Pünktlich zum neuen Semester: Grün in die Uni ;-)

12 Mai

Während wir im ersten Semester noch grün hinter den Ohren waren, nimmt die Färbung dort langsam, ganz langsam ab und wir können uns dem Einfärben anderer Körperteile zuwenden. 😉

Natürlich ist mir bewusst, dass die meisten der Dinge, die ich hier aufführen kann als kleine „grüne“ Punkte in meinem Unileben sich auf absolutem Basic-Niveau bewegen… eigentlich handelt es sich also um eine Bestandsaufnahme, die mich vielleicht auf Ideen bringt, wo es noch Spielraum zur Verbesserung gibt.

Harry Potter lässt grüßen: Federkiel 2.0


Ein „grüner“ Tip, den ich bereits lange befolge, ist die Verwendung einer wiederauffüllbaren Tintenpatrone. Das spart nicht nur Abfall im Vergleich zu Wegwerf-Patronen, sei es nun für Füller oder Kugelschreiber, sondern hat auch immer wieder den positiven Nebeneffekt, dass es einen leicht ins Gespräch bringt. 😀 Die meisten Menschen, durfte ich feststellen, sind äußerst erstaunt, wenn sie sehen, dass jemand sein eigenes Tintenfass dabei hat, und mitunter führt es sogar zu so netten Aussprüchen wie: „Jetzt hab ich Respekt vor dir. Du schreibst noch mit Tinte?“ – so geschehen diese Woche an der Uni. Fragt sich natürlich, warum mein Kommilitone diese Beobachtung brauchte, um Respekt vor mir zu haben…? 😉

Kostenfaktor dürften (bei Neuanschaffung der Patrone) ca. 4 Euro sein.

Vokabel-Overload – Konsumverhalten einer Irren, die gerade vier neue Sprachen gleichzeitig zu managen versucht

Mit leichter Bestürzung habe ich festgestellt, wie selbstverständlich ich für meine Vokabelkarten zu plastikverpackten Kärtchen aus nicht-recyceltem Papier greife, obwohl ich der Ansicht war, eigentlich in allen wesentlichen Bereichen, soweit es mir möglich ist, zum Recyclingpapier zu greifen – aus gutem Grund. Wie Bayern2 in einer Sendung vor einigen Wochen anführte, spart das z.B. bei Toilettenpapier 50% Energie und Rohstoffe und sogar zwei Drittel Wasser. Bei regulärem Papier wird es wohl ähnlich sein. Das schreit nach einer Alternativensuche!

Aber gesetzt den Fall meine Suche sollte nicht erfolgreich sein und ich finde keine Vokabelkarten aus Recycling-Karton. Was bleibt dann noch, um diesen Einkauf doch ein bisschen grüner zu gestalten? Auf jeden Fall werde ich die Gewohnheit beibehalten, die ich bisher aus Sparsamkeitsgründen verfolgt habe: anstatt des kleinstmöglichen Vokabelkarten-Formats die größte Variante im Angebot zu kaufen und dann selbstständig zu zerteilen. Nach dem Prinzip, dass kleine Körper im  Verhältnis zu ihrem Volumen die größte Oberfläche besitzen (was man nicht alles mitnimmt aus dem Bio-Unterricht…) spart das zumindest an der anscheinend obligatorischen Plastikumhüllung. Natürlich gibt es Karton auch unverpackt in Bögen zu kaufen, aber bisher ist mir da noch keiner untergekommen, der meinen Vorstellungen entspricht.

In diesem Semester habe ich – im Unterschied zum letzten – nun doch beschlossen, meine Vokabelkarten in einen Karteikasten einzuordnen – genau so einen, wie man ihn uns in der Unterstufe immer aufzwingen wollte. So einen, wie ich ihn dann regelmäßig verabscheut und in der Ecke verstauben lassen habe. Aber es hat sich einiges geändert, und an Arabisch muss ich ganz anders herangehen als an Englisch, wenn ich will, dass meine Bemühungen mit Erfolg gekrönt sind. Kurz war ich versucht, ein Fertigmodell aus stabilem Plastik zu kaufen – „Hält sicher einige Semester!“ – aber im Endeffekt habe ich dem doch widerstehen können und selbst einen gebastelt. Die ursprüngliche Idee war sogar, ihn ganz selbst zu machen, dann habe ich mich allerdings an eine nahezu perfekt dimensionierte Pappschachtel in meinem Fundus erinnert und diese nur noch unterteilen müssen.

