Schmutzige Geheimnisse: Meine Plastic-Challenge-Auswertung

4 Mai

Es hat schon etwas leicht Perverses an sich, seinen Müll mit sich nach Hause zu tragen, anstatt ihn an Ort und Stelle (beispielsweise bei den Eltern zuhause) zu entsorgen, ihn dann noch mal Stück für Stück durchzugehen und schließlich fein säuberlich sortiert abzufotografieren… aber seis drum, für den guten Zweck, dass es nächsten Monat weniger wird, tu ich das doch gerne.

Zunächst sei mal mein Endergebnis nach Gewicht verkündet:

276g

habe ich diesen Montat an Kunststoff-Abfällen „produziert“.

Vieles davon wäre sicherlich vermeidbar gewesen… aber schlüsseln wir es noch ein wenig genauer auf, bevor wir darauf eingehen:

Kategorie 1: Vermeidbare und Unvermeidbare Übel

Enthält Verpackungen von Kichererbsen, Bohnen, etc. – wie Stephie bereits in einem früheren Post erwähnt hat, lässt sich da evtl. Verpackungsmüll sparen (und gleichzeitig auf Papierverpackung umsteigen), indem man „Großgebinde“ kauft – wobei selbst bei haltbaren Lebensmitteln die Frage zu klären wäre, inwieweit das für einen Studentenhaushalt praktikabel ist.

Außerdem die absolut unnötige Verpackung eines Kopfsalates, den es im Supermarkt nur so eingewickelt gab, mein Bio-Supermarkt allerdings genauso wie Wochenmärkte und auch viele „normale“ Supermärkte bieten unverpackte Salatköpfe an.

Eine Plastiktüte vom Gemüseeinkauf – wird in Zukunft durch (wiederverwendbare) leere Kartoffelsäcke, die ich (mit Erlaubnis) von meiner Mutter stibitzt habe, ersetzt. Und das meiste lässt sich ohnehin unverpackt einkaufen.

Verpackung von aus Ägypten mitgebrachtem Hibiskustee – ließe sich wohl umgehen, indem man losen Tee in einem Land kauft, in dem man der Landessprache soweit mächtig ist, dass man die zuständige Person dazu überreden kann, einem den Tee in ein wiederverwendbares Behältnis abzufüllen. 😉

Kategorie 2: kleine Laster und Kram


Neben abgeschnittenen Ecken von ein paar Plastiktütchen, und dem Deckel eines leider zersprungenen ansonsten gläsernen Döschens (beides fällt hier mal unter „Kram“) enthält diese Kategorie Folgendes:

Einen Cocktail-Strohhalm – ich habe vor, mir wiederverwendbare Trinkhalme anzuschaffen, allerdings bleibt abzuwarten, ob diverse Bedienungen dann auch bereit sind, die Plastikvariante zu deren Gunsten wegzulassen.

Die Verpackung eines Teebeutels – ehrlich mal, wie sinnlos ist das denn? Teebeutel an sich sind schon eigentlich nicht wirklich nötig, aber dann auch noch einzeln in Plastik verpackt? – Ergebnis eines Besuchs in der Krankenhauscafeteria und der Überlegung „was trinke ich jetzt, das weder Milch enthält noch Müll verursacht (Flaschenwasser bzw. Softdrinks) noch vom anderen Ende der Welt eingeflogen und vermutlich unter zweifelhaften Bedingungen angebaut wurde (Kaffee, Schokolade)?“ Der Weisheit letzter Schluss war eben diese Tasse Tee.

Plastiktüte, die ein als „zu verschenken“ beschrifteten Gummibäumchen beherbert hat, das ich adoptiert habe  – wird wiederverwendet.

Verpackung einer Packung Chips, die ich im Zuge eines Filmeabends mit einem Kommilitonen zwar nicht gekauft, aber mit Genuss mit verspeist habe. Der einzige plastikfreie Snack, den ich bisher aufgetan habe, ist leider selbstgemachtes Popcorn, und das auch nur, wenn man so tut, als wäre der dafür benötigte Mais nie verpackt gewesen…

Stellvertretend für mehrere mit-angegessene Tafeln Schokolade eine schließlich geleerte Verpackung.

Kategorie 3: Ostern


Neben der Verpackung von Schoko-Eiern/als Geschenk erhaltenen Süßigkeiten und Schale sowie Plastikhülle einer ebenfalls geschenkt bekommenen Packung Lokkoum (?), die völlig überflüssige Verpackung der Gebrauchsanweisung (!) zu meinen neuen Silikonbackförmchen (ebenfalls ein Geschenk) und die leere Packung Kokosflocken, die in unseren Osterlämmchen gelandet ist.

