Wasser, Wasser, Wasser

11 Aug

… davon hatten wir ja in den letzten Wochen mehr als genug.
Wenn man so beim Grillfest unter einem Schirm steht und sich abregnen lässt, ist man diesem Element vielleicht nicht allzu wohlgesonnen, sieht man sich aber mal die Zahlen zum Pro-Kopf-Wasserverbrauch in Deutschland an, wird schnell klar, dass Wassermassen gibt, die noch weit sinnloser den Abfluss hinuntergurgeln als das, was irgendwelche Wolkenberge über den bedauernswerten Köpfen einiger Studenten loswerden wollen. Der BUND für Umwelt und Naturschutz beispielsweise gibt als Tagesverbrauch diese Zahlen an:

  • 42 Liter Toilettenspülung
  • 39 Liter Baden, Duschen
  • 18 Liter Wäschewaschen
  • 8 Liter Körperpflege
  • 8 Liter Geschirrspülen
  • 7 Liter Blumen/Garten
  • 4 Liter Putzen
  • 4 Liter Kochen / Trinken
  • 2 Liter Autowäsche

Wie bitte? Der größte Posten wird einfach nur dazu verbaucht, unerwünschte Ausscheidungen wegzuspülen? Wozu brauchen wir dazu überhaupt reinstes Trinkwasser? Ich weiß, es gibt Menschen, die sich eine Zisterne bauen lassen, in der sich das Regenwasser sammelt und aus der für solche Zwecke Wasser entnommen werden kann. Das finde ich großartig. Es ist nur leider nichts, was sich in meinem Studentenhaushalt so ohne Weiteres verwirklichen ließe. Also was kann ich sonst noch tun, um die Zahl von 42 Litern ein bisschen zu drücken?

Als allererstes stoße ich da in einschlägigen Foren auf eine Praxis, die als „Selective Flush“ bezeichnet wird und mit dem schönen Spruch glänzt: „If it´s yellow, let it mellow. If it´s brown, flush it down.“ Genau wie die „bahnbrechende“ Idee, einfach in die Dusche zu pinkeln, wenn man ohnehin schon unter der Brause steht, will diese Methode also ganz einfach dazu anregen, unnötiges Toilettenspülen zu unterlassen – und genau wie diese Idee stößt sie bei vielen Leuten, die das erste Mal damit konfrontiert werden, ganz und gar nicht auf Gegenliebe.

Klammern wir also die ganz „extremen“ Maßnahmen mal aus und gehen davon aus, dass weiterhin nach jedem Toilettengang gespült wird – wie lässt sich da wenigstens verhindern, dass allzuviel Trinkwasser den direkten Weg in die Kläranlage nimmt?
Inspiriert von der Idee, Regenwasser oder anderes „graues Wasser“ (also Wasser, das man nicht (mehr) trinken würde, aber das auch nicht wirklich schlimm verschmutzt ist, beispielsweise Dusch- und Badewasser) wiederzuverwenden, aber eingeschränkt durch die Tatsache, dass ich weder die finanziellen Mittel noch die Befugnis besitze, so etwas bei mir installieren zu lassen, habe ich schon vor ein paar Jahren angefangen, beim Duschen wenigstens einen Eimer neben mich zu stellen und etwas von dem ablaufenden Wasser aufzufangen. Besonders einfach geht das natürlich beim Haarewaschen unter der Dusche – einfach den Kopf direkt über den Eimer hängen. Ich schätze, wenn ich jetzt eine Toilette mit Spülkasten in erreichbarer Höhe hätte, könnte ich das Wasser anschließend einfach da hineinkippen und dann auf herkömmliche Weise die Toilette spülen, aber da die Kästen in meinem Elternhaus überhaupt nicht offen liegen und in meiner neuen Wohnung so weit oben hängen, dass ich mir vermutlich bei dem Versuch, etwas hineinzukippen, den Hals brechen würde, musste ich mir etwas anderes einfallen lassen. Also einfach Brille nach oben und den Eimer direkt in die Schüssel entleert – funktioniert ganz prima, man sollte das Wasser nur nicht von zu weit oben hineinfallen lassen… Spitzgefahr. 😉

Ein weiterer Tip, an dessen Quelle ich mich leider nicht mehr genau erinnern kann, ist wieder nur umsetzbar, wenn die Spülkästen offenliegen (dann aber auch bei solchen hoch angebrachten wie meinem): er besagt ganz einfach, dass es kaum jemals nötig ist, wirklich eine ganze „Tankfüllung“ den Abfluss hinunterzuspülen, um das gewünschte Ergebnis zu erhalten. Weil es aber meist nicht möglich ist, die Wassermenge genau zu dosieren – es seidenn, man verfügt über eine ganz moderne Toilette mit Spülstopp-Taste – gilt es, von vornherein die Wassermenge zu begrenzen, mit der sich der Tank füllt. Dafür reicht es, eine Flasche oder einen anderen wasserfesten Körper im Kasten zu versenken, der Volumen einnimmt, das ansonsten mit Wasser ausgefüllt werden müsste. Natürlich muss der Körper auch schwer genug sein, um unter Wasser zu bleiben – die Flasche also möglichst mit etwas schwerem befüllen, am einfachsten ist natürlich, sie einmal mit Wasser vollaufen zu lassen.

Nachdem das gesagt ist, muss ich natürlich noch daran erinnern, dass viel von unserem Wasserverbrauch nicht unmittelbar als solcher sichtbar wird, sondern in dem steckt, was wir so täglich konsumieren: Lebensmittel, Kleidung (Baumwolle ist eine äußerst durstige Pflanze!), Papier…
Aber das ist ein Thema für einen anderen Eintrag. 🙂

Frohes Wassersparen!

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3 Antworten to “Wasser, Wasser, Wasser”

  1. stepheph 21. August 2011 um 11:12 #

    Also später mal Wasserzisternen und Komposttoiletten anschaffen 😉

  2. jule 25. Dezember 2012 um 10:00 #

    Ich leide an einer chronischen Darmerkrankung und habe daher einen sehr hohen Verbrauch an Toilettenwasser. Ich gehe so vor: Wasser vom Baden oder Duschen nehme ich zum Putzen und Durchwischen, danach spüle ich damit mit Hilfe eines Eimers. Auch baden bei uns in der Familie alle nacheinander im selben Wasser. Wenn dieses nun auch noch zum Spülen, Putzen etc. genutzt wird, braucht man quasi fast gar nicht mehr spülen!

  3. Simone 24. März 2014 um 14:01 #

    Ich war auch ewig ein Wassersparer, bis ich im WDR eine Sendung gesehen habe, in der es um den Wasserverbrauch in Deutschland geht. Was mich doch verblüfft hat ist die Tatsache, das wir hier einen Schwämmkanalisation haben und das ganze Wassersparen dazu fürht, das Wasserwerke (mit Trinkwasser) unsere Abwasserkanäle aufwendig spülen müssen. Zudem haben wir hier reichlich Trinkwasservorräte.

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