Schmierfink: Konsumreduzierung beim Notizpapier

Ein weiteres Thema ist natürlich das klassische Recyclingpapier… entgegen meiner ursprünglichen Annahme tatsächlich auch liniert zu haben (die gängigen Drogeriemärkte scheinen zu meinen, alle Ökos benutzen nur kariertes Papier). Allerdings bei weitem nicht immer und überall – Glück hatte ich vor allem in Eine-Welt- und Bio-Läden. Aber selbst recyceltes Papier ist eigentlich noch zu schade für meine hingekrakelten Arabisch-Übungssätze… die dann einmal vorgelesen und nie mehr angekuckt werden. Dafür bietet sich eine weitere „Papierquelle“ an – trotz vorbeugender Maßnahmen erhalte ich doch hin und wieder Post, die höchstens einmal gelesen und dann weggeworfen wird – frei Haus auf einseitig bedruckten Bögen. Oder ich schicke Stipendien-Bewerbungen (auf Wunsch der Stiftung ebenfalls einseitig bedruckt) ein und bekomme sie mit ablehnendem Bescheid zurück. Kurz: Ich habe eigentlich immer einen reichlichen Vorrat an „Schmierpapier“. Den zu lochen und für solche Wegwerf-Aufgaben bereitzuhalten, kostet höchstens minimalen Aufwand.

… und noch mehr Papier!

Auch wenn ich es versuche, manchmal lassen sich Kopien und Ausdrucke nicht vermeiden. Schade finde ich es in dem Zusammenhang, dass der Druckerpool und die Kopierer der Uni mir nicht die Möglichkeit geben, auf Recyclingpapier zu drucken – aber sooo viel drucke ich dann auch wieder nicht, dass sich (meiner Ansicht nach) die Anschaffung eines eigenen Druckers lohnen würde – und Kopien sind sowieso meistens vor Ort zu machen, wenn die Bücher, aus denen ich kopiere, zum Präsenzbestand gehören.

Darum hat sich eigentlich nur Folgendes bewährt: Doppelseitig drucken/kopieren und durch Verkleinerung möglichst viele Seiten auf ein Blatt bringen. Das macht vor allem Sinn bei Folien, die meistens viel größere Schriftarten verwenden, als es in einem Ausdruck notwendig ist. Bücher kleinzukopieren ist dagegen wohl eher nicht sonderlich zielführend.

Seit einiger Zeit überlege ich, ob es Sinn macht, mir für PDF-Dokumente einen e-Book-Reader oder Ähnliches zu besorgen, damit ich sie gar nicht mehr ausdrucken muss. Da ich aber nicht glaube, dass ich auch für reguläre Bücher auf ein e-Format umsteigen möchte (das Angebot an Titeln ist einfach nicht so riesig, außerdem schätze ich es, Bücher nicht immer kaufen zu müssen, sondern auch leihen zu können), lohnt sich das wohl eher nicht.

Drumherum: Unileben besteht nicht nur aus Lerninhalten

Die Sache mit dem Transport dürfte sich von selbst erklären – aber welcher Student fährt denn auch jeden Tag mit dem Auto zur Uni? Die Mode haben wir wohl doch in der Oberstufe abgehakt.

Weniger selbstverständlich scheint die Verpflegung zu sein – muss es denn wirklich jeden Tag ein Kaffee aus dem Wegwerfbecher sein? Es gibt so viele formschöne Tassen und Becher, die sich jeden Tag wieder neu befüllen lassen – viele davon sogar mit Thermo-Funktion und für diejenigen, die gar nicht auf das Coffee-To-Go-Feeling verzichten mögen, sogar in einschlägigem Design. Oder man bastel-häkelt sich einfach selber einen transportablen Kaffeebecher… so wie ich. Allerdings ist es mir bis heute nicht geglückt, ihn wirklich dicht zu gestalten. Habe ich immer falsche Schraubgläser benutzt? Lassen sich heiße Flüssigkeiten grundsätzlich nicht auslaufsicher in Schraubgläsern lagern? Fragen über Fragen.

