Snackbox: Die Kunst, sich möglichst wenig über sich selbst zu ärgern

27 Jan

Ich bin ein Snack-Mensch. Ich liebe es, zwischendurch etwas leckeres zu naschen, sei es nun süß oder salzig, obwohl ich mal mehr zur einen, mal mehr zur anderen Seite tendiere. Diese Neigung ist potentiell problematisch, nicht so sehr für mein Gewicht (auch wenn ich wohl nicht das habe, was die meisten als das Traumgewicht einer Frau bezeichnen würden, bin ich meistens ziemlich glücklich mit meinem Körper), sondern für die Standards, die ich inzwischen an mein Essen stelle.

Damit will ich nicht sagen, dass ich zur 5-Sterne-Küche neige, vielmehr stelle ich mir andere Fragen, wenn ich etwas zu Essen vor mir habe: Enthält das Milch, Ei oder sonst einen Bestandteil eines höchstwahrscheinlich auf die eine oder andere Art und Weise misshandelten Tieres? Wenn ich das esse, fördere ich dann damit das Wegwerfen von Verpackungsmaterial, insbesondere Plastik? Wie weit ist der Weg, den dieser Artikel von seinem Ursprungsort bis in meine Hand zurückgelegt hat, wie viele Arbeitsschritte hat er wohl durchlaufen? Wurden die Menschen, die an seiner Herstellung beteiligt waren, angemessen entlohnt? Welche Umweltschäden hängen vielleicht damit zusammen?

Wer diese Liste liest, muss wohl zu dem Schluss kommen, dass ich entweder nur noch regionales Bio-Wurzelgemüse esse oder längst komplett resigniert habe, weil sich sowieso nicht alle Dinge angemessen gewährleisten oder auch nur überprüfen lassen, derer ich mich gern vergewissert hätte. Die Wahrheit ist, keines von beidem trifft zu: Stattdessen ist mein Konsumverhalten ein Flickenteppich aus Recherche, Bauchentscheidungen, wohl überlegtem Abwägen und Zugeständnissen an die eigene Lust.

Mit mir einkaufen zu gehen, muss anstrengend sein – mein einziger Trost ist bei sowas, dass ich schließlich diejenige bin, die davon am meisten abbekommt.

Nun aber genug der selbstkritischen Nabelschau, was tut frau also, wenn die Lust auf etwas Süßes oder der kleine Hunger überraschend vorbeischauen udn es nicht der Trip zum Snackautomaten mit seinen lactosegefüllten Mini-Plastikbeuteln sein soll? Einige meiner Hilfestellungen sehen so aus:

  1. Früchte

Ich werde nicht behaupten, dass ein Apfel eine Tafel Schokolade ersetzt. Es gibt Momente, in denen die Kakao-Lust zu groß ist, um sich damit befriedigen zu lassen, aber wenn es einfach eine süße Mahlzeit zwischendurch oder ein Nachtisch sein soll, sind Trockenfrüchte manchmal ein schöner Kompromiss. Ähnliches gilt für Püree, wie ich neulich bei einem Impuls-Abstecher zu Alnatura feststellen durfte: Ich war schon dabei, mich über meine eigene Schwäche und den anstehenden Schokoladenkauf zu ärgern, während ich ihn noch fest vorhatte, als mir das Konservenregal einen unerwarteten Ausweg bot: Apfel-Johannisbeer-Püree im Glas!

(Quelle: Alnatura)

Dass ich mich dafür entscheiden konnte, war natürlich nur möglich, weil ich bereits unwissentlich vorgesorgt hatte und meinen Trinkhalm/Löffel im Rucksack mit mir herumtrug, eigentlich in der vagen Erwartung des Cocktailabends, den unsere Fachschaft mal geplant hatte. Hierfür war er aber ebenso bestens geeignet.

 

2. Selbstgemachtes

Viel Zeit dafür lässt ein vollgepackter Stundenplan ja leider nicht, aber ab und zu gibt es Rezepte, die einfach ausprobiert werden wollen. Eine ganze Reihe interessanter (obwohl nicht immer veganer) plastikfreier Snack-Rezepte findet sich neuerdings bei „The Plastic Free Chef„, wo die 17-jährige Mary Kat über ihre Kochleidenschaft und ihren leidenschaftlichen Kampf gegen Plastik in ihrer Küche bloggt. Von dort habe ich das Rezept für Cracker, das ich neulich, in leicht abgewandelter Form, ausprobiert habe: in meiner Version habe ich Dinkel-Traubenkern-Vollkornmehl und Pflanzenfett benutzt, mich ansonsten aber genau an Mary Kats Anweisungen gehalten. Ich werde deshalb hier auch nicht das ganze Rezept bloggen, sondern lediglich ein paar Bilder:

 

 

 

 

 

 

 

Weitere Snack-Ideen habe ich zwar auch noch auf Lager – aber ich will keinen Monsterbeitrag aus diesem hier machen. Also: Fortsetzung folgt.

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4 Antworten to “Snackbox: Die Kunst, sich möglichst wenig über sich selbst zu ärgern”

  1. Das Apfelmädchen 27. Januar 2012 um 11:56 #

    Danke für das tolle Rezept und die im Allgemeinen immer sehr informativen Beiträge hier im Blog. Eigentlich wollte ich dieses Wochenende ja Granola (Rezept: http://www.thefrugalgirl.com/2011/07/a-granola-recipe-and-a-giveaway/ ) zum Naschen machen, aber vielleicht werden es doch die Cracker von Mary Kat.

    Liebe Grüße,
    – Das Apfelmädchen

  2. 123vegan 28. Januar 2012 um 03:45 #

    Und, waren sie gut deine Cracker?

    • repek 28. Januar 2012 um 10:48 #

      Sehr gut! Das habe ich sogar bestätigt bekommen von vegan-skeptischen Freunden. 😉

  3. 123vegan 28. Januar 2012 um 14:04 #

    danke! 🙂 vielleicht mach ich die ja mal nach. momentan knabber ich noch an einem riesigen nussvorrat (ich scheine die einzige zu sein die erdnüsse isst, also … ;))

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