Warum Produkte aus fair gehandelter Bio-Baumwolle kaufen?

7 Mrz

Bio-Baumwolle bedeutet:

  • Vorbeugung von Bodenerosion, da keine chemischen Düngemittel verwendet werden dürfen.
  • keine gesundheitliche Gefährdung der Baumwollbauern, die unter Vergiftung durch chemische Pestizide leiden müssen.
  • keine Verwendung von gentechnisch-modifizierten („GMO“) Pflanzen.
  • Bauern müssen kein teures Geld für Spritzmittel ausgeben und können mit Bio-Baumwolle höhere Preise erzielen. Sie sind ein Stück unabhängiger, und ich kann ruhiger schlafen im Wissen, dass der Großkonzern Monsanto hier leer ausgeht 😉 .

(Mehr dazu auf der Seite des Umweltinstituts)

Fairtrade, das heisst:

  • Weg aus der Armut für viele Familien.
  • Die Familien werden nicht infolge ihrer Armut zu Prostitution, Drogenanbau und Kinderarbeit gezwungen.
  • Familien können vermehrt in eine schulische Ausbildung der Kinder investieren.
  • pro verkauften Artikel erhalten die Bauern eine Prämie.
  • mit der festgelegten Fairtrade-Prämie werden in den Kommunen Trinkwasserbrunnen und Schulen gebaut, sowie andere fördernde Projekte unternommen.
  • die Bauern sind unabhängiger und können sowohl in der Produktion wie auch bei der Verwendung der Prämie mitbestimmen!

Auf diese Siegel müssen geachtet werden:

Fairtrade Siegel

Diesen Bio-Siegeln kann man laut der Welt auch trauen.

Sowohl Bio-zertifizierte Produkte (hier am Beispiel Bio-Baumwolle) wie auch Fairtrade ist wahnsinnig wichtig! Während Bio-Baumwolle einen stärkeren ökologischen Aspekt hat, ist es bei Fairtrade der soziale Aspekt. Beides muss Hand in Hand gehen, wenn nachhaltig und dauerhaft etwas verändert werden soll, meiner Meinung nach.

Zum Einen kann die Regionen von dem Anbau von biologischen Bio-Baumwolle ökologisch und gesundheitlich profitieren, zum Anderen werden die Personen die die Produkte anbauen fair entlohnt – sie haben dann die Möglichkeit mehr Bildung zu bekommen (und damit für ein besseres Verständnis wie wichtig ökologisches Handeln ist, hoffe ich) und zum anderen mehr Handlungsfreiraum, da sie nicht wegen Krankheit und Armut gerade so am Überleben sind, und in eine Abhängigkeit (von großen Konzernen wie Monsanto, von Prostitution, von Drogenanbau…) gezwungen werden. Ausserdem werden mit den Fairtrade Prämien wichtige Projekte in den Dörfern, wie Trinkwasserbrunnen und Schulen, in Angriff genommen werden.

– Ergänzung –

Aber Bio und Fairtrade ist leider nicht genug. Vor allem bei Bio haben die Richtlinien oft andere Dimensionen als der Verbraucher vermutet. Auch in Bio Betrieben werden männliche Küken nach dem Schlüpfen getötet. Und Fairtrade ist hauptsächlich ein soziales Siegel – obwohl auch auf Bio inzwischen größerer Wert gelegt wird, heisst Fairtrade nicht Bio. Bei den meisten Fairtrade zertifizierten Goldminen, ausser Oro Verde („Grünes Gold“) wird genauso der Boden massiv geschädigt. Zu der Fragwürdigkeit von Bio, siehe auch „Stadtpflanze“s Kommentar unten. Eigentlich muss man neben Bio und Fairtrade unter anderem auch vegan leben, Plastik und GMOs (auch aus politischen Gründen!) meiden, sowie politisch aktiv und informiert sein.

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6 Antworten to “Warum Produkte aus fair gehandelter Bio-Baumwolle kaufen?”

  1. gruenzwerg 7. März 2014 um 17:04 #

    Danke, ich finde das kann nicht oft genug gesagt werden… immer wieder muss. Ich Diskussionen führen nach dem Motto: die tun doch auch nur so und das Geld kommt. Nicht an… oder : woher soll man denn wissen, welches Siegel Okt ist… je. Öfter faire Produkte im Gespräch sind, umso eher bleibt es bei den Leuten auch hängen!

    • stepheph 7. März 2014 um 18:11 #

      Diesen Kommentar höre ich auch immer, wenn es um das Thema Bio oder Fairtrade geht: Da wisse man ja auch nicht, ob die wirklich besser wären“ :-/

  2. Stadtpflanze 7. März 2014 um 18:16 #

    Bio ist nicht immer besser. Ich wünschte, es wäre so einfach …

    Aber der Reihe nach: Es wäre optimal, wenn sich Landwirte so verhalten würden, wie es dem Verbraucher mit „Bio“ vorgemacht wird.

    Nicht überall ist das jedoch der Fall. Je nach Biosiegel/Zertifizierung sind auch Maßnahmen erlaubt, die niemand mit „Bio“ in Verbindung bringen würde. (Beispiel Hühnerhaltung. Bio und Bodenhaltung auf engstem Raum sind kein Widerspruch.) Auch bei Bio wird zu viel Dünger verwendet, auch bei Bio wird der Boden durch Einsatz schwerer Maschinen verdichtet, auch Bio führt zum Verlust zahlreicher Pflanzen- und Tierarten aufgrund von Züchtung der immer gleichen paar Sorten.