Ein anderes, sehr verwandtes Thema sind Wasserflaschen – und spätestens damit bin ich in diesem Beitrag an einem Punkt, wo ich merke, dass ich nur alte Erkenntnisse gebetsmühlenartig wiederhole. Einwegflaschen wandern meistens in den Mülleimer, im günstigsten Fall in irgendeine Werstofftonne, sodass sie (unter im grunde in diesem Fall unnötigem, weil weitgehend vermeidbarem Energieaufwand) recycelt werden können – sofern das bei ihrem Grundstoff überhaupt möglich ist: mir ist immer noch nicht ganz klar, welche Arten von Kunststoff sich nun wiederverwenden lassen und welche nicht. Eine andere Art der Wiederverwendung ist die, die manche Leute ziemlich ausdauernd praktizieren: Eine Einwegflasche einfach immer und immer wieder zu befüllen, bis sie irgendwann verloren oder kaputt geht. Das spart zwar Abfall (wenn auch nicht so viel, wie möglich wäre, denn immerhin wird das Teil ja früher oder später doch ersetzt), aber dafür setzt man seinen Körper unter Umständen  unnötig ausgewaschenen Chemikalien aus, vor allem, wenn die Flüssigkeit heiß ist/erhitzt wird (beispielsweise durch Sonneneinstrahlung) oder Säuren enthält, die die Oberfläche angreifen. Ich persönlich bevorzuge darum eine zu diesem Zweck angeschaffte Trinkflasche. Wenn ich es heute zu tun hätte, würde ich darauf achten, dass ich eine unbeschichtete Edelstahlflasche bekomme (Glas ist mir zu bruchanfällig, ansonsten wäre eine wiederverwendete Pfandflasche meine erste Wahl). Da ich meine schon vor einigen Jahren erworben habe, besitze ich nun eine SIGG-Flasche mit Innenbeschichtung, von der mir nicht ganz klar ist, woraus sie eigentlich besteht. Die SIGG-Homepage sagt etwas von Copolyestern und einer Beschichtung, die nicht mit anderen Stoffen reagiert – aber wie gesagt, wenn ich es wieder zu tun hätte, würde ich auf Nummer sicher gehen und eine unbeschichtete Flasche wählen.

Wem übrigens eine Motivation fehlt, auf Leitungswasser (eventuell selbst aufgesprudelt und/oder mit Säften versetzt) umzusteigen, der sei an den Preis erinnert: Während Leitungswasser so gut wie umsonst ist, kostet Flaschenwasser, obwohl es sich qualitativ nicht sonderlich von ersterem abhebt, ein Vielfaches seines „Ausgangsstoffes“. Und wenn ich „vielfach“ sage, meine ich keine ein- oder zweistellige Ziffer… sondern eine mindestens dreistellige. Eine ziemlich aufschlussreiche Dokumentation über die Problematiken von Flaschenwasser kam vor einiger Zeit auf Arte unter dem Titel „Flaschenwahn statt Wasserhahn“.

Das solls erst mal gewesen sein… sicherlich folgen bei passender Gelegenheit noch mehr Beiträge zum Thema Studium und Uni.

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Eine Antwort to “Pünktlich zum neuen Semester: Grün in die Uni ;-)”

  1. stepheph 20. Mai 2011 um 22:29 #

    Wir sprudeln unser Wasser jetzt (und filtern es vorher, das war der Kompromiss mit meinem Mineralwasserfetischisten von einem <3Freund) und der Sprudelkanister/CO2- Kanister kostet Acht Euro. Eine Flasche (ohne Pfand glaub) kostet ca. 13 cent. Der Kanister reicht für ca. 50 Liter (hoffentlich mehr!). Die Kosten kommen ca. aufs Gleiche raus. Nur die Plastikflaschen umgeht man — die CO2-Kanister werden dann leer zurückgegeben und recycled.

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