Echte Freunde teilen alles. Manchmal sogar mit Fremden.

17 Mrz

Vor einiger Zeit hat Stephie ja bereits ausführlich über das Thema Fahrradfahren berichtet, und je wärmer es wird, desto wichtiger wird diese Form der Fortbewegung auch für mich wieder werden. Im Moment befinde ich mich zwar noch in einer Stadt, in der Fahhradfahren nahe am Selbstmord angesiedelt ist (in der Hinsicht hat Alexandria von Freiburg noch einiges zu lernen), aber sobald ich wieder zuhause bin, wird das Fahrrad aus seinem zwangsläufigen Winterurlaub geholt, in den es geschickt wurde, als es so kalt wurde, dass die Gangschaltung und die Bremsen eingefr0ren waren. Trotzdem gibt es Strecken, die sich nicht mit dem Fahrrad zurücklegen lassen, beispielsweise wenn ich zu meiner Familie nach Hause fahre. Das ginge vielleicht, wenn ich Zeit hätte für eine zweimonatige Radtour, aber übers Wochenende? Oder auch für sonst einen kürzeren Zeitabschnitt? In solchen Fällen bin ich immer sehr froh über die Mitfahrzentrale, denn Bahnfahren kann alleine ziemlich schnell ins Geld gehen.

Random picture to the rescue!

Das Prinzip der Seite ist recht einfach: Man kann entweder nach einer Fahrt suchen, die bereits angeboten wird – dabei gibt es verschiedene Kategorien, beispielsweise für Bahn-Mitfahrgelegenheiten oder Fahrten von Frauen für Frauen – im Fall einer Mitfahrgelegenheit im Auto. Außerdem kann man sehen, ob der Anbieter Raucher ist (ebenfalls wieder nur für Fahrten im Privatauto interessant) und natürlich, wann und wo es losgeht. Über die angegebenen Wege – Nachricht direkt auf der Seite, e-Mail oder Handy – kann der/die Anbietende dann kontaktiert werden. Die andere Möglichkeit besteht darin, selbst ein Angebot einzustellen. Das ist ähnlich einfach, das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass sich mehr Leute melden, als mit dem Ticket oder mit dem Auto fahren können. Oder ist das Schlimmste, wenn sich überhaupt niemand meldet?  Wie dem auch sei.

Ich kenne bisher nur die Bahnvariante, vielleicht ist es im Auto anders, aber für mich läuft es meistens so ab: Am Tag vor der Fahrt oder maximal zwei Tage vorher wird vereinbart, wer alles mitfährt. Ich hatte allderings auch schon das Glück, zwei Stunden vor Fahrtantritt noch eine Mitfahrerin zu finden, es ist also nie zu spät, sich noch umzuhören. Es bietet sich an, ein Erkennungszeichen zu vereinbaren, denn sonst irrt man am Bahnhof manchmal mehrfach aneinander vorbei, ohne sich zu finden – auffällige Taschen, Mützen oder Mäntel eignen sich hervorragend. Der Preis steht bereits beim Angebot, es erübrigt sich also, darüber zu handeln – und meiner Erfahrung nach ist es meist schon billiger, wenn man sich zu zweit ein Länder- oder Wochenendticket teilen kann, als alleine zu fahren. Für die Fahrt zu meinen Eltern zahle ich meistens – hin und zurück zusammengerechnet – ca. 20 Euro, anstatt der bis zu 60, die ich ansonsten hinblättern könnte.

Was die Mitfahrer*innen angeht, habe ich schon alles Mögliche erlebt, aber nie, dass jemand absolut unsympathisch gewesen wäre. Manchmal sitzt man einfach stundenlang zusammen und alle sind mit ihrer eigenen Lektüre beschäftigt oder starren aus dem Fenster. Manchmal kommen Gespräche zustande. Manchmal bleibts beim netten Smalltalk, manchmal ist man sich richtig sympathisch und fängt an, sich Lebensgeschichten zu erzählen. Mehrfach ist es mir schon passiert, dass ich Freunde von irgendwelchen Bekannten oder Bekannte von irgendwelchen Freunden getroffen habe. Das gibt dann immer eine nette Überraschung, wenn man sich das nächste Mal sieht: „Ich soll dich von XY grüßen.“ – „Ihr kennt euch?“

Unangenehme Erfahrungen hatte ich jedenfalls bei der Mitfahrgelegenheit noch nie – es seidenn vielleicht das eine Mal, als wir mitten auf freier Strecke hielten, weil eine Achse angefangen hatte, zu brennen. Aber das war ja nicht die Schuld meiner Mitfahrer…

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Eine Antwort to “Echte Freunde teilen alles. Manchmal sogar mit Fremden.”

  1. stepheph 17. März 2012 um 23:38 #

    Zwei Monate? Unsinn! Mit 50 km am Tag (sehr, sehr großzügig gerechnet) brauchst du bloss 5 Tage! Nur wird dir der Popo danach wohl etwas weh tun… und die Beine 🙂 Das muss ich glatt mal machen 😉

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