingen soll (sich vegan/vegetarisch ernähren heisst nicht automatisch sich „gesund“ zu ernähren!!), aber dass der heutige Trend zu einem langfristigen Umdenken führt, der sich hoffentlich auch in der Massenproduktion unserer Nahrung niederschlägt.

Gründe für eine bewusste Ernährung (soll heissen ohne Massentierproduktion!) in Stichpunkten…

  • weniger Tierleid
  • mehr Nahrung für alle. Die Population wächst! Die Fläche bleibt gleich! (Jetzt sollten wir nur noch die Verteilung dieser Nahrungsmittel hinkriegen)
  • mehr Wasser für alle. Für die Massen an Fleisch braucht man nicht nur jede Menge Futter für die Tiere, sondern auch jede Menge Wasser.
  • weniger Umweltverschmutzung. Durch Fäkalien, Methan und und.
  • weniger antibiotika-resistente Bakterien. Diese entstehen weniger in den Krankenhäusern, als in den Tierfabriken wo die armen Viecher von vorneherein einen Medikamentencocktail bekommen.
  • Mehr Regenwald. Mehr Luft zum Atmen bei steigender Bevölkerung klingt doch ganz gut.
  • Weniger Ozonloch, wegen weniger Methan und so.
  • Weniger Gifte im eigenen Körper. Je höher man auf der Nahrungspyramide ist, desto mehr bekommt man ab. Vor allem von Fleisch und Fisch.
  • Weniger Krankheiten durch Überkonsum von Fleisch. (Keine Garantie dass ihr dann nicht andere Krankheiten bekommt 😉 Ist jedoch in der Regel weniger Unangenehm als z.B. eine Herzkrankheit)