Nicht jede ist zur Lady Macbeth geboren – Plastikfreie Pflastersuche

21 Jan

Normalerweise halte ich nicht viel von Dingen, die eine so kurze Lebensdauer haben wie Pflaster. Wozu einen Finger verbinden, der in ein, zwei Minuten schon wieder aufhört zu bluten? Aber manchmal gibt es Schnitt- und andere Wunden, die zwar nicht unbedingt einen medizinischen Notfall darstellen (wenn das der Fall wäre, wäre ich einfach dumm, mich einer entsprechenden Behandlung zu widersetzen), aber auch einfach nicht mehr aufhören wollen, zu bluten. Wie heute Morgen, als ich mich beim Rotkohl-Reiben an der Reibe geschnitten habe. Zuerst wollte ich auf meine altbewährte Methode setzen – abwarten und das Blut immer wieder abschlecken, bis es von selbst versiegt – aber nach einigen Blutspritzern auf dem Tisch und der Erkenntnis, dass ich nicht tippen kann, wenn ich gleichzeitig einen Lappen um meinen Daumen gewickelt halten muss, änderte sich meine Meinung.

Eigentlich habe ich keine Lust, mir wie Lady Macbeth bis in alle Ewigkeit die Hände zu waschen, weil Blut daran klebt (obwohl es bei mir wenigstens keine Wahnvorstellung, sondern eine Tatsache wäre 😉 ).

Aber genauso wenig Lust hatte ich, wenig später wieder zwei Fetzen Plastik wegzuwerfen, die einzig und allein den Zweck hatten, die Klebeflächen meines Pflasters bis zum Gebrauch zu schützen. Was zu der Frage führte: Gibt es plastikfreie Pflaster?

Mein erster Gedanke waren Pflaster, die auf einer Rolle anstatt in Streifen verkauft werden. Die könnte ich leicht mit einem Bisschen Stoff kombinieren und würde mir dann zumindest die Schutzfolie sparen. Natürlich ist da immer noch die Trägerrolle, die Müll verursacht… aber die ist wenigstens aus Metall und trägt den grünen Punkt, wird also hoffentlich recycelt, wenn ich sie richtig entsorge. Nun ist Recycling meiner Ansicht nach nicht die Antwort auf alle Probleme, aber immerhin besser als nichts – und ein komplett abfallfreies Pflaster wollte mir beim besten Willen nicht einfallen, vor allem nicht mit blutendem Finger. Also erst mal den versorgt und mich dann um die Details gekümmert. Jetzt sieht er so aus:

Zugegeben, nicht elegant, aber den Versuch, elegant zu wirken, habe ich aufgegeben… zumal mir das mit „normalen“ Pflastern auch nicht sonderlich gut gelingt. 😉

Mit versorgtem Finger stellte sich dann allerdings doch die Frage: Schutzfolie ist keine mehr dran, aber woraus besteht eigentlich das Pflaster selber?

Für die Art, die ich benuzt habe, stieß ich im Netz schnell auf einen Begriff, mit dem ich leider nur sehr wenig anfangen konnte: Acetatträger. Ich hätte wohl länger Chemie belegen müssen, um das zu verstehen (meine Karriere in diesem Schulfach beschränkt sich auf ein Jahr, und das auch noch unvollständig). So musste ich eben noch ein bisschen weiter suchen, um das hier zu finden:

Acetat ist eine Chemiefaser aus natürlichen Polymeren, die aus Zellulose und Essigsäure besteht.

Und weiter:

Zellulose ist der Grundbestandteil aller pflanzlichen Naturfasern und besteht zu einem großen Teil aus vielen zusammenhängenden Traubenzuckermolekülen.

(Quelle: http://www.fashion-base.de/Modelexikon/)

(Zu meiner Ehrenrettung: An DIESEN Teil konnte ich mich aus dem Biounterricht noch erinnern!)

Also kein Plastik. Aber wie sieht es mit dem Kleber aus? Der ist aus „Polyacrylat“. Aha? Ein Kunststoff, das war ziemlich schnell klar, aber aus welchen Rohstoffen wird er hergestellt? Mir ist klar, dass Wikipedia keine Forschungsgrundlage bietet, aber für meine Zwecke reicht aus, was ich dort finde: Polyacrylate sind aus Acrylsäure hergestellt, diese wiederum aus Propen, das bei der Erdölverarbeitung anfällt. Also, nach der Definition, der ich folge, Plastik: Kunststoff aus Erdöl.

Nun habe ich dieses Pflaster schon im Haus, werde es also auch aufbrauchen, aber in Zukunft werde ich lieber auf seine weniger kunststoffbelastete Schwester ausweichen: „wasserabweisende Oberfläche aus Zellwolle (Viskose), beschichtet mit Zinkoxid-Kautschuk-Harz-Kleber“, auch bekannt als „Leukoplast“. Was ich hatte, war „Leukosilk“. Aber ich bin mir sicher, dass es ähnliche Zusammensetzungen auch noch unter anderen Namen gibt.

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2 Antworten to “Nicht jede ist zur Lady Macbeth geboren – Plastikfreie Pflastersuche”

  1. Mausflaus 22. Januar 2012 um 18:57 #

    ne alternative wäre mullbinde mit ner klammer festmachen. tippen kann man damit allerdings wahrscheinlich auch nicht ^^

  2. Frau Waldmeisterin 4. März 2013 um 17:11 #

    Bei Memo gibt es online Pflaster aus Biobaumwolle mit natürlichem Kleber. Sind einzeln verpackt wie normale Pflaster.
    LG

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