Kokosmilch selbst gemacht

7 Mai

Milch ist ein Luxusartikel – und ab und zu überkommt mich die Naschlust, Vorsätze hin oder her. Dann heißt es entweder mit Prinzipien brechen oder einen vernünftigen, veganen Ersatz finden – bloß wo? (Selbstgemachte) Hafermilch ist recht und gut für Müsli und Co, aber ersetzt nicht das gewisse cremige Etwas, das z.B. zum Essen abschmecken wunderbar geeignet ist. Ein Glück, dass sich mir in letzter Zeit gleich zwei Möglichkeiten aufgetan haben, ab und zu in moderaten Mengen „Milch“(produkte) in meinen Speiseplan einzubauen: eine Freundin erzählte mir von einem Laden hier in Freiburg, der die Sojamilch in Glasflaschen führt, von der bereits Stephie kurz berichtet hatte. Und da ich Kokos liebe, war ich begeistert, bei The Plastic Free Chef eine Anleitung zum eigenhändigen Kokosmilch-Herstellen zu finden – und damit die Möglichkeit, BPA-belastete Dosen zu umgehen, in denen die Milch sonst fast immer verkauft wird.

Mir ist natürlich klar, dass Kokosnüsse nicht in Deutschland wachsen und daher Luxusartikel bleiben, aber ich habe ja auch nicht vor, mir jeden Tag eine Kokosnuss zu knacken – wäre mir viel zu aufwändig und zu teuer, von allem anderen abgesehen. Einen netten Pfiff zu einem ansonsten etwas langweiligen Gericht gibt ein Schuss Kokosmilch oder ein Löffel Kokosflocken allerdings definitiv, ab und zu werde ich also in Zukunft sicher zu Mörser und Mixer greifen und sehen, was dabei herauskommt. Dass mein Mixer der Aufgabe gewachsen ist, durfte er bereits beweisen, wobei ich leider versäumt habe, vom Endprodukt Fotos zu machen.

Hier ein paar Bilder von meinem ersten Versuch mit einer alexandrinischen Kokosnuss, der mangels Mixer an der Stelle abgebrochen wurde, an der das Mark der Nuss zu Milch verarbeitet werden sollte:

Im Urzustand…

… und nach erster, leichter Bearbeitung. Die Stellen, die hier als schwarze Punkte sichtbar werden, freizulegen, ist wichtig, denn hier kann die Nuss im Idealfall „angestochen“ werde, sodass sich das Kokoswasser abgießen lässt und beim Knacken nicht durch die Gegend spritzt. Aber nicht wegschütten! Das wird später noch gebraucht. Am besten ist es, mindestens zwei Löcher zu stechen oder zu bohren, damit durch eines Luft in den Innenraum nachströmen kann und das Kokoswasser schneller abfließt.

Jetzt sind Muskeln gefragt! Zuhause hilft mir beim Knacken ein äußerst stabiler Steinmörser – hier wurde die Nuss in ein Handtuch gewickelt und auf einem dicken Stapel anderer Handtücher platziert, um meinen Nachbarn das allerschlimmste Hämmern zu ersparen. Mir selbst brachte das Geklopfe wenigstens die Erkenntnis, dass ich höchstwahrscheinlich nie jemanden aus Versehen erschlagen werde – denn so eine Schale zu knacken, ist verdammt anstrengend.

Geschafft! Jetzt gilt es nur noch , das Mark aus der Schale zu hebeln, mit einem vernünftigen Messer zum Glück kein großes Problem.

So sieht das dann aus. Das Mark lässt sich jetzt raspeln, knuspern oder in den Mixer werfen – Letzteres zusammen mit dem zuvor abgezapften Kokoswasser und einem halben Liter Wasser. Dabei entsteht dann die erwünschte Kokosmilch – zusammen mit einem ganzen Haufen Kokosraspel, die sich dann frisch essen, einfrieren oder trocknen lassen. Ach ja – The Plastic Free Chef empfielt, zuvor die braune Schale abzuschälen. Wie man mich mit meiner gewissenhaften Art kennt, habe ich mir diesen Zwischenschritt natürlich immer gespart. 😉

Wenn man sie eine Weile stehen lässt, trennt sich die entstandene Kokosmilch nach einiger Zeit wieder in Wasser und eine Art „Kokossahne“ – ein Umstand, den man entweder genießen oder durch Rühren oder wieder rückgängig machen kann.

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5 Antworten to “Kokosmilch selbst gemacht”

  1. Mausflaus 8. Mai 2012 um 18:26 #

    tetrapaks sind ökologisch gesehen gar nicht besser als glas; habe mich das nämlich auch mal gefragt, was man am besten kaufen sollte. war ne studie vom umweltbundesamt, schien mir ganz seriös:
    http://vollvegan.blogspot.de/2011/07/welche-getrankeverpackung-ist.html

    • repek 8. Mai 2012 um 20:55 #

      Huch, hatte ich das etwa behauptet? Wenn ja, muss es ein Versehen gewesen sein, denn schon allein dadurch, dass sie Plastik enthalten, sind mir Tetrapaks ziemlich unsympathisch… davon abgesehen hatte ich ähnliche Dinge, wie du sie zitierst, auch schong ehröt.

      • Mausflaus 13. Mai 2012 um 19:48 #

        ich hatte das so interpretiert, dass du das aus umweltgründen machst? andere gründe konnte ich mir nicht vorstellen…

      • repek 13. Mai 2012 um 19:49 #

        Du meinst, die Kokosmilch? Ja, schon, aber Tetrapaks kommen da doch gar keine vor… Tut mir leid, ich kann dir nicht ganz folgen.

  2. stepheph 15. Juni 2012 um 19:00 #

    Eine Methode, Kokosnuesse zu schaelen ist mit dem Hammer das obere Ende abklopfen, so dass eine Haube abspringt. Besonders praktisch, wenn man an das Kokoswasser kommen will.

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