Herstellung von unvergorenem Wein… sprich, Traubensaft!

18 Sep

Nachdem Stella in ihrem Blog bereits vom Apfelsaft herstellen berichtet hat, hat mich das dazu inspiriert die kleinen Weintrauben die bei uns im Wintergarten (für die Wohnung einer Studentin sicher ein Einzelfall) wachsen zu Saft zu verarbeiten.

Ein unübliches Feature für die Wohnung einer Studentin

Zum Essen sind die Trauben leider nicht so geeignet, da sie sehr klein mit RIESEN Kernen sind. Da ist Saftmachen die logische Alternative (Trauben gelieren nur schwer, daher nicht besonders für Marmelade geeignet).

Ein winziger Bruchteil der tatsächlichen Ernte

Nun bin ich erst mal zu den verschiedenen Nachbarn getingelt bei denen ich es für wahrscheinlich hielt, dass sie so ein Entsafter-dingens haben. Ansonsten kann man auch bei Oma auf dem Dachboden oder verschiedenen Verwandten fündig werden 🙂

Tatsächlich hatten die Nachbarn gegenüber (eine junge Familie) einen alten Entsafter, aber da selbe Familie selbst Trauben zu Saft verarbeitet, habe ich gleich eine Menge Tipps und statt des verbeulten Entsafters einen Dämpftopf bekommen mit dem sie normalerweise ihren Saft herstellen bzw. ihn auch oft zu Sirup kochen lassen damit er weniger Platz wegnimmt (kann ja im Nachhinein wieder mit Wasser gestreckt werden).

Links unten geliehener Dämpftopf neben zwei normalen Töpfen

Ich habe bisher ganz gern die Trauben von den Stielen abgezupft, aber habe auch eine Portion gemacht bei denen die Trauben einfach büschelweise einfach in den Topf getan habe(schlechte/vertrocknete/ Trauben sollten vorher abgezupft werden allerdings). Ist um einiges Zeitsparender, und ich habe keinen Geschmacksunterschied bemerkt.

Die Trauben kommen jedenfalls in den Dämpfeinsatz und im Topf darunter ein wenig Wasser (so dass das Wasser ca. 2-3 cm hoch im Topf steht). Da drin wird dann letztendlich der Saft landen. Das Ganze auf jedenfalls dämpfen

– ich kann leider keine Mengenangaben geben, weil ich keine benutzt habe! Einfach nach Gefühl machen. Meiner Erfahrung nach gibt ein drei viertel voller Eimer von meinen Ultrakernigen Trauben ca. 1,5 Liter (ich habe 750 ml Flaschen von der Mutti bekommen).

Nach dem Dämpfen werden die Trauben (oder ein Teil davon) bei mir ein wenig bräunlich meistens und verlieren an Masse.  Ich siebe den Saft aus dem unteren Topf – die Traubenreste aus dem Dämpfeinsatz kann man in ein Sieb geben und mit einer Schöpfkelle bearbeiten um ein paar Tropfen noch auszupressen. Nach Belieben kann man die Reste auch noch in ein Mulltuch (aus der Babykiste im Dachboden geholt, normale Küchentücher sind ziemlich dicht gewebt) zum Auspressen nehmen.

hier statt Mulltuch ein sub-optimales Taschentuch

Allerdings ist der letztere Schritt ziemlich zeitaufwendig. Die Traubenreste sind zunächst sehr heiss, und der Saft geht nur in einem Rinnsal heraus… und die letzte Aktion macht am meisten Batz. Und die Finger werden lila und behalten einen Grauschleier für ein paar Tage UND die Haut wird trocken (Also Gummihandschuhe tragen, wenn man sie hat…?). Die Küche wird auch ohne Auspressen (wenn man so schlampig arbeitet wie ‚yours truly‚) aussehen, als ob man einen Horrorfilm gedreht hat – meine Trauben haben auch den passenden rot-lila Saft. Andererseits kriegt man beim Auspressen den süßesten und konzentriertesten Saft noch raus.

Den Saft noch einmal aufkochen lassen, währenddessen die zu befüllenden Flaschen vorbereiten: zu einem viertel mit kochendem Wasser befüllen, wie auch die Deckel. Kurz vor dem Befüllen mit dem heißem Saft das Wasser entleeren.

Ich hatte nun auch das Problem, dass es mir an Flaschen gemangelt hat. Leere Gläser (von Konserven, Sesampaste, Honig etc) behalte ich öfter mal, aber Flaschen? Ich hatte noch eine Ketchupflasche aus Glas da, die ganz gut funktioniert hat, nur war der Deckel (wie offenbar oft bei Ketchupflaschen) schon ein klein wenig angerostet an den Rändern. Flaschen habe ich mir dann einfach von der Mutti bringen lassen, ansonsten ein paar Konservengläser mit Saft befüllt.

Der Saft geht überraschend gut aus dem Mulltuch und diversen Küchentüchern raus, allerdings ist das Mulltuch –  das vor dem Waschen eine satte lila Farbe hatte die leider NICHT erhalten blieb –  nun einen ziemlichen Grauschleier. Die  anderen Tücher sehen nach dem Waschen wieder sehr normal aus. Allerdings sollte man Flecken auf den Arbeitsflächen zügig wegwischen, und vor allem darauf achten dass Schüsseln/Töpfen keine Saftränder hinterlassen oder über Nacht dort stehen.

Geschmack: Ich trinke seit Tagen nichts anderes mehr. Von den Ca. 10-12 Flaschen die ich über die letzten Tage gemacht habe, sind nur noch zwei da (ein Teil auch an die Nachbarn die den Dämpftopf besitzen abgegeben). Mein Bruder ist nachdem ich ihn probieren habe lasse kurzerhand samt der Saftflasche verschwunden, und eine Freundin mochte dass er nicht so ultrapappsüß ist wie gekaufter Traubensaft. Aber immer noch SEHR süß, ich war überrascht.

Ich habe die Trauben aber nicht nur gedämpft, sondern auch einfach so in einen Topf mit ein wenig Wasser getan. Funktonierte auch gut. Bei einer Portion abgezupften Trauben habe ich auch ein klein wenig mit dem Mixer nachgeholfen, ging trotz der großen Kerne trotzdem gut.

Eigentlich sollte ich Hausarbeit schreiben – aber 70% der Trauben sind noch draußen im Wintergarten… Dafür hat eine Freundin einen großen Entsafter, den ich ins Auge gefasst habe für eine Massentraubensaftherstellung. Leider puriert er die Kerne gleich mit… Nun, mal sehen wie das wird. Erst mal weiter in der eigenen Küche entsaften:) Und vormerken im eigenen Haus später mal selbst Trauben anzubauen 🙂

Demnächst möchte ich noch mit Hagebutten experimentieren – Rebecca hat vor einigen Jahren immer sehr leckere Chutneys aus ihnen gemacht, und hier in der Gegend wachsen einige.

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Eine Antwort to “Herstellung von unvergorenem Wein… sprich, Traubensaft!”

  1. repek 18. September 2011 um 14:29 #

    By all means… mach was mit den Hagebutten, die schmecken sündhaft gut!
    Aber stell dich auf stundenlanges Gepule ein… die Kerne müssen alle raus, und sie jucken wie die Hölle auf der Haut.

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