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„Schwein gehabt“ oder doch eher „Armes Schwein“?

19 Aug

(so gelesen in der Badischen Zeitung am 19.8.2011)

Klingt das nicht putzig? „Spielend“ sollen sich die lieben kleinen Schweinchen die Zeit vertreiben, anstatt sich gegenseitig zu beißen und dadurch zu „nerven“ – ach ja, und viel wichtiger, massiven wirtschaftlichen Schaden anzurichten.

WIE BITTE?
Vielleicht trifft „genervt“ nicht so ganz meinen Geisteszustand, wenn mir mein Nachbar einfach ins Ohr oder sonstwohin beißt. Schon gar nicht, wenn ich keine Gelegenheit zum Ausweichen habe. Wütend, elend, verzweifelt, wie wäre es damit? Und warum sollte es bei Schweinen anders sein? Aber natürlich interessiert das nicht, wenn man nur daran interessiert ist, dass die Tiere möglichst schnell möglichst viel Fleisch abwerfen, das dann irgendwelche ohnehin übersättigten Wohlstandskinder in sich hineinstopfen können, damit sie auch ja ein „anständiges Essen“ bekommen.
Wie ich gelernt habe, nennt man so etwas dann „Intensivtierhaltung“, denn „Massentierhaltung“ klingt ja gar zu grauslig.

Der Wühltrieb gehört zum genetischen Verhaltensprogramm der Hausschweine. Denn sie stammen vom Wildschwein ab. Dieses verbringe die meiste Zeit damit, mit seiner Schnauze im Boden nach Nahrung zu suchen und die Umgebung zu erkunden, erläutert Jathe. Bisher versuchten die meisten Landwirte, ihre Schweine mit einer 30 Zentimeter langen Kette, die ursprünglich Bestandteil des Futtertransportsystems ist, zu unterhalten, sagt Dr. Richter. Die Schweine verlören aber schnell das Interesse an dieser Beschäftigungsmöglichkeit. Auch Versuche, das Borstenvieh mit Kinderbällen in der Schweinebucht bei Laune zu halten, seien fehlgeschlagen. Den Betonspaltenboden mit Stroh auszulegen, gehe aus arbeitswirtschaftlichen und technischen Gründen nicht.

(www.natur.de)

Wirtschaftliche Gründe lassen es also nicht zu, einem lebendigen Wesen wenigstens so viel Spielraum zuzumessen, dass es sich ein bisschen bewegen und seinen natürlichen Instinkten nachkommen kann. Stattdessen nimmt man lieber jahrelang in Kauf, dass sich die Schweine gegenseitig blutig beißen – und kommt erst auf die Idee, das zu ändern, als man merkt, dass es scheiße teuer wird, solche Tiere wieder wenigstens so weit zu päppeln, dass man sie schlachten kann. Was dem Ganzen dann noch die Krone aufsetzt, ist die Art und Weise, in der man sie beschäftigen will: mit am Trog angebrachten Bällen aus Polyurethan. Mhm… das klingt doch mal wirklich artgerecht und lecker!

Nein, ich werde jetzt nicht anfangen, irgendwelche Gefahren von Polyurethan aufzuzählen. Ich habe schlicht keine Ahnung davon und bisher auch keine Quelle, die mich auf irgendwelche Risiken hinweisen würde.
Woran ich mich störe, ist etwas anderes:

Ist es denn, verdammt noch mal, wirklich nötig, Tiere unter Bedingungen zu halten, unter denen man sie mit Plastikbällen beschäftigen muss, damit sie nicht aufeinander losgehen? Können wir uns nicht alle ein bisschen in unserem Fleischkonsum einschränken – sagen wir, nur noch jeden zweiten Tag anstatt jeden Tag ein Schnitzel oder eine Wurst auf dem Teller – und dafür die Tiere auf eine halbwegs humane Art und Weise großziehen?

Offenbarübersteigt das die Fähigkeiten unserer Gesellschaft. Da bleibt einem leider nur noch eines zu fordern:

(Bild via Wikimedia Commons. So ein ähnliches Schild habe ich neulich auch in Freiburg entdeckt, hatte aber leider keine Kamera dabei, also musste ich auf fremde Werke zurückgreifen.)