    Biosiegel setzen bestimmte Mindeststandards – das ist ein Schritt in die Richtige Richtung, allerdings ist es oft nicht genug.

    Zum Teil ist ein Biosiegel auch wertlos – nämlich dann, wenn es sich zum Beispiel um Nahrungsmittel handelt, bei denen niemand auf die Idee kommen würde, dort Pestizide einzusetzen – weil das nicht nötig ist.

    Umgekehrt heißt Bio nicht immer, das die Erzeuger auch wirklich immer etwas davon haben. Auch bei Bio werden krumme Gurken weggeworfen, auch bei Bio werden die Preise gedrückt.

    Wie du schreibst ist deshalb Fairtrade auch wichtig – aber Fairtrade aus der Region? Die typischen Fairtrade-Produkte sind solche, die Importiert wurden – mit der Begründung, dass im Inland bestimmte Standards bereits gelten würden und man sich darauf verlassen könne … Was man faktisch nicht kann.

    Fairtrade ist wichtig, die Lebensumstände z.B. in Südamerika sind nicht mit denen in Zentraleuropa vergleichbar – aber weder Fairtrade noch Bio sind (in ihrer momentanen Form!) wirklich die Lösung. Ein Schritt auf dem Lösungsweg … Aber noch lange nicht die Lösung.

    Ich lese immer wieder, dass sich viele auf die Biosiegel verlassen. Bio = gut, Bio = natürlich .. Das glauben wir inzwischen fest. Aber es ist ein Glaube, der nicht immer der Realität entspricht.

    • Stadtpflanze 7. März 2014 um 18:21 #

      Damit du das nicht falsch verstehst: Man muss differenzieren. Einseitigkeit hilft nicht weiter, auch wenn es wirklich schön wäre, wenn es so einfach wäre.

      Wenn man „ein bisschen“ macht, ist es besser, als wenn man nichts macht. 🙂 Aber man kann sich nie in Sicherheit wähnen. Zum Teil weiß ich z.B. auch hier vor Ort, dass bestimmte Lebensmittel kein Biosiegel haben, aber aus ökologischem Anbau stammen. Die gleichen Produkte mit Biosiegel hingegen stammen aus fragwürdigem Anbau, der sich allerdings auch „Bio“ nennen darf, weil er die Mindeststandards grade so eben erfüllt – aber weit von dem Entfernt ist, was durch das Marketing suggeriert wird.

      • stepheph 7. März 2014 um 20:23 #

        Natürlich hast du Recht in allen Punkten! Es muss sich einiges ändern, und viel mehr unabhängige, unbestechliche Kontrollinstanzen geben (aber sogar das scheint mir etwas utopisch…).
        Und obwohl man alles, was man konsumiert genau recherchieren sollte, und Monokulturen und krumme Gurken unterstützten muss, ist das für die meisten Leute ein sehr vages, unrealistisches Konzept. Es ist viel Zeit- und Freizeitaufwand, den die meisten zusätzlich zu ihrer Arbeitszeit oder neben der Erziehung ihrer Kinder nicht leisten wollen, obwohl es eigentlich nötig wäre. Aber immerhin werden immer mehr Leute aus diesen Gründen vegan und vegetarisch, und Initiativen wie „Lokalhelden“ die sich der krummen Gurke verschrieben haben, auch das Foodsharing und Containern (naja letzteres ist eher persönliche Initiative).
        Bio-Siegel finde ich trotzdem wichtig, da es ein Schritt in die richtige Richtung ist. Tragisch ist, das auf dem Weg zum Mainstream das ökologische schon mal verloren geht. Aber gerade wenn das Bio „Image“ dadurch geschädigt wird dass Tiere trotzdem nicht artgerecht gehalten werden oder Boden geschädigt wird, hoffe ich dass engere Richtlinien festgelegt werden, bzw. mehr Unternehmen/Bauern darauf achten dass sie „richtig“ Bio produzieren.
        Es ist manchmal sehr entmutigend, auf wie viele Dinge man achten muss (Verpackung, Plastik, Müllarm, wasserneutral, co2 neutral (die co2 firmen sind ja eh humbug :-/ ), vegan, gmo-frei… usw), vor allem bei den Gedanken dass die Mehrheit es nicht tut, und das ultimativ… naja. Ein weiterer Grund zu bloggen.

        Eigentlich müssten alle selber anbauen, aber dazu hat heute ja auch keiner Zeit. Ich meine dass sich viele Dinge (Lebensmittelherstellung, Lebensmittelverkauf, Firmen usw) wieder dezentralisieren müssen. Gerade in den USA ist es erschreckend wie viel Macht die Pharmaindustrie, Monsanto usw haben. Vor allem Monsanto, die ja das GMO Saatgut patentiert und die „herkömmlichen“, nicht-patentierbaren, staatlichen Saaten verdrängt und die Bauern am laufenden Band verklagt, ist die Entwicklung sehr erschreckend. Und diese Firma kontrolliert den Anbau unserer Nahrung… und den Ursprung unserer Nahrung…

Trackbacks/Pingbacks

  1. Die Sonntagsleserin KW 11 | widerstandistzweckmaessig - 16. März 2014

    […] sehr beschäftigt ist “fair-trade”. Stepheph geht im “Mückeblog” der Frage Warum Produkte aus fair gehandelter Bio-Baumwolle kaufen? nach. Bei dieser Gelegenheit wird auch das “Fair-Trade-Siegel” etwas genauer […]

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