B12 Dilemma – vorerst? – gelöst

14 Jan

Wie neulich bereits berichtet, habe ich mich nach einigen kleineren Recherchen über die Weihnachtsferien auf die Suche nach einem Vitamin B12-Präparat gemacht – um einen hoffentlich noch nicht vorhandenen, aber in der Zukunft, wenn ich meine Vorsätze konsequent umsetze, wahrscheinlich anstehenden Mangel auszugleichen. Eine erste Suche im Internet ergab zwei interessante Präparate:

VEG1, speziell für VeganerInnen entwickelt, versorgt einen bei Einnahme nicht nur mit Vitamin B12, sondern gleichzeitig mit diversen anderen Stoffen, von denen frau als Veganerin evtl. zu wenig bekommt. Genau das war für mich aber auch ein Haken an der Sache: Auch wenn ich weiß, dass ich dem Anspruch, meine Ernährung derart im Griff zu haben, noch nicht gerecht werden kann, mein Ziel ist schon, mir alles, was natürlich geht, auch natürlich zuzuführen. B12 ist bisher der einzige Nahrungsbestandteil, von dem ich weiß, dass er in veganen Lebensmitteln ÜBERHAUPT NICHT vorkommt.  Ich wollte daher ein Präparat, das gezielt nur dieses Vitamin enthält, keinen ganzen Cocktail. Der eigenteliche Grund, warum ich mich schließlich dagegen entschieden habe, ist aber die Verpackung – es mag „nur“ ein kleines Döschen sein, aber es ist aus Plastik, und ich will mir nicht mehr an regelmäßigem Kunststoffkonsum antun, als ich unbedingt muss. Bei diesem Präparat wäre es ein Döschen ca. alle drei Monate gewesen – nicht optimal. Der Preis liegt, so weit ich mich erinnere, bei ca. 10 Euro pro Döschen.

gefunden bei butterbloemchen.wordpress.com

Vitamin B12 Nuggets von Solgar schienen zunächst die Lösung zu sein – sie sind sehr hoch dosiert, sodass sie nur einmal in der Woche eingenommen werden müssen – wie ich es verstehe, muss bei weniger häufiger Einnahme die Menge erhöht werden, weil kleinere Mengen vom Körper besser aufgenomen werden.  Die Bilder, die ich im Internet gesehen hatte, waren auch sehr vielversprechend, Gläschen mit Metallschraubdeckel, perfekt also. Leider scheinen die Nuggets in Deutschland etwas schwer zu bekommen sein, aber dazu später mehr. Hier nur noch so viel: Sie sind in Mengen von 250 Stück pro Glas erhältlich und kosten dann um die dreißig Euro. Zwei Nuggets die Woche bedeutet, dass sie ungefähr zweieinhalb Jahre vorhalten, also ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis.

gefunden bei simplynatural.org

Weil ich aber nicht gleich im Internet losbestellen wollte – ich bin immer dafür, lokale Anbieter zu unterstützen, und zuerst hatte ich ja sogar noch ZEIT (ein Gut, das nie so rar war wie jetzt… von wegen „Studenten haben so viel Freizeit“!) – habe ich mich zuallererst ein bisschen kundig gemacht, was in den Drogerien so an Nahrungsergänzungsmitteln angeboten wird. Normalerweise wäre ich wohl in die Apotheke gegangen, aber da ich sowieso etwas anderes einkaufen war, bot sich diese Strategie an – leider verlief der Versuch, mich mit B12 zu versorgen, nicht sonderlich erfolgreich. Dabei gibt es das Vitam in vielen verschiedenen Formen und Dosierungen: Als Sprudeltablette zum im-Wasser-Auflösen, als Dragee, als flüssiges Trinkzeug (Wie heißt sowas? Tropfen waren es nicht, dafür war die Menge viel zu groß, die man auf einmal nimmt. Aber für ein GETRÄNK war sie wiederum zu klein.)… Die meisten enthielten allerdings alles Mögliche, ein Präparat wollte doch tatsächlich ALLES, was der Körper so an einem Tag braucht, zur Verfügung stellen – bis auf die Energie, nehme ich an. Und das Wasser? Ein weiterer Haken: Fast alle diese Mittelchen waren in Plastik verpackt, und wenn es Dragees waren, sogar noch mit Gelatine umhüllt… also no-no für VeganerInnen!