Teatime!

10 Aug

Zwei Posts an einem Tag? Das riecht doch nach Ferien!

Ja und nein – ich fühle mich extrem verwöhnt, weil ich jeden Morgen ausschlafen kann, aber zwei Hausarbeiten, die noch zu beenden sind, treiben mich trotzdem jeden Tag an die Uni. Auch das genieße ich inzwischen auf eine Art, also kein Grund, sich zu beklagen, wenn nicht…

… meine täglichen kleinen Pausen wären. Ja, natürlich könnte ich sie mir auch einfach verkneifen, aber ich glaube, jeder, der einmal versucht hat, stundenlang still zu sitzen und an einem Text zu arbeiten, weiß, dass irgendwann der Punkt gekommen ist, an dem das Hirn sich verabschiedet und mit ein bisschen Gequatsche und vielleicht Zufuhr diverser Genussmittel (Kaffee, Tee, Schokolade… you name it) wiederbelebt werden will.

Nun trinke ich keinen Kaffee, weil ich versuche, mir alles zu verkneifen, was ich nicht allzu sehr vermissen werde und was aus fernen Ländern nur für meinen Genuss angekarrt werden müsste. In die zweite Kategorie fällt auch Schokolade, was allerdings die erste angeht… naja. Kein Kaffee also.
(Ich sollte an dieser Stelle erwähnen, dass das Café Europa an der Uni Freiburg wenigstens fair gehandelten Bio-Kaffee mit Biomilch anbietet, wenn ich also Kaffeetrinkerin wäre, wäre ich entzückt von diesem Café.)
Die wenigen Fälle, in denen ich das Gefühl habe, absolut dringend einen Energieschub zu brauchen, wie ihn Koffein nunmal liefert, überbrücke ich mit schal gewordenem Instant-Kaffee, den meine Mutter eigentlich wegschmeißen wollte – immerhin soll es ja nicht gutschmecken, sondern nur wach machen, also ist mir der Geschmack relativ egal. So ein Fall allerdings ist in diesem Semester genau zwei Mal eingetreten, ich kann mich also wirklich nicht als Kaffee-Junkie bezeichnen.

Stattdessen gibt es für mich Tee, wenn ich in gemütlicher Plauderrunde doch Lust verspüre, auch ein Heißgetränk zu mir zu nehmen, wie das alle um mich herum tun. Eigentlich sollte man meinen, das wäre ein ziemlich harmloses, abfallfrei zu erwerbendes Getränk, aber nein: vielleicht, um den Biokaffee wieder auzugleichen, bietet das Café nur Beuteltee an, der einzeln in kleine Plastikhüllen verpackt ist. Really. Most disappointing.
Was macht man da? Bisher habe ich schweren Herzens den ab und an anfallenden Müll akzeptiert (ist ja auch nicht viel… ärgert mich aber ob seiner Sinnlosigkeit), aber da ich in letzter Zeit immer öffter so dasitze und mich über ein sinnlosses Stück Plastik ärgere, habe ich beschlossen, meine Taktik zu ändern. Wenn ich den Tee meiner Wahl an der Uni nicht bekomme, muss ich ihn mir eben selbst mitbringen!
Beispielsweise komplett abfallfrei vom selbstgezogenen Minzpflänzchen (Ableger aus Mamas Garten):

Oder wenigstens als Beutel, der unverpackt in einer größeren Packung geliefert wurde:

Oder lose , zubereitet in dem tollen Teesieb, das ich geschenkt bekommen habe (allerdings muss ich noch ausprobieren, ob das mit den bis zum Rand mit heißem Wasser gefüllten Café-Tassen vereinbar ist – ich fürchte fast, das ist es nicht):