Kategorie 4: Zimmerentrümpelung


Das war mal fällig, nachdem mein Zimmer bei meinen Eltern zuhause immer noch beinahe so aussah, als wäre ich grade ausgezogen… Und dabei kamen natürlich einige Sachen ans Licht, die weggeworfen werden wollten, hauptsächlich Papier (alte Spiegel-Ausgaben zum Beispiel), aber eben auch einiges an Kunststoff:

Fenster diverser Briefumschläge, hauptsächlich aus Werbesendungen (wie sich die minimieren lassen, dazu siehe mein Beitrag über die Robinsonliste)

Eine leere Bleistiftminen-Kapsel – ich sollte wohl mal schauen, ob es die nicht auch ohne Plastikverpackung gibt. Aber irgendwie bezweifle ich es. Natürlich könnte ich ganz einfach Holzbleistifte kaufen, aber eigentlich mochte ich die Materialersparnis durch Druckbleistifte bisher ganz gerne.

Gepäckaufkleber von meinem letzten oder vorletzten Kairo-Flug – diese Flugreisen stellen natürlich verglichen mit fast allem, was ich hier bisher behandelt habe (mit Ausnahme vielleicht von Fleisch- und Milchkonsum) die größte Umweltsünde dar. Und das lässt sich auch nicht wegdiskutieren – obwohl ich wenigstens darauf achte, zur „Neutralisierung“ meiner Emissionen CO2-Ausgleichs-Zertifikate zu kaufen.

Clip von einem noch funktionstüchtigen, aber in Mitleidenschaft gezogenen Kugelschreiber

Aufnäher von einem Schultheater-Kostüm, die ich leider versäumt habe, mit dem Kostüm zusammen zurückzugeben.

Das Haltedingens aus einem Schnellhefter

Ein Stück Fleecestoff, von dem ich nicht sicher weiß, aber stark befürchte, dass es aus Kunststoff besteht

Die Fernbedienung meiner Stereoanlage, die zwar noch funktioniert, aber quasi nie benutzt wird (die Fernbedienung, nicht die Anlage)

Ein nicht mehr funktionstüchtiges Miniradio

Becher von einem Smoothie, den ich irgendwann mal gekauft und dann eine Weile lang immer wieder verwendet habe, darum war er noch in meinem Zimmer verstaut. Eigentlich habe ich fest vor, Getränke in Zukunft nur noch in wiederverwendbaren Gläsern zu ordern bzw. meinen selbsgebastelten ultracoolen 😀 Travel Mug zu benutzen… aber wie sich dieser Vorsatz umsetzen lässt, bleibt abzuwarten.

Lizzynet-Werbeaufkleber

Verpackung von Stricknadeln, die ich irgendwann geschenkt bekommen habe

Eine fast kaputte Schutzhülle von meiner Sparkassen-Karte. Im Moment benutze ich eine andere Hülle, die ich mal bekommen habe, aber da die sich nicht so bewährt, könnte es sein, dass ich einfach selbst einen Ersatz bastle. Aus ein bisschen Pappe müsste das ja leicht nachzustellen sein.

Schaumstoff

Endstück eines inzwischen nur noch als USB-Stick gebrauchten uralt-MP3-Players, das aber wahrscheinlich noch mal zum Einsatz kommt, in der Hoffnung, dass es dessen Leben noch ein bisschen verlängert

jede Menge Klebebandreste

Deckel einer Plastikschachtel, von der ich schon nicht mehr weiß, was sie einmal enthalten hat

Und schließlich meine eine Weile lang sehr genossenen, inzwischen aber völlig untauglich gewordenen iPod-Ohrstöpsel. Das andere Paar, das ich besitze, geht auch schon in die Binsen, gibt aber wenigstens noch Geräusche von sich, und so lange das der Fall ist, wird es immer wieder geklebt und aufgepäppelt. 😀

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Eine Antwort to “Schmutzige Geheimnisse: Meine Plastic-Challenge-Auswertung”

  1. Tonia 10. November 2015 um 23:30 #

    Ja, es hat was leicht perverses aber es zeigt einem auch deutlich und in Bildern, welchen Müll wir produzieren- ohne es eigentlich zu wollen.
    Bisher habe ich auch dazu gehört, es gibt vieles, das ich behalte, was längst auf den Müll gehört. Was sind die Gründe? Sentimentale? Nostalgische? Einfach so? Eine eindeutige Antwort gibt es nicht und beim nächsten ausmisten wird sicher wieder viel, aber nicht alles entsorgt.
    Der tägliche Müll ärgert mich mich mehr. Der unnötige, wie von eingepackten Bananen, oder extra umwickelten Gurken! Die Tomaten, die ich nur im Kilopack in Zelufan und Plastik bekomme. Und dann muss ich mir wieder 3 Rezepte ausdenken damit ich einmal Linsen kaufen kann, die ich auch nur im 500 gramm Beutel bekomme- warum ist das so? Ich hebe jedes Glasgefäß mit Deckel auf (sehr beliebt: Gurkengläser) und fülle mir darin die überschüssigen Haferflocken, Linsen und Bohnen ab, Nudel und Reis, Mehl und Müsli, in der Hoffnung das sich keine Viecher darin bilden bis ich es wieder brauche. In Mainz und Kiel und sonstwo gibt es schon Läden in denen man unverpackte Sachen kaufen kann. Warum nicht bei uns in Hamburg? Dies würde den Müllberg um einiges killen, wenigstens in meinem Haushalt.

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