Gurken aus dem Inkareich

29 Sep

Eigentlich wollte ich gar keine Inkagurken – ich dachte es wären diese niedlichen mexikanischen Mini-Kürbisse, die wie kleine Wassermelonen aussehen. Aber die Pflanze, die ich gekauft hatte, stellte sich nach einigem Googeln als Inkagurke heraus, die irgendwann kleine stachelige Hörnchen hervorbringen sollte. Aber wenigstens haben die beiden Kürbispflanzen im Kleinformat eines gemeinsam: Sie schmecken gurkig!

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Erntebeutelchen mit Gurken, eine aufgeschnittene reife Gurke mit den Samen, die an Borkenstücke erinnern.

Also habe ich vor einigen Monaten (Juli?) die von der CityFarm Augsburg erstandenen Pflänzchen samt Mini-Klettergerüst an den Zaun gepflanzt. Selbiger Zaun ist nun Ende September zugerankt, eine Fläche von etwa 6-8 Quadratmeter ist bedeckt. Den Ertrag, der seit Ende August nicht abreißt, schätze ich bisher auf ein Kilo Inkagurken. Und es wachsen noch viiiele nach. Die Früchte der einjährigen Kletterpflanze Cyclanthera pedata  schmecken recht neutral. Sie sind gurkig und zart – zumindest, wenn sie etwa 2 Zentimeter groß sind. Werden sie aber größer als etwa 4 cm, muss man schon sehr auf Kernen und zäher Schale herum kauen. Meine scheinen eine Endgröße von etwa 10 Zentimeter zu bekommen. Vielleicht können diese noch gekocht verzehrt werden.

Soweit, dass die Gurken von der Pflanze, die auch Temperaturen von minus fünf Grad Celsius noch wegsteckt, in Backofen oder Topf gelandet sind, ist es nicht gekommen. Für tolle Rezepte muss man einfach nur irgendwas á la Inkagurken+Rezept googeln. Meine eigene Familie ist zwar nur mäßig begeistert und hat sie nicht wirklich probieren wollen, aber ich knabbere sie sehr gern. Dafür ist die südamerikanische Pflanze bei der Familie meines Lieblingschurken umso beliebter! Die Schurkenmama ist bereits ein großer Fan dieses sehr gesunden Gemüses. Bei meinem letzten Besuch war sie ganz entrüstet, dass ich kein Schälchen voll zum Essen mitgebracht hatte. (Geständnis: Ich hatte ein Schüsselchen gepflückt, doch sie wurden vorher alle von mir zum Frühstück unterwegs geknabbert.)

Diese Pflanze, die zu den Kürbisgewächsen zählt, ist sehr pflegeleicht. Außer auspflanzen und Gurken ernten, habe ich den Nachbargarten vor einer Invasion der Inkagurken bewahren müssen,  da ihre Büsche am Zaun schon als Kletterparadies herhalten müssen.  Ziemlich gesund  soll die Inkagurke auch sein. Etwa noch so eine Wunderpflanze? (Manchmal frage ich, wie man den gesunden Kram  überhaupt alles gegessen bekommt…). Jedenfalls, laut Internet angaben sind sie unter anderem gut für die Cholesterin- und Blutfettwerte. Auch für Diabetiker empfehlenswert.

Püriert als Smoothie oder als Saft kann man die Hörnchen ebenfalls …genießen? Na, als Salat schmecken sie viel besser, glaube ich. Die Stacheln sollte man vorsichtshalber abknicken oder glatt streifen, egal wie man die Gurken zubereitet. Manche Früchte haben fast keine Stacheln, andere sind davon überseht. Ganz gerissene Gürkchen zeigen einem die glatte Schokoladenseite und enthüllen beim Pflücken ihr wahres Gesicht. Autsch! Die Ranken und Blätter (auch essbar im Salat, aber selbst noch nicht ausgetestet) sind aber nicht pieksig, die „Gefahr“ sich zu Verletzen hält sich also in Grenzen. Im Gegensatz zu gewissen Litschitomaten, die ebenfalls im Garten wachsen.

Obwohl es meine Gurken bisher nur in Scheiben in den Salat geschafft haben, gibt es vielfältige Möglichkeiten die Gurkis zu verarbeiten oder haltbar zu machen. Schmorgurken sollen lecker sein und sauer einlegen geht auch problemlos. Jetzt muss ich mir nächstes Jahr nur noch neue Pflanzen an ein zugänglicheres Stück Zaun pflanzen  und dem erneuten Gurkenglück steht nichts im Wege. Pechschwarze Samen habe ich inzwischen vorsorglich von den größten Gurken geerntet. Und vielleicht gesellt sich dann die „echte“ mexikanische Gurke rankend dazu.

Mehr Infos, Rezepte und lesenswerte Erfahrungsberichte findet ihr hier auf der Rühlemanns Duft- und Würzkräuterseite und tolle Fotos und eine Nudelpfanne auf diesem Blog.DSC_0355

Oben seht ihr ein Schälchen mit Inkagurken, dazu eine der fünf geernten gelben Tomaten und einen Teil der schier endlos nachreifenden Johannisbeertomaten. Wenn euch jemand sagt, man könne Letztere „als kleinen Strauch“ auf der Fensterbank halten: Das wage ich zu bezweifeln! Siehe Foto…

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Johannisbeertomaten werden nicht ausgegeizt – die einzelnen Arme waren sicher im Schnitt 2 Meter lang.

Nach längerer Pause (Fotos von den zwischenzeitlichen Projekten existieren zuhauf, nur ins Internet hat es bei mir nichts geschafft!) endlich mal wieder ein Eintrag.   🙂

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Eine Antwort to “Gurken aus dem Inkareich”

  1. Sandra 30. September 2014 um 23:47 #

    Also so ne Inkagurke hätte ich ja fürs nächste Jahr auch gerne. Da muss ich doch mal schauen wo ich ein oder zwei Samen herbekomme.
    Danke für den Bericht 🙂

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