… und sehet den fleißigen Waschfrauen zu!

16 Aug

Es war einfach eine Versuchung, der ich nicht widerstehen konnte, den Titel des letzten Eintrags sofort aufzugreifen und ein Thema anzuschneiden, das mir schon lang auf den Nägeln brennt: Ökologische Waschmittel. Ich bin mit Frosch-Waschmittel als Wäscheduft aufgewachsen, es ist also kein ganz neuer Gedanke für mich, dass einige Waschmittel vielleicht umweltfreundlicher sind als andere. Weil ich mir als Kind allerdings nie so genau überlegt habe, warum das so ist und was sie voneinander unterscheidet, könnte ich spontan jetzt gar nicht sagen, was an den Frosch-Marken so toll sein soll – es seidenn, es handelt sich um die Tatsache, dass sie biologisch abbaubar sind und dementsprechend keine Stoffe in irgendwelche Gewässer spülen sollen, die dort nicht hingehören.

Wenn man allerdings versucht, so plastikfrei wie möglich zu leben, geht es natürlich nicht an, Waschmittel in Plastikflaschen oder -beuteln zu kaufen… gibt es also Alternativen?

Darauf hat jeder Bioladen inzwischen eine einfache Antwort: Waschnüsse.
Klingt eigentlich traumhaft: Ein Waschmittel, das quasi einsatzfähig vom Baum fällt (die Frucht muss lediglich entkernt und getrocknet werden), in kleinen Mengen gleich mehrfach verwendbar und damit höchst ergiebig ist und wenn man Glück hat, auch noch ohne jegliche Plastikverpackung zu haben. Ach ja, nicht zu vergessen: Nach Gebrauch können die Schalen einfach auf den Kompost oder in den Biomüll geworfen werden. Genial! Nicht so schön klingt die Geschichte, die Artikel wie dieser erzählen: Weil immer mehr Menschen in Industrienationen Waschnüsse kaufen, um ihr ökologisches Gewissen zu beruhigen, zieht der Preis an und die ärmere Bevölkerungsschicht Indiens kann sich das traditionelle Waschmittel nicht mehr leisten, muss also auf billige, aber aggressive chemische Keulen zurückgreifen, die das Grundwasser und die Gesund der (von Hand waschenden) Wäscherinnen gefährden.

Nach einer anfänglichen Waschnuss-Fanphase kam mir dieser Aspekt zu Ohren und hat mir – so dachte ich zumindest – die Sympathien für diese Frucht ein für alle Mal ausgetrieben. Das wäre ja nicht nur eine Umweltkatastrophe (weil eventuell viel schlimmere Chemie ins Abwasser gelangt als durch die deutschen, doch in mancher Hinsicht regulierten Waschmittel), sondern auch eine soziale. Unsinn, sagt diese Arte-Reportage:

Zum Waschen per Hand sind Waschnüsse ohnehin viel zu umständlich, darum waschen die Frauen meist mit normaler Seife. Der Export von Waschnüssen schafft zudem gut bezahlte Arbeitsplätze. Und nicht einmal der Transportweg fällt weiter ins Gewicht, wenn man ihn vergleicht mit dem, den die Inhaltsstoffe herkömmlicher Waschmittel zurücklegen (Hauptbestandteil: Erdöl).

Wem soll man da also glauben?

Für mich steht eine Kaufentscheidung für oder gegen Waschnüsse zum Glück ohnehin nicht allzu schnell an, denn ich habe mir in der ersten Zeit in meiner neuen Wohnung einen „Waschball“ angeschafft, der bei Waschbär verkauft wurde mit dem Hinweis, er wüsche mit Hilfe von Mineralien und reiche für an die 1000 Waschgänge….

Ich werde bei Gelegenheit genauer recherchieren müssen, was es mit diesem Ding auf sich hat, aber vorerst bleibt es mir ohnehin erhalten (es seidenn, es sollte sich herausstellen, dass es tödliches Gift absondert… was ich nun auch wieder nicht glaube), also habe ich Zeit, mir in aller Ruhe zu überlegen, welches Waschmittel ich in Zukunft benutze.

Verschiedene Blogeinträge sprechen davon, dass man anstatt von Waschnüssen genauso gut Rosskastanien verwenden kann, was allerdings in der Vorbereitung ein kleines bisschen aufwändiger ist. Allerdings könnte das den Vorteil, ein kostenloses, heimisches Waschmittel zu gewinnen, allemal wert sein. Ich werde es also, sollte ich die Zeit finden, im Herbst mal ausprobieren. Anleitungen gibt es z.B. hier:

http://la-forcenee.blogspot.com/2010/10/rosskastanien-sind-nicht-nur-schon.html

und hier:

http://www.frag-die-oma.de/news+article.storyid+305.htm

Im „Selbstversorgerforum“ finden sich sogar Leute, die die Kastanien nur viertel und dann zur Wäsche dazugeben… was die Aussage mit dem erhöhten Aufwand wiederum revidieren würde.

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Eine Antwort to “… und sehet den fleißigen Waschfrauen zu!”

  1. Stella 16. August 2011 um 20:10 #

    Zu Rosskastanien-Methode hat uns Ela auch einen ausführlichen Kommentar geschrieben. Ich bin super gespannt, ob und wie das funktioniert. Mittlerweile ist es ja auch gar nicht mehr so weit bis zum Herbst 🙂

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