Zwei Worte: Klean Kanteen.

Als aufmerksame Leserin verschiedener amerikanischer Blogs wusste ich schon länger, dass es Wasserflaschen aus Edelstahl gibt, die ohne jegliche Innenbeschichtung auskommen und dabei im Unterschied zu Glasflaschen auch noch bruchunempfindlich sind. Aus irgendeinem Grund war ich aber bisher der festen Überzeugung, dass es so etwas in Deutschland nicht gibt – ähnlich, wie es auch fast unmöglich zu sein scheint, gläserne Trinkhalme aufzustöbern. Aber um einiges relevanter für mich, denn die Erfahrungen der letzten Monate, vielleicht des ganzen letzten Jahres, haben mir verschiedene Dinge gezeigt:

1. Ich brauche eine Trinkflasche, die ich an der Uni pausenlos mit mir herumschleppen kann. Nur dann achte ich darauf, auch wirklich genug zu trinken zu bekommen, und nur wenn ich genug zu trinken bekomme, geht es mir gut genug, um zu irgendetwas zu gebrauchen zu sein.

2. SIGG-Flaschen sind zwar eine schöne Erinnerung an meine Kindheit, aber nicht mehr wirklich das, was mich im Alltag glücklich macht. Zwar sind sie aus Aluminium gemacht und damit sehr leicht. Das bringt aber auch mit sich, dass sie innen beschichtet werden, um, wie die Firmenwebsite es formuliert, “einen frischen, sauberen Geschmack ohne metallischen Nachgeschmack” zu gewährleisten. Und woraus besteht diese Innenbeschichtung? Man ahnt es schon, aus Plastik. BPA-frei zwar, aber damit noch nicht automatisch frei von hormonell wirksamen Substanzen. (Diese Studie besagt sogar, dass die allermeisten Arten von Kunststoff solche Substanzen in der einen oder anderen Form abgeben.) Aber ob SIGG-Flaschen in dieser Hinsicht bedenklich sind, kann ich nicht mit irgendeiner wissenschaftlichen Quelle beweisen oder widerlegen. Sehr aussagekräftig ist zu dem Thema dagegen meine eigene Erfahrung: Nach einigen Stunden in der Flasche schmeckt Wasser für mich definitiv ein wenig seltsam, irgendwie nach Kunststoff, würde ich sagen. Das mag objektiv zutreffen oder nicht – mich stört es jedenfalls.

3. Glasflaschen sind absolut geschmacksneutral, aber leider auch keine wirkliche Lösung, weil sie a) vergleichsweise schwer sind und b) gerne mal zu Bruch gehen, wenn man sie irgendwo auf dem Steinboden abstellt und dann aus Versehen umkegelt…

Also was tun? Meine Mama wusste Rat, nachdem sie im Gegensatz zu mir beim Stöbern im Internet relativ bald auf deutsche Lieferanten von Klean Kanteen gestoßen war. Für sie war der Fall sofort klar: Das wird ein Geburtstagsgeschenk! Ich dagegen war zunächst noch ein bisschen skeptisch – würde Edelstahl nicht auch ziemlich schwer sein? Immerhin sollte die Flasche auch eine Größe haben, in der ich mehr als nur zwei Schlucke mitnehmen kann. Mein Geburtstag vor Kurzem brachte nun die Auflösung dieses Rätsels: Klean Kanteen stellt Flaschen her, die beachtliche 800ml fassen, damit für meinen Bedarf absolut ausreichen, und lediglich 250g wiegen. Das ist zwar etwas schwerer als die alte SIGG (100g), aber noch immer ein echtes Leichtgewicht.

Und der absolut objektive Praxistest besagt eindeutig: sie sind tooooooooll! ;-)

Um mal etwas spezifischer zu werden: Meine neue Klean Kanteen Reflect besteht wie gesagt aus reinem Edelstahl, was auch für den Deckel gilt, der lediglich auf der Oberseite ein Bambus”käppchen” besitzt und zur Abdichtung von einem schmalen Silikonring umgeben ist. Er lässt sich damit super als Anti-Kopfweh-Maßnahme einsetzen, wie ich diese Woche schon festgestellt habe: Schön kühl!

Der Hals der Flasche ist weiter als bei “normalen” Glasflaschen und auch weiter als bei der SIGG-Flasche, was das Trinken eher dem Trinken aus einem Glas angleicht und m.E. angenehmer macht, obwohl ich es natürlich immer noch schaffe, mich ab und an zu bekleckern – aber das werde ich wohl immer tun. Ein Glück, dass ich fast nur Wasser und Tee trinke.

Das Logo, das die Flasche natürlich irgendwie erhalten musste, besteht anders als (wenn ich das richtig verstanden habe) bei anderen Trinkflaschen nicht aus Lack, der irgendwann abblättern und sich in die Umwelt verteilen könnte, sondern ist mit Laser ins Material “eingeritzt”. (Eingebrannt? Eingeprägt? Das scheint mir alles nicht das richtige Wort zu sein.)

Und zu guter Letzt gibt es noch eine farbenfrohe Neoprenhülle dazu, die leider den “kein Plastik”-Ansatz ein bisschen verletzt, aber beim Kauf auch einfach weggelassen werden kann (ich hatte die Wahl eben leider nicht, weil die Flasche ein Geschenk war).  Sie hat den Vorteil, dass sie die Temperatur des Flascheninhalts ein wenig länger hält, das heißt, wenn ich morgens heißen Tee einfülle, ist er auch nach der ersten Doppelstunde noch lauwarm. Aber eine Thermosflasche macht auch dieses Ding natürlich nicht aus meiner Klean Kanteen.

Um nun aber nicht den Verdacht aufkommen zu lassen, ich könnte mit dem Plural, den ich im Titel benutzt habe, nicht richtig umgehen: mein Geburtstagspaket enthielt noch zwei weitere neue Wegbegleiter, über die ich sehr glücklich bin. Zum einen ist da eine Brotdose von LunchBots, ebenfalls aus Edelstahl, wenn auch mit farbig beschichtetem Deckel, praktisch zum Mitnehmen von Brot (ach was?), Kuchen, Keksen, Schokolade, oder auch, um schnell in die Mensa zu gehen und etwas einzupacken, das ein paar Minuten später verzehrt werden soll.

Und dann, leider etwas sperrig, aber besonders jetzt im Winter bereits heiß geliebt, weil er mein selbstgekochtes Mittagessen lange genug warm und lecker hält, mein alfi-Thermobehälter. Mit 0,75 l Fassungsvermögen hat er genau die richtige Größe, um eventuell ein bisschen mehr einzupacken und am späten Nachmittag noch mal einen kleinen Snack zu mir zu nehmen: