Haarige Sache: plastikfreies Shampoo

12 Apr

Einige der größten Umstellungen, die auf mich zukommen hätten können, nachdem ich beschlossen habe, dem Plastik zu „entsagen“, bleiben mir zweifellos erspart – einfach, weil ich die entsprechenden Details schon lange aus meinem Leben verbannt habe. Shampooflaschen zum Beispiel. Obwohl ich mich bis vor ein paar Wochen nie damit beschäftig habe, welche eventuell gesundheitlich bedenklichen Stoffe in kommerziell vertriebenen Shampoos stecken (und offen gestanden auch jetzt nicht geneigt bin, dieses Thema zu vertiefen), bin ich schon vor ca. zwei Jahren auf Shampooseife in fester Form umgestiegen. Und nachdem mein Interesse am Thema „alternative Shampoos“ inzwischen wiedererwacht ist, ist jetzt vielleicht die perfekte Gelegenheit, meine bisherigen „Entdeckungen“ einmal zusammenzufassen:

 

 

Station 1 – Shampooseife von LUSH

http://www.lush-shop.de/

 

 

An diesem Laden vorbeizugehen, kostet mich jedes Mal große Überwindung. Es riecht da drin so lecker, dass ich Stunden damit verbringen könnte, nur die verschiedenen Düfte zu erschnuppern.

Dazu kommt, dass die allermeisten Produkte (Seifen, Badekugeln und Co.) lose verkauft und allenfalls in Papiertütchen verpackt werden. Die Verpackungen, die trotzdem verwendet werden, bestehen hauptsächlich aus recycelten Rohstoffen, und die Produkte werden nicht durch Tierversuche getestet – soweit die Herstellerangaben.

Das Einzige, was mich davon abhält, in regelmäßigen Abständen die LUSH-Auslage leerzukaufen… war bisher purer Geiz. Denn ganz billig sind die Sachen dort nicht… ich kaufe sie also lieber als Geschenk als „einfach nur so“ für mich.

Zwar bin ich durchaus gewillt, für meinen täglichen Konsum ein bisschen mehr Geld auszugeben, aber eben nur, wenn ich die teurere für die bessere Alternative halte – und in diesem Fall habe ich festgestellt, dass ich mir meine Shampooseife auch ohne größeren Aufwand selber machen kann.

Dazu kommt, dass ich inzwischen auch entdeckt habe, dass man (wie bei so vielem) auch bei LUSH mal genauer aufs Etikett schauen sollte… obwohl ich immer noch viele der dort angebotenen Kosmetikartikel für gut halte, habe ich inzwischen auch entdeckt, dass manche trotzdem noch Stoffe enthalten, die ich in „konventionellen“ Produkten für bedenklich halte – beispielsweise SLS (Siehe dazu mein vorangegangener Shampoo-Beitrag).

 

Dennoch denke ich, dass die festen Shampoo-Seifen von LUSH (es gibt sie auch von anderen Herstellern, allerdings habe ich die auf dem deutschen Markt noch nie entdeckt) eine gute Alternative zum Flaschenshampoo sind, wenn man hauptsächlich Verpackung sparen will, auf Seifenschaum nicht verzichten möchte und auch keine Lust hat, selber an den Herd zu stehen und Seife zu sieden.

Die eine, die ich mal hatte (mehr sind es, aus den oben genannten Gründen, nie geworden), hat zwar leider nicht ganz so lange vorgehalten, wie ich dachte, dass sie reichen würde – aber vielleicht lag das daran, dass ich nicht wirklich wusste, wie sie zu dosieren ist, schließlich war es mein erster Versuch.

Auf der LUSH-Homepage heißt es, ein LUSH-Shampoo-Bar ersetzt ca. drei Flaschen flüssiges Shampoo. Mir ist das nicht so ganz gelungen – aber vielleicht schafft es ja jemand anderes.

 

Station 2 – Shampooseife aus der eigenen Küche

Chemieunterricht macht´s möglich… okay, das ist jetzt geschwindelt. Es suggeriert nämlich, dass ich von Chemie Ahnung hätte, was leider nicht der Fall ist.

Aber in dem Seifensiede-Kurs, den eine Chemielehrerin an meiner ehemaligen Schule angeboten hat, habe ich definitiv fürs Leben gelernt!

Wie genau man Seife siedet, ist genug Stoff für einen eigenen Beitrag – darum belasse ich es mal bei der Auskunft, dass ich bisher zwei Mal auf eigene Faust gesiedet und beim zweiten Versuch so viel Shampooseife gemacht habe, dass ich vermutlich noch auf Jahre hinaus versorgt bin. Ich kann also nicht auf eine lange Erfahrungsgeschichte zurückblicken, aber besonders kompliziert ist der Vorgang auch nicht.