Nächste Station: Apotheke. Die gute Frau, die mich bedient hat, schien etwas verwirrt, als ich ihr meinen Wunsch schilderte, die Nuggets zu bestellen – zugegeben, es war vielleicht nicht sonderlich intelligent, dass ich den Namen der Herstellerfirma nicht mehr mit absoluter Sicherheit wusste. 😉 Schließlich haben wir aber herausgefunden, dass sie sie jedenfalls nicht bestellen kann, und darauf folgte ein kurzer Abstecher in die (natürlich nur sehr oberflächliche) Arzneimittelkunde, denn wir haben im Anschluss versucht, ein Ersatzprodukt zu finden, das meinen Ansprüchen gerecht wird. Die da wären:

  •  enthält nur B12, keine anderen Ergänzungsmittel
  • vegan, also weder Milch noch Gelatine, bitte!
  • bezahlbar
  • (plastikfrei oder zumindest -arm, aber ich gebe zu – ich war zu feige, das explizit zu erwähnen)

Was ich jetzt weiß: Fast alle Tabletten enthalten in irgendeiner Art und Weise Lactose. Und damit Milch, nehme ich an. Was? Warum? Es ist doch offenbar möglich, vegane Tabletten herzustellen – siehe oben. Warum macht man das nicht immer so? Menschen sind manchmal echt ein Rätsel. Es kann doch nicht sein, dass Lactose im Vergleich zu anderen Inhaltsstoffen so billig ist, oder? Dragees jedenfalls, das habe ich ja schon im Drogeriemarkt gelernt, sind ebenfalls keine so gute Wahl, der Gelatine wegen. Und weil Inhaltsstoffe für Nahrungsergänzungsmittel in dem Katalog, den die Apotheke parat hatte, nicht angegeben werden – sondern nur die für Arzneimittel – dauerte es eine Weile, bis wir etwas gefunden hatten, von dem relativ sicher zu sagen war, dass es vegan ist.

Vorläufig nehme ich jetzt also Ankermann B12 Tropfen, und zwar zwei am Tag, was einer Menge von ca. 5 Mikrogramm entspricht, also etwas über der empfohlenen Tagesdosis. Ein Tropfen wäre darunter, da dosiere ich doch lieber leicht über, denn B12 wird bei Überschuss leicht wieder ausgeschieden. Meinen Berechnungen nach müsste mir das Fläschchen mit den 30 ml, das ich für 15 Euro erworben habe, 10 Monate reichen – allerdings muss ich mich noch schlau machen, ob das Mittel abläuft. Laut Verpackung ist es „mindestens sechs Monate“ haltbar, da würde ich doch davon ausgehen, dass auch längere Lagerzeiträume noch in Ordnung sind, aber mal sehen. Plastik ist natürlich immer noch dabei – leider. Aber immerhin ist das Fläschchen aus Glas, nur Deckel und dieses Tropf-Dosierteilchen sind aus Plastik. Wenn ich Glück habe, fällt mir sogar etwas ein, wozu ich die Flasche wiederverwenden kann. Alles in allem: ich bin zufrieden.

 

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6 Antworten to “B12 Dilemma – vorerst? – gelöst”

  1. Mausflaus 14. Januar 2012 um 11:31 #

    die ankermann-tropfen sind sauteuer. ich nehme fol plus laktosefrei: http://www.steripharm.de/produkte/folplus/ueber-folplus.html
    gibts auch in der apo und kostet ca. 7€ für 120tabletten. eine tablette enthält 30ug b12, also den tagesbedarf. ist zwar im plastikspender, aber wenn ich alle 3 monate so ein minidöschen brauch find ich das vertretbar, da find ich es sinnvoller an anderen stellen zu sparen, zb kosmetikverpackungen, einkaufstüten usw.
    du schreibst zwar, du willst was nur mit b12, aber folsäure ist auch sinnvoll zu ergänzen, und man kanns wie b12 praktisch nicht überdosieren.

    • repek 14. Januar 2012 um 18:31 #

      Ich habe immer gelesen, der Tagesbedarf läge bei 3 Mikrogramm, nicht 30?
      Und wenn du alle drei Monate 7€ für Tabletten ausgibst, dann ist das doch auch nicht billiger als wenn ich 14 Euro für die sechs Monate auslege, die die Tropfen mindestens halten sollen. 😉

      • Mausflaus 14. Januar 2012 um 19:51 #

        „Die unterschiedlichen Bedarfsempfehlungen hängen vermutlich auch mit dem hohen Resorptionsverlust von B12 zusammen. Um die Aufnahme von 1µg B12 zu gewährleisten, müssen entweder 3µg zu je 1µg über den Tag verteilt konsumiert werden, oder 10µg auf einmal. Als optimale Methode der B12 Integration gilt die Integration von 2000µg einmal die Woche. Bei dieser Integration gelangen unabhängig von intrinsischen Faktoren etwa 10-14 µg ins Blut, was umgerechnet auf den Tag ideal ist. “
        http://de.veganwiki.org/wiki/todo/vitamin_b12

        ich nehm sie auch nicht jeden tag, da ichs manchmal vergesse. außerdem habe ich relativ spät angefangen zu supplementieren, sodass ich meine speicher wohl auffüllen muss. und man kanns ja nicht überdosieren… also das schlimmste was passieren kann, ist, dass ich im monat einen euro mehr ausgebe als nötig ^^

        aber wenn du nur jeden dritten tag eine nimmst, dann dritteln sich ja auch deine kosten 😉 und ich geh mal davon aus, dass deine tropfen nur 3ug enthalten?

  2. Jasmin 14. Januar 2012 um 16:38 #

    Hey,

    die Solgar Vit. B12 findest du hier: http://shop.vitaminwelten.de/Vitaminwelten/Vitamin-B/Vitamin-B12-Cobalamine/Vitamin-B12-Nuggets-1000ug-250-nuggets-vegan-SO::4710.html?XTCsid=a5mf1fjpd21n3g9fckukh34995

    allerdings sind sie auf der Basis von Cyanocobalamin
    http://www.vegane-gesellschaft.org/unsere-vitamin-b12-tipps/

    >“hinweis: zum aktuellen zeitpunkt raten wir von allen präparaten mit dem wirkstoff cyanocobalamin eher ab, da einige forscher_innen, ärtzinnen/ärzte und heilpraktiker_innen vor einer zu starken leberbelastung warnen. außerdem zeigen besonders vom b12-mangel betroffene patient_inn_en, dass hydroxocobalamin bei ihnen eine deutlich bessere wirkung als cyanocobalamin zeigt. angeblich beeinflusst cyanocobalamin den bluttest zwar positiv, füllt aber nicht unbedingt den b12-speicher so auf, wie man es durch b12-gaben erreichen will.

    umgekehrt soll dies bei hydroxocobalamin besser gelingen, das in der natur – im gegensatz zu cyanocobalamin– auch so vorkommt. „<

    Also ich habe bisher B12 Asmedic Tropfen für 5,52 € genommen, diese sind zwar auch aus Cyanocobalamin, dafür günstig und in einem Glasfläschchen.
    http://shop.apotal.de/product/B-12-ASMEDIC-Tropfen-Loesung/p_103130.html?fromSearch=true&prodId=103130

    Zur Zeit bin ich auf der Suche nach einem günstigen Hydroxocobalamin und bisher habe ich nur Ampullen gefunden die auch vegan sind:
    http://www.shop-apotheke.com/arzneimittel/7568672/vitamin-b-12-depot-inj-1500-ug-amp.htm?expa=gob.csv_7568672&campaign=googleBase/gob/Vitamin%20B%2012%20Depot%20Inj.%201500%20ug%20Ampullen%20%20%2810%20x%201%20ml%29-7568672

    hier etwas günstiger und ohne Versandkosten:
    http://shop.apotal.de/product/VITAMIN-B-12-Depot-Inj-1500-%C2%B5g-Ampullen/p_235008.html?fromSearch=true&prodId=235008

    Dazu ein paar gute Tipps:
    http://vegan.de/foren/read.php?152,392832,392893

  3. repek 14. Januar 2012 um 18:27 #

    Vielen Dank für die Hinweise! Ich wusste zwar, dass B12 in verschiedenen Varianten vorkommt, aber blauäugigerweise habe ich angenommen, dass für solche quasi-medizinischen Präparate nur garantiert wirksame verwendet werden. Solle mir wohl den Unterschied zwischen Nahrungsergänzungsmitteln und Arzneimitteln noch stärker zu Herzen nehmen.
    Ich werde das mal versuchen, anzusprechen, wenn ich es demnächst irgendwann zur Ärztin schaffe, um meine Blutwerte testen zu lassen. Kann natürlich sein, dass die dann auch nicht unbedingt Genaueres weiß… aber evtl. ja doch.

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