3Sat: „Bio für die Massen…?“

19 Apr

Gestern war im 3Sat der Film „Bio für die Massen…?“ zu sehen, der der Frage nachgeht, ob Bio gleichzusetzen ist mit nachhaltig, ob ein nachhaltiger Ernährungsstil für die breite Masse der Bevölkerung zu bewerkstelligen ist, usw.

Das Thema wird aufgerollt anhand einiger Beispiele (Bio-Bananen aus Ecuador, „nachhaltige“ Thunfischzucht), schlägt aber auch den Bogen zu den größeren Zusammenhängen. Besonders positiv fand ich in diesem Zusammenhang, dass, wie man es von einem journalistischen Beitrag erwarten darf, sowohl Stärken als auch Schwächen bzw. Lücken im System der biologischen Landwirtschaft aufgezeigt wurden, und trotz positiver Worte über die Auswirkungen einer Umstellung auf Bio-Landwirtschaft nicht so getan wurde, als wären damit alle Probleme bereits gelöst.

Wiederholt wird der Beitrag am 18.4. um 21.30 Uhr, und weil ich nicht weiß, wie lange die Info-Seiten dazu im Internet abrufbar sein werden, hier der Teil, der mich persönlich am meisten beeindruckt hat, weil er nicht nur etwas bestätigt, das ich schon oft gehört habe und schon länger gefühlsmäßig weiß (wir werden unseren Konsum an Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs erheblich einschränken müssen, wenn wir uns nachhaltig ernähren wollen), sondern dieses „Wissen“ auch mit ein paar Zahlen unterfüttert:

Jesko Hirschfeld, Agrarökonom, Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung:
„Die Landwirtschaft trägt in nicht unerheblichem Masse zum Klimawandel bei. In Deutschland macht sie ungefähr 13 Prozent der Treibhausgasemissionen aus. Das ist ungefähr so viel, wie der gesamte Straßenverkehr ausmacht und durch eine klimafreundliche Umstellung der landwirtschaftlichen Produktionsverfahren, wozu auch eine Umstellung zum Ökolandbau gehören würde, könnte man die Hälfte der Treibhausgasemissionen einsparen.

  Ist das realistisch? In einer Studie des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung hat Jesko Hirschfeld Szenarien für Deutschland errechnet. Für eine komplette Umstellung auf klimafreundlichen ökologischen Landbau bei gleichbleibendem Konsum würden 70 Prozent mehr landwirtschaftliche Fläche benötigt als heute. Denn der Ökolandbau erwirtschaftet geringere Erträge pro Hektar. Für Deutschland undenkbar.

   Jesko Hirschfeld, Agrarökonom, Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung:
„Deshalb haben wir ein zweites Szenario betrachtet und haben uns gefragt, was wäre denn auf der deutschen landwirtschaftlichen Fläche, so wie sie heute benutzt wird, möglich und haben gesagt, wir produzieren die gleiche Menge an pflanzlichen Lebensmitteln, wie viel tierische Lebensmittel wären dann noch möglich. Das wären nur noch 30 Prozent von dem Fleisch und der Milch, die heute produziert werden. Damit ließe sich dann aber eine Reduktion von Treibhausgasen um 70 Prozent der Menge, die die Landwirtschaft heute emittiert, leisten. Aber das würde natürlich eine deutliche Umstellung des Konsummusters bedeuten, eben nur noch 30 Prozent tierische Lebensmittel gegen dem, was heute im Durchschnitt konsumiert wird. Dazu raten aber auch gleichzeitig die Ernährungswissenschaftler und sagen, das wäre auch viel gesünder.“
Quelle: 3Sat
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Eine Antwort to “3Sat: „Bio für die Massen…?“”

  1. stepheph 21. April 2011 um 20:47 #

    Patrik ist bei einer Seite im Internet angemeldet, bei der man das Fernsehprogram aufnehmen kann und einzelne Programme runterladen… ich schau mir die Sendung dann gleich morgen an! Wir haben zwar einen Fernseher, aber da ich kein Seriengucker bin (höchstens nach Ende der Serie auf DVD) und aus dem Internet alle meine aktuallen Infos kriege, habe ich keine Ahnung was so läuft.

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