Vorsicht ist geboten, weil man beim Seifesieden mit Natronlauge hantiert. Die ist im Prinzip auch die einzige ausgefallene Zutat, die man zum Seifesieden braucht – gibt es angeblich in der Apotheke, ich habe meine aus einem Internetversand. Leider in einer Plastikflasche abgefüllt, allerdings so ergiebig, dass ich davon noch oft Seife machen kann – wenn es aber so weit ist, dass ich neue brauche, werde ich mich mal in der Apotheke erkundigen, ob es auch „plastikfrei“ geht. Ich befürchte allerdings, das wird ein Produkt bleiben, bei dem ich Kompromisse eingehen muss, denn das Zeug sollte nicht feucht werden, es kann also nicht lose verkauft werden. Trotzdem – diese eine Flasche ersetzt mir immerhin das Shampooflaschen-Aufkommen vieler, vieler Jahre.

 

Fairerweise sollte ich erwähnen, dass es (soweit ich über das Internet erfahren habe) Leute gibt, die finden, ihr Haar wird durch Shampooseife etwas trockener oder spröder, als sie das von „konventionellem“ Shampoo gewöhnt sind.

Das ist eine Erfahrung, die ich überhaupt nicht bestätigen kann – im Gegenteil. Meine Haare sind sehr viel leichter zu pflegen, gefallen mir besser und fetten weniger schnell nach, als das der Fall war, bevor ich auf feste Seife umgestiegen bin. Noch schöner werden sie allerdings, wenn ich ab und zu eine zusätzliche Spülung mache – meistens mit einer Mischung aus verdünntem Essig und Salbeitee. Oder aber – und das hat bisher am besten funktioniert – wenn ich sie ab und zu mit Apfelmus wasche.

 

Station 3 – „hardcore no ´poo“


Mit Apfelmus??? Denkt ihr jetzt wahrscheinlich. 😉
Ich wäre ohne diverse Foren im Internet wohl auch nie darauf gekommen, mir so etwas in die Haare zu schmieren, aber es funktioniert tatsächlich – es gibt Leute, die sich nur damit die Haare waschen.

Mir persönlich ist die Dosis Apfelmus, die ich brauche, um meine Haare für mein Gefühl „sauber“ zu bekommen, zu hoch – also benutze ich das Mittel nur ab und zu, um meinen Haaren ein bisschen zusätzliche Pflege angedeihen zu lassen. Sie danken es mir bisher damit, dass sie durch diese Kuren schön glänzend und weich werden.

 

Natürlich ist Apfelmus nicht das einzige „Alternativprodukt“, das man benutzen kann, um sich ohne Seife die Haare zu waschen. Am weitesten verbreitet, soweit ich das beurteilen kann, ist verdünntes Natron. Nun benutze ich Natron sehr gerne, um alle möglichen anderen Dinge zu ersetzen – zum Beispiel Deo, Spülmittel und Zahnpasta, wieder so ein Thema für einen anderen Blogeintrag –, aber als ich versucht habe, mir damit die Haare zu waschen, war ich nicht sehr begeistert. Ich hatte das Gefühl, sie bleichen aus (was ich wirklich nicht will – ich mag meine Haare so dunkel wie möglich).

 

Manche Leute berichten auch von Erfolgen mit der „water only“-Methode – anscheinend ist es möglich, mit der richtigen Massage-Technik die hauteigenen, zum Teil schon verseiften Öle zum Waschen zu benutzen. Mir persönlich ist es bisher nicht gelungen, diese Auskunft zu bestätigen. Möglicherweise habe ich die falsche Technik oder müsste es länger durchziehen, damit meine Haare sich an die neue Pflegemethode anpassen. Nach einer mehr oder weniger erzwungenen Frischwasser-Kur von vier Tagen (ich war unterwegs und hatte mein Shampoo vergessen) habe ich jedenfalls ziemlich die Geduld verloren. Zwar haben sich die Haare beim ersten Mal noch relativ sauber waschen lassen, aber es wurde von Tag zu Tag schwieriger, einen strähnigen Eindruck zu vermeiden.

 

 

Welche „no ´poo“-Methode man (bzw. frau) am besten anwendet, hängt unter anderem vom Haartyp ab und davon, wie man sein Haar am liebsten hat. Ich rate also zum eigenständigen Ausprobieren – es lohnt sich, finde ich! Informationen gibt es zuhauf im Internet, ich habe meine vor allem aus diesem Forum. WikiHow hat auch ein paar Artikel dazu, beispielsweise diesen.

WikiHow gibt es auch auf deutsch… allerdings finde ich die Artikel eher amüsant, sie klingen doch sehr übersetzt. 😀

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9 Antworten to “Haarige Sache: plastikfreies Shampoo”

  1. stepheph 13. April 2011 um 09:59 #

    Ich wasche mein Haar gerade mit einer der abgebildeten roten LUSH-Seifen – die habe ich unter anderem von Rebecca zum Geburtstag bekommen! Ich reibe sie mir meistens rundum an den Haaransatz – allerdings schäumt dass dann so sehr, dass ich mir verschwenderisch vorkomme! Oft schäume ich die Seife einfach in meinen Händen ein wenig auf und massiere dann meinen Haaransatz –> Kopfhaut –> Haare durch.

    Davor habe ich ein Bio Shampoo benutzt, dass ich von meiner Mutter zu Weihnachten bekommen habe… Allerdings hat während der Zeit meine Kopfhaut immer ziemlich gejuckt.

    Und DAVOR habe ich, eine Methode benutzt die Rebecca erwähnt, nämlich mein Haar mit Backnatron gewaschen und mit verdünnten Apfelessig gespült. Wenn man das schäumen gewöhnt ist und mit Sauberkeit verbindet, ist das Backnatron eine ziemliche Umstellung. Vor Allem, wenn man nur ein Esslöffel benutzt und dann den ganzen Kopf damit behandeln will! Nur sah mein Haar nicht absolut blitzsauber frischgewaschen aus nach meinen Duschen, aber Rebeccas Tipp das Haar mit dem verdünnten Apfelessig zu spülen bevor ich es mit Backnatron wasche hat das Ergebnis sehr verbessert. Nachdem meine LUSH-Seife aus ist, werde ich jedenfalls wieder auf Backnatron umsteigen. Es sei denn, Rebecca gibt mir eine ihrer Shampooseifen wieder ab 🙂

  2. Stella 14. August 2011 um 19:23 #

    Ein toller Artikel. Da hab ich gleich Lust bekommen, noch mehr in deinem Blog zu stöbern 🙂
    Ich teste grade ein Shampoo von Lush – davor gabs bei mir immer nur Shampoos in Plastikflaschen – aber die Selbermach-Methoden hören sich total spannend an. Das muss ich mal ausprobieren. Danke für die Anregung.

  3. stepheph 7. September 2011 um 10:25 #

    Update: Stella hat inzwischen Lush-Seifen getestet und in ihrem Blog darüber berichtet: http://leben-ohne-plastik.blogspot.com/ und offenbar ist SLS im Moment ein Hauptbestandteil von den Lush Seifen… sehr bedenklich… Rebecca, hast du noch ein paar Haarseifen, oder sieden wir mal zusammen? 😉

    Haarseifenrezepte (und andere Seifenrezepte) ohne SLS gibt es übrigens auch auf dieser Seite: http://www.kupferzopf-flechtfrisuren.de/Haarseifenrezepte.htm

  4. Mia 9. September 2011 um 10:21 #

    Siedet ihr mir eine mit? 😉

  5. sabrina 5. Juni 2012 um 21:40 #

    Beim Haarewaschen ausschließlich mit Wasser (WO) habe ich persönlich die Erfahrung gemacht, dass es tatsächlich umso besser funktioniert, je fettiger die Haare vor dem Waschen sind. Meine Haare sehen nach 3 Tagen fettig aus udn ich müsste sie waschen, das ist (zumind. bei mir) aber zu füh für WO. Deshalb benutze ich am 3. Tag Lavaerde als Trockenshampoo, das hält so 2 Tage bei mir. Am 6. Tag wasche ich dann meine Haare mit Wasser, danach noch eine Rinse mit Essig. Funktioniert bei mir super – vor allem meine empfindliche Kopfhau freut sich sehr darüber ! 😀

  6. Momo 14. Januar 2013 um 08:36 #

    Jetzt würde ich aber doch gerne wissen, wie du dir die Haarseife gesiedet hast. Verräts du uns das Rezept? Und wie ist´s dir weiter damit gegangen?

    LG; Momo

    • repek 14. Januar 2013 um 09:27 #

      Sehr gerne! Ich wollte sowieso mal wieder welche machen. Allerdings handelt es sich um eine eher aufwändige Prozedur… es wird also wohl noch eine Weile dauern, bis ich mal dazu komme, den Prozess für den Blog zu dokumentieren!

  7. frecherEngel 24. März 2014 um 21:06 #

    Kleiner Tipp: Ähnlich wie von Lush nur mit guten Inhaltsstoffen gibt es „Shampoobars“ oder auch „festes Shampoo“ genannt auf dawanda.com. Hab mir eines mit Kirschblütenduft bestellt und es gut 4 Monate verwenden können – einfach mal ein bisschen reinstöbern 🙂 Mich hat der Duft jedenfalls richtig süchtig gemacht und am besten fand ich auch noch das plastikfrei verpackte Päckchen bei Sauberkunst (nein, ich werde nicht für Werbung bezahlt 😀 ) Aber ich habs auch schon selber gemacht in kleinen Silikonförmchen, die kann man erstaunlich lange verwenden 🙂
    Tolle Seite und noch bessere Tipps, weiter so!

Trackbacks/Pingbacks

  1. Ein Sonntagsprojekt: Seife sieden « mueckeblog - 5. Februar 2012

    […] einem früheren Beitrag habe ich bereits berichtet, dass ich meine Haare hauptsächlich mit selbstgemachter Shampooseife […]

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