„Billy“ Marke Eigenbau

12 Mai

Wo kauft man als Student ein, wenn einem naturgemäß nur ein schmales Budget zur Verfügung steht und man trotzdem ganz gern ein paar Möbel im Zimmer hätte (vorausgesetzt natürlich, man hat nicht das Glück, ein bereits möbliertes Zimmer vorzufinden)?

Entweder macht man einen Besuch beim Billig-Möbelhaus seiner Wahl, oder aber man wird ein bisschen kreativ!

Was natürlich leichter fällt, wenn einem – so wie mir – schon ein paar Zutaten zur Verfügung stehen. In einer Zeit, in der ich noch der Meinung war, jedes Buch sei ein gutes Buch, wurde unser Haus nämlich zur Sammelstelle für alle ungewollten und ausrangierten Schmöker der vereinigten Großfamilie erklärt, bis irgendwann im Keller mehrere Kisten Bücher eingelagert waren, die im Endeffekt doch keiner lesen wollte – nachdem ich festgestellt habe, dass mich Papstbiographien und Lexika aus den Siebzigern doch nicht so brennend interessieren. Aber das bibliophile Herz blutet eben doch, wenn man etwas wegschmeißen soll, das zwischen zwei Buchdeckel passt, also traf es sich gut, dass ich jetzt in meiner neuen Wohnung eine neue Heimat für diejenigen Bücher brauchte, die mir WIRKLICH noch am Herzen liegen.

Zum Schmökern vielleicht nicht mehr geeignet, spricht jedenfalls rein gar nichts dagegen, dass meine Erbstücke ein zweites Leben als Regal antreten – als Stützen, um genau zu sein, Bretter musste ich dann doch noch kaufen. Alles in allem kam mich das mit ca. 20 Euro immer noch billiger als das durchschnittliche Studentenregal eines nordeuropäischen Möbelherstellers, der hier ungenannt bleiben soll, und auch mein grünes Herz freut sich, dass ich recyceln und den Aufwand an jungfräulichen Rohstoffen begrenzt halten konnte.

Und nachdem mein neues Schmuckstück inzwischen steht, bleiben eigentlich nur noch zwei Wünsche offen: Es irgendwann bei Gelegenheit zu erweitern, damit auch meine bisher noch zuhause gelagerten Bücherschätze darin Platz finden, und zu erfahren, warum um alles in der Welt der Baumarkt meiner Wahl seine Fichtenholzbretter als umweltfreundlich preist, sie aber dennoch jedes für sich in Plastikfolie einpacken lässt – und mich damit dazu bringt, die etwas improvisierter wirkende Variante zu wählen. Die hat zwar mit ihren aneinandergenagelten Holzleisten einen leichten Hobbykeller-Charme, war aber ohne zusätzliche Verpackung zu haben.

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