Milch, Fleisch und Co: Wir machen den Abflug!

28 Feb

Wage ich es wirklich, ein, zwei „grüne Tips“ fürs Fliegen vorzuschlagen? Ist das nicht ein Widerspruch in sich?
Sicher, nicht zu fliegen, ist am allerbesten, aber für Trotzdemflieger mögen diese Überlegungen hilfreich sein:

1) SpecialMeals und Co.: Die Ernährungsfrage

Erinnert sich sonst noch jemand an Tage, in denen sie noch im HappyMeal-Alter war und tatsächlich ungefähr einmal im Millenium dort vorbekam? Inzwischen weiß ich nicht mehr so genau, wie lange mein letzter Besuch bei McDoof zurückliegt, aber ähnlich wie damals kam ich mir vor, als ich beim Buchen meines diesjährigen Ägypten-Fluges zum ersten Mal gefragt wurde, ob ich mir ein „special meal“ wünsche. Endlose Möglichkeiten, und am Ende doch die beruhigende Gewissheit, zu weich gekochtes Fast Food vor sich zu haben. Yay!
Essen im Flugzeug ist, meiner Erfahrung nach, immer in multiple Lagen Plastik eingepackt und selten sonderlich schmackhaft, weshalb ich normalerweise an Bord in einen kurzzeitigen Hungerstreik trete bzw. mir selbst etwas mitbringe. Dieses Mal allerdings, ich muss es gestehen, bin ich schwach geworden: zu neugierig war ich dann doch, was man bekommt, wenn man an Bord eines Flugzeuges veganes Essen ordert.

Vielleicht muss ich mich erklären. Bislang bin ich immer mit diversen Billig-Airlines geflogen, die Möglichkeit, mir mein Essen überhaupt auszusuchen (ohne dafür bezahlen zu müssen), war für mich also schon überraschend genug. Dass es dann auch noch die Option „vegetarisch“ (im Unterschied zu „vegetarisch (Milch&Ei erlaubt)“ gab, war tatsächlich so etwas wie Begeisterung wert. Ein ganz neues Gefühl beim Fliegen! 😉

Nun dauert der Flug nach Ägypten nur knapp vier Stunden und alle oben genannten Kritikpunkte treffen auch auf veganes Essen zu, darum lautet mein Rat für vergleichbare Situationen weiterhin: Flugzeugessen ablehnen.

Sollte aber jemand, zum Beispiel aufgrund einer längeren Flugdauer, doch gezwungen sein, auf die Retortennahrung zurückzugreifen, die man über den Wolken bekommt, könnte veganes Essen eine Möglichkeit sein, zumindest ein wenig ethischer zu reisen. (Obgleich das, wenn man es gegen die Klimasünde fliegen insgesamt aufwiegt, geradezu lächerlich wenig ausmacht.)

Für alle, die, so wie ich, nun neugierig sind, was veganes Flugzeugessen bedeutet, das habe ich bekommen:

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„Vorspeise“: Vollkornbrot (drei Scheiben) und Minibrötchen mit Margarine und Hefestreich

Salatgang: Nunja… Salat. Mit „Spezialdressing“ ohne Tierprodukte, versteht sich.

Hauptgericht:Polenta mit Kürbis. Eine überraschend leckere Kombi, allerdings leider stark beeinträchtigt durch den Geschmack, den alles Warmgehaltene nach einiger Zeit zu bekommen scheint.

Dessert: Fruchtsalat anstatt des Brownies, den die Dame neben mir hatte – offenbar ist veganes Backen für diese Zwecke noch nicht wirklich gängige Praxis.

Getränk: Eine Miniflasche Mineralwasser, 0.2 Liter. Wahrscheinlich das süßeste Stück Müll, das ich in meinem Leben zu Gesicht bekommen habe.

Positiv zu bemerken: Obwohl es sich um Plastikgeschirr handelte, schien alles so solide gemacht, dass es wahrscheinlich wiederverwendet wird. Und anstatt leicht zerbrechlicher Plastikgabeln habe ich Metallbesteck bekommen, wenn auch leider in Plastik eingepackt.

2) Wherever I go, my KleanKanteen goes, too! – Rehydrierungsmaßnahmen

Von 0.2 Litern wird natürlich kein Durst der Welt gestillt, und bei der trockenen aufbereiteten Luft, die in Flugzeugen herrscht, ist es kein Wunder, dass die FlugbegleiterInnen, die Getränke durch die Gegend schieben, immer gut zu tun haben. Problem: Was sie einem bieten können sind meistens Getränke aus Plastikflaschen in Wegwerfplastikbechern. „Nicht mit mir!“, sagt sich da die grüne Seele… und vergisst prompt, die mitgenommene Flasche nach der Gepäckkontrolle am Wasserhahn aufzufüllen. Immerhin, theoretisch funktioniert es: Leere Flasche einpacken (obwohl definitiv ein stumpfer Gegenstand, wird die wohl nicht als ähnlich gefährlich gewertet wie ein Baseball-Schläger) und auf der Flughafentoilette aus der Leitung wieder auffüllen.

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