Wie der kleine Wassermann zu einem Fahrrad kam, oder: wie man sein Eigentum nicht behandeln sollte

22 Mai

Je nach dem, wie ich auf diese Woche zurückblicke, hatte ich entweder extrem viel Pech oder extrem viel Glück. Wahrscheinlich von beidem etwas – jedenfalls habe ich es geschafft, innerhalb einer Woche nicht nur mein Fahrrad, sondern auch noch meinen Laptop zu verschrotten.

Das heißt – verschrotten ist da nicht ganz korrekt. Mein Fahhrad jedenfalls fährt noch, und sogar das Licht geht wieder – aber dazu später. Jedenfalls habe ich am Freitag vor einer Woche den Fehler gemacht, es an der Uni stehen zu lassen – zwar abgeschlossen, aber nirgends angekettet. Big mistake. In meiner Naivität konnte ich mir nämlich nicht vorstellen, dass jemand an einem Fahrrad, das halb so alt ist wie ich und schon mal Kommentare herrvorruft wie „Deine Kette sieht verheerend aus“, wenn ich es zum reparieren bringe, Interesse haben könnte. Und an eine andere Möglichkeit des Verlusts als die, dass jemand das Rad klauen könnte, dachte ich überhaupt nicht.

Nicht, bis ich am Dienstag feststellen musste, dass mein Drahtesel offensichtlich seit mehreren Tagen im Wasser lag – um einen Teil der Freiburger Unigebäude fließt eine Art Bach, oder vielleicht sollte ich besser sagen, ein Kanal – was ich normalerweise sehr hübsch finde. Hat was, direkt auf dem Campus die Augen an einem fließenden Gewässer ausruhen zu können. Nur… der Ruheeffekt hält sich in Grenzen, wenn man seinen fahrbaren Untersatz aus einer überraschend starken Strömung ans Ufer wuchten muss. Alleine hätte ich das nicht geschafft – zum Glück hatte ich aber eine hilfsbereite Kommilitonin an meiner Seite, sodass das gute Stück schließlich wieder ans Trockene kam. Es sah zwar hinterher aus, als hätte ich versucht, Meerjungfrau zu spielen, und mein Fahrrad in die Verkleidung mit einbezogen – aber es fuhr wieder – irgendwie. Nur das Licht tat nicht mehr – inzwischen habe ich aber festgestellt, dass nur ein Stecker aus dem Dynamo gezogen war und der Mechanismus an sich noch tut.


Was lerne ich daraus?

1. Lass niemals dein Fahrrad, egal wie alt und uninteressant für Diebe es auch sein mag, irgendwo unangekettet stehen.

2. Unterzieh einen Schaden erstmal einer gründlichen Untersuchung, bevor du ihn für irreparabel erklärst (wie ich es fast mit meinem Fahrradlicht getan hätte.

Im Nachhinein betrachtet war die ganze Geschichte ja sogar ganz witzig – nur würde ich Scherzbolde mit einem ähnlichen Humor bitten, ihre Kreativität in Zukunft an Objekten auszuprobieren, die ihnen selbst gehören.

Als weniger unterhaltsam erwies sich die Sache mit meinem Laptop – dessen Tastatur ich geschrottet habe, indem ich Wasser darüber gekippt habe. Wobei „gekippt“ eine gewisse Absicht unterstellt, und die war definitiv nicht vorhanden. Nun ist ein Laptop ohne Tastatur ziemlich sinnlos. Natürlich hätte ich eine externe Tastatur kaufen können, aber ehrlich gesagt zerstört das etwas den größten Vorteil eines Notebooks – die Kompaktheit und sich daraus ergebende Mobilität. Nun, inzwischen habe ich einen neuen (politisch korrekt wäre natürlich ein gebrauchter gewesen, aber ich hatte nicht genug Vertrauen darin, dass ich dann auch wirklich ein gutes Gerät bekomme, um ehrlich zu sein), und da bleibt mir wenigstens die Chance, gewisse Fehler, die ich beim alten konsequent gemacht habe, zu unterlassen. Beispielsweise habe ich nicht vor, je wieder…

… offene, flüssigkeitshaltige Gefäße auf der selben Oberfläche abzustellen wie meinen PC

… mit klebrigen, fettigen, dreckigen oder sonstwie unerwünschte Substanzen abgebenden Fingern zu tippen

… den PC ohne jeglichen Schutz in irgendeine Tasche zu stecken

… das Gerät am Bildschirm oder lediglich einer Ecke festzuhalten und zu tragen

… oder es ohne Unterlage direkt auf den Knien abzustellen und sich stundenlang heißlaufen zu lassen.

Wenn ich es recht betrachte, ist es erstaunlich, dass mein vorheriger PC das über drei Jahre lang ausgehalten hat.

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