Bleibt noch ein Problem: Zu einer guten Kaffeeklatsch-Runde gehört auch ein bisschen Gebäck, am allerlliebsten süß. Das gibt es im Café Europa zwar zu Hauf, aber die Aufback-Teile werden in Plastiksäcken geliefert, so weit ich das gesehen habe, und sie sind ganz sicher nicht mit fair gehandeltem Kakao gemacht. Nachdem ich aber gelernt habe, dass Kakao ein Produkt ist, in dessen Herstellungsprozess immer noch massiv mit Kinderarbeit gewirtschaftet wird (siehe diese und diese Seite für mehr Info), habe ich es mir zum Ziel gesetzt, meinen Schokoladenkonsum auf fair gehandelte Produkte umzustellen.
Nun stellt sich die Frage: Gibt es irgendwo Kekse oder sonstiges Gebäck, das mit fair gehandelten Inhaltsstoffen glänzen kann und gleichzeitig nicht in Plastik verpackt verkauft wird? Oder muss ich mich selbst in die Küche stellen und einen Vorrat backen?

Gratisdusche gefällig? – Grüner Farbtupfer für das Sommerfest

6 Aug

Wie ironisch: Da wurde nun das Sommerfest unseres Seminars um zwei Wochen verschoben, um dem Regen auszuweichen, den wir zum ursprünglichen Termin befürchtet hatten – und heute durften wir uns grade deshalb in strömendem Regen unter kleine Pavillions drängen und trotz ZUSÄTZLICHER Regenschirme immer noch klatschnass werden.

Schön war es trotzdem – vor allem während der Zeit, in der man sich über das Rauschen des Regens hinweg noch verständigen konnte 😉 –  und ich darf mit Genugtuung feststellen, dass wir zwar am Ende des Tages mehrere Säcke Müll wegzuschleppen hatten (es besteht also definitiv noch Verbesserungsspielraum), das Fest aber doch mit einigen grünen Punkten gesprenkelt war:

Geschirr, Besteck und Drumherum:

Denn obwohl die Begeisterung für Müllvermeidungs- und sonstige „Grünifizierungs“-Maßnahmen unter den allermeisten Organisatoren (Mitglieder der teilnehmenden Fachschaften: Islamwissenschaft, Sinologie, Judaistik und Vorderasiatische Altertumskunde) nicht allzu groß war, konnten wir uns schließlich darauf einigen, in Einladungen und auf Plakaten darum zu bitten, dass jeder sein eigenes Geschirr und Besteck mitbringt:

Ein einsamer Lichtblick inmitten von Einweg-Bechern?
Hier leider mit Plastikbesteck abgebildet – dabei hatte ich extra mein „gutes“ Besteck von zuhause mitgebracht!

Nun hatte ich bereits das vage Gefühl, dass daran nicht allzu viele Leute denken würden, und habe vorsorglich einmal fast alle meine Teller (auf dem Boden mit Namen beschriftet, denn zurück hätte ich sie ja schon gerne) in den Rucksack gepackt und mitgenommen. So ganz sicher, wie ratsam diese Aktion ist, war ich mir anfangs allerdings nicht: was, wenn etwas kaputt gehen würde oder einfach am Ende des Tages nicht mehr auffindbar wäre? Sicher, das ist nicht auszuschließen, aber das kaputtgehen hatte ich ja teilweise selbst in der Hand – mit einem Geschirrtuch gepolstert reisten meine Teller so weich wie möglich, wenn auch nicht gerade in Butter gegossen.

(Warum in Butter gegossen? Neulich habe ich gelernt, dass die Redewendung „alles in Butter“ daher kommen soll, dass früher wertvolle Tonwaren in Fässern voller Fett transportiert wurden, das sich im heißen Zustand hineingießen ließ, um anschließend fest zu werden und Brüche zu vermeiden. Hört sich für mich unglaublich teuer und verschwenderisch an – aber wer weiß? Vielleicht ist doch was dran.)

Was den Schwund während des Festes anging, kam mir sicher entgegen, dass regenbedingt die Zahl der Gäste durchweg überschaubar blieb – aber ich würde auch einfach einmal optimistisch davon ausgehen, dass bei solchen Festen, bei denen man sich untereinander kennt, nicht allzu viele Langfinger dabei sind. Oder Typen wie die wildfremden Kerle, die an unserem Platz vorbeiliefen, als wir bereits am abbauen waren, und uns zwei Flaschen Bier aus dem bis dato noch vollen Kasten klauten und damit erfolgreich verhinderten, dass wir den Kasten als ganzes wieder zurückgeben konnten – was dachten die, dass es zur Selbstbedienung dastand? Ich schweife ab. Von den Gästen, die da waren, hatten jedenfalls nur die allerwenigsten ihre eigenen Teller dabei, und meine Idee war insofern mit Erfolg gekrönt, als trotzdem viele die Gelegenheit nutzten, von einem richtigen Teller zu essen. Einen Teller sauber wieder mit nach Hause nehmen musste ich jedenfalls nicht – das heißt, höchstens so sauber, wie er durch diese Behandlung eben werden konnte:

Weniger erfolgreich verlief leider das Mülltrennen: trotz sorgfältig beschrifteter Säcke hatten wir am Ende lauter Restmüll-Sammlungen anstatt von separaten Beständen an Restmüll, Papier und Verpackungen (gelber Sack). Was also muss man tun, um zu erreichen, dass auch wirklich getrennt wird? Wäre es besser, die Säcke in einigem Abstand von einander zu positionieren? Dagegen spräche meine Vermutung, dass jemand, der Müll in der Hand hat, diesen in der Regel in den nächsten Mülleimer pfeffert. Oder ist es einfach utopisch, zu glauben, dass Mülltrennung bei einem Aufeinandertreffen von mehr als 10 Personen überhaupt funktionieren kann?

Menü

Dass es Fleisch gibt, ist bei einem Grillfest wohl unvermeidbar und ja auch nicht grundsätzlich verwerflich. Dass es auch halal-Fleisch gab, freut mich unter dem Gesichtspunkt, dass zumindest theoretisch auch muslimische Gäste hätten anwesend sein können – wobei um 21 Uhr, als das Fastenbrechen angesagt gewesen wäre (schlau, wie wir sind, haben wir das Fest in den Ramadan verlegt) bereits die Sintflut über uns hereingebrochen war und keiner mehr Lust hatte, zu grillen.
Was wirklich etwas ärgerlich ist, ist die Tatsache, dass wir eine Kiste voller Fleisch ungegrillt wieder mit nach Hause nehmen konnten – es schlummert jetzt, soweit ich weiß, in der Tiefkühltruhe eines Fachschaftsmitglieds. Sicher, es konnte keiner ahnen, dass es so schütten würde, trotzdem stellt sich die Frage, wie sich solche Verschwendung in Zukunft umgehen lässt. Vielleicht müssen wir einfach dazu übergehen, auch Carnivoren darum zu bitten, dass sie sich ihr eigenes Grillgut mitbringen – wie das die Vegetarier unter uns ohnehin schon tun mussten.

Wenn man das Grillgut einmal ausklammert, ist es ja nicht allzu schwer, ein typisches Sommerfest-Buffet vegetarisch oder sogar vegan zu gestalten – die verschiedensten Salate dürften das gewesen sein (darunter mein Lieblings-Couscoussalat und ein Nudelsalat, wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob der vielleicht mit Mayonaise angemacht war – gibt es dazu eine vegane Alternative? Bestimmt.) und Brot ist es in der Regel ohnehin.

Ein schwacher Punkt in dieser Hinsicht waren vielleicht die Saucen und Dips – wobei das superleckere Hummus, das jemand mitgebracht hatte, beweist, dass auch dieser Teil des Buffets sich vegan gestalten lässt. Natürlich weiß ich nicht genau, welches Rezept der edle Buffet-Spender benutzt hat, aber http://www.chefkoch.de sagt dazu:

40 g Sesampaste
1 Dose Kichererbsen
50 ml Zitronensaft (frisch gepresst)
30 ml Olivenöl
Salz, Pfeffer, Paprikapulver
Wasser nach Bedarf

Das gesamte Rezept lässt sich hier abrufen. Ich muss dem noch hinzufügen, dass ich leider lernen musste, dass Konservendosen innen mit Epoxidharz beschichtet werden, das zu einem nicht unerheblichen Teil aus Bisphenol A entsteht, über das ich ja bereits ein paar Einträge verfasst habe. Ich persönlich würde also keine Kichererbsen aus der Dose verwenden, sondern sie einfach getrocknet kaufen und selbst durch vorquellen/kochen in einen Zustand bringen, in dem sie sich verarbeiten lassen. Sollte das aus Zeitgründen nicht möglich sein – vielleicht gibt es sie ja auch im Glas?

Eine kleine Rezeptsuche bei chefkoch oder anderen einschlägigen Internetseiten fördert ohne Probleme weitere Saucen- und Diprezepte zu Tage, die ohne tierische Inhaltsstoffe auskommen. Wenn ich es mir recht überlege, glaube ich, das wird mein Beitrag zum nächsten Sommerfest sein!

Ein kleiner Höhepunkt des Abends war für mich zweifellos die Entdeckung, dass der leckere Schokopudding, den ich so genossen hatte, auch noch vegan war! 😉 Ich habe nur ein paar Worte mit demjenigen gewechselt, der ihn mitgebracht hatte, dabei aber erfahren, dass es sogar eine Initiative gibt, die sich für veganes Essen in der Mensa einsetzt – nun bin ich ja keine Veganerin, aber ich habe mich schon oft gefragt, warum das vegetarische Essen nicht weniger ei- und käselastig gekocht wird – ich jedenfalls würde die Chance gern nutzen, in der Mensa vegan zu essen. Wem es genauso geht, der mag vielleicht mal die Website des Bündnisses in Augenschein nehmen und sich überlegen, wie er selber daran teilnehmen kann…:

http://www.vegane-mensa.de/


Vegan + Harry Potter + Black Metal = ?

24 Jul

Vegan + Black Metal = Vegan Black Metal Chef

Der vegane Black Metal Koch kocht in seinem Videos für die Zuschauer nicht nur in seinem Bühnengewand (ergo Kettenhemd, Schulterpanzer, Schwarz-Weisse Gesichtsschminke), sondern bereitet das vegane Menü in mit Stacheln besetzten Töpfen, mit Ritualmessern und Streitkolben zu. Die Hintergrundmusik ist von dem Vegan Black Metal Chef  selbst wie auch der … äh… Gesang  (glücklicherweise mit Untertitel). Eigentlich nicht mein musikalisches Genre, aber das meines veganen Bruders 🙂

Hier ein paar Artikel zu dem Vegan Black Metal Chef Brian Manowitz:

hier!

und ein Interview hier

http://veganblackmetalchef.com/

Vegan + Harry Potter = Dumbledore’s Vegan Army

Diesen Link hat mir Rebecca zukommen lassen – hier werden Gerichte nachgekocht die in den Büchern erwähnt werden, natürlich vegan! Viele englische Klassiker kann man hier finden.

Dumbledore’s Vegan Army

Vegane Brotaufstriche selbst gemacht

17 Jul

Long time, no write!
Aber ich war nicht faul und habe die Zeit genutzt… um zu studieren und meine schlechten Essgewohnheiten weiter auszubauen! 😉

Zwischenzeitlich wurde es wirklich erschreckend, wie oft am Tag man mich ins Studentencafé rennen und etwas zu essen kaufen sah… erschreckend nicht nur im Bezug auf meine Figur (die erholt sich auch wieder), sondern auf auf mein Konto! Um also wenigstens dieser Entwicklung entgegen zu steuern, bin ich dazu übergegangen, mir wieder wie zu Schulzeiten Pausenbrote zu schmieren… was den zusätzlichen Vorteil hat, dass ich den Belag vegan gestalten kann!

Nun gibt es eine wunderbare Vielzahl an veganen Brotaufstrichen im Glas bei meinem Stammsupermarkt, aber leider haben die einen gravierenden Nachteil: sie sind teuerteuer! (Ist das nicht toll? Im Türkischen, habe ich gelernt, lassen sich Betonungen ausdrücken, indem man das Wort ganz einfach verdoppelt. Ich bin dafür, das auch im Deutschen einzuführen.) Nicht absolut (ein Glas kostet zwischen zwei und drei Euro), aber relativ gesehen dazu, wie lang es vorhält, dann doch.

Also bin ich dazu übergegangen, selbst zu experimentieren, und obwohl meine Rezepte noch nicht so vielfältig sind wie die Auswahl im Regal, muss ich sagen, ich bin bislang sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Mein Grundrezept sind bisher passierte Tomaten (könnte man sicher genauso mit frischen Tomaten machen, aber ich hatte noch passierte im Glas aus der Zeit, als es keine Regio-Tomaten gab), Zwiebeln und Leinsamen (als noch in meiner Küche vorhandener Ersatz für Nüsse und dergleichen). Die Zwiebeln, durfte ich feststellen, schmecken erheblich besser, wenn man sie vorher kurz andünstet, ansonsten bringt es aber auch schon viel, den aus lauter rohen Zutaten zubereiteten Brotaufstrich ein paar Tage „ziehen“ zu lassen.

Außerdem ist es mir bisher gelungen, den Brotaufstrich erfolgreich um eine Currynote zu erweitern, mit anderen Gewürzen und Gemüsen will ich in Zukunft noch experimentieren.

Das Bild deutet es schon an, die ganzen Zutaten kommen einfach Pi mal Daumen proportioniert in den Mixer und werden zu einer Paste verarbeitet. Funktioniert genauso mit dem „Zauberstab“ (Pürierstab“), ist aber mühsamer und macht u.U. eine größere Sauerei.

Die Haferflocken befinden sich übrigens mit im Bild, weil es unter Umständen vorkommen kann, dass die Mischung ein wenig zu flüssig wird – in dem Fall helfen sie, das Ergebnis ein bisschen einzudicken und streichbar zu machen.

Ein Produkt, dass im Bio-Laden oft übersehen wird: Pesto von Nebona Gewürze

28 Jun

Als Student ist das mit dem Pesto aus dem Glas immer so eine Sache: Man braucht nicht ALLES für sich selber, aber das Zeug läuft ja leider nach ein paar Tagen im Kühlschrank schon ab! Man ist (wiedermal ;-)) gezwungen mehrere Tage das Gleiche zu essen.

Als ich vor einiger Zeit im Bio-Laden war, gab es einen Tisch bei dem man ein Produkt vorgestellt wurde, dass eigentlich schon immer angeboten wurde: Bio Pesto von Nebona Gewürze.

Ich war zwar auch schon an dem Produkt vorbeigelaufen, hatte es aber ohne näher hinzusehen als Gewürz abgestempelt, dass ich nicht brauche.

WEIT GEFEHLT!

Dieses Trockenpesto kann man mit ein wenig Wasser und Öl anrühren ohne dass man das ganze Glas benutzen muss… ist ja trocken. Geniales einfaches Prinzip eigentlich. Man kann es dann auch als Tomatenaufstrich und als Dip und so weiter benutzen. Obwohl man angeblich die doppelte Volumenmenge aus dem Glas bekommen soll, sind für mich als Student 6 Euro (im online-shop 5 Euro)  doch recht happig.  Aber ansonsten bin ich begeistert.

 

„Abfallfreier“ Einkauf: Setzen, Sechs!

27 Mai

Heute wollte ich also endlich meine geniale Idee in die Tat umsetzen und meine leere Speiseöl-Flasche bei „Vom Fass“ wieder auffüllen lassen. So weit hat das auch funktioniert, wenn man sich nicht daran stört, dass…

… Sojaöl das günstigste war, was ich finden konnte, und selbst das mich noch 4 Euro für meine 500 ml gekostet hat. Keine Bio-Qualität, natürlich. Letzteres gibt es, glaube ich, beim Olivenöl – aber daran habe ich dann im Laden gar nicht mehr groß gedacht. Aber gut, den Preis wäre ich noch bereit, in Kauf zu nehmen, denn ich werde das Öl voraussichtlich sehr sparsam verwenden – ich komme im Moment ohnehin kaum zum kochen. Aber da war ja sonst noch die eine oder andere Sache, die ich nicht gerade ideal fand. Zum Beispiel, dass…

… der Einkauf nicht wirklich „plastikfrei“ war. Wahrscheinlich hätte ich sogar weniger Plastik erworben, wenn ich einfach wieder eine neue, volle Glasflasche gekauft hätte. Um die von mir mitgebrachte Flasche dicht zu halten, musste mir nämich die Verkäuferin drei oder vier der „Siegel“, die sie verwenden, um ihre Flaschen zusätzlich abzudichten, um den Deckel herumkleben.

Außerdem war er auch sonst nicht „abfallfrei“, denn in Papier habe ich die Flasche auch noch eingepackt bekommen, schneller, als ich kucken konnte. Vermutlich hätte ich einiges davon durch eine besser schließende Flasche und schnellere Reaktionen verhindern können, aber ich frage mich trotzdem:

Was ist besser – vergleichsweise günstiges Bio-Öl in der neuen, aber immerhin recycelbaren Glasflasche, oder nicht-Bio-Öl in der zwar wiederverwendeten, aber mit Plastik wiederversiegelten Flasche?

Schon wieder das Dilemma mit dem plastikfreien Einkaufen – ein erster Lösungsansatz

27 Mai

Bulk Bins habe ich zwar in Freiburg immer noch keine ausfindig gemacht. Aber immerhin einen Weg gefunden, wie sich zumindest das, was es bereits lose gibt (vor allem Obst und Gemüse) ohne zusätzlichen Verpackungsmüll einkaufen lässt!
Zur Erinnerung, ein kleiner Rückblick, was wir (Stephie und ich) schon alles versucht haben…

– Ganz lose einkaufen. Das macht zwar in vielen Fällen Sinn, aber versucht mal, ein Kilo Äpfel unverpackt zu wiegen und dann an der Kasse vorzuzeigen. Macht nicht wirklich Spaß.

– Die im Laden angebotenen Plastiktüten zwar nutzen, aber zuhause ausleeren und beim nächsten Einkauf wiederverwenden. Auch nicht so super – erstens schaffe ich persönlich es meist nicht, sie wieder unfallfrei aufzubekommen, wenn sie einmal verknotet waren, und zweitens gehen die Dinger auch sonst recht schnell kaputt. Sind eben eigentlich keine Mehrwegbeutel.

– Stofftaschen verwenden. Das funktioniert zwar, aber a) muss jede Tasche an der Kasse geöffnet werden, damit der/die Kassierer/in sehen kann, ob auch wirklich der richtige Preis draufklebt, und b) zahle ich dabei immer das Gewicht einer vergleichsweise schweren Tasche mit – es seidenn, ich packe an der Waage alles noch mal aus und wiege mein Obst ohne Tasche. Womit wir wieder beim Problem des ersten Lösungsansatzes wären.

– Einkaufsnetze selbst häkeln oder knüpfen. Ich weiß nicht, wie der aktuelle Stand von Stephies Versuchen aussieht, aber ich habe das mit dem Häkeln so gut wie aufgegeben. Durch Rumprobieren ein taugliches Muster zu finden, ist für einen blutigen Anfänger wie mich ziemlich schwer.

An diesem Punkt war ich also angekommen, als ich während der Osterferien bei meinen Eltern zuhause einen ganzen Stapel leerer Kartoffelsäckchen entdeckte, die meine Mutter aus irgendeinem Grund gesammelt und aufgehoben hatte… obwohl sie mir auf meine Frage hin erklärte, dass sie sie nicht wirklich für irgendwas benutzte. A-HA! Die Idee war ziemlich schnell geboren, und meine Mutter war auch gern bereit, mir ihren Vorrat mitzugeben – den ich inzwischen auf Stephie und mich aufgeteilt habe und den ich persönlich nun nutze, um Äpfel, Zwiebeln, Kartoffeln, und was sonst noch so an losem Pflanzenzeug anfällt, einzukaufen. Das funktioniert nicht nur wunderbar (obwohl die Säckchen immer noch ETWAS schwerer sind als die „normalen“ Plastiksäckchen), sondern hat mir auch schon öfter erstaunt-wohlwollende Blicke und Nachfragen eingetragen – vielleicht lässt sich ja tatsächlich jemand inspirieren, es mir gleichzutun. 